Sep 30

Das „Café Aroma“ ist ein Spitzen-Feinstkost-Italiener mit sehr fairen Preisen

In einer Ecke Berlins, ein wenig versteckt, aber noch sehr zentral, habe ich ein italienisches Restaurant besucht, das seinen Gästen eine Gaumenfreude bereitet, die man so schnell zu diesem Preis kein zweites Mal in Berlin findet: das „Café Aroma“ in Schöneberg.

Normalerweise bin ich sicher, dass man an diesen Ort, an dem sich der Wunder-Italiener befindet, nur durch Mundpropaganda kommt – oder per Zufall, nachdem man die Grabstätte der zwei größten Märchensammler der Welt besucht hat.

Denn in unmittelbarer Nähe vom „Café Aroma“ liegen die sterblichen Überreste der Gebrüder Grimm begraben, Jacob und Wilhelm Grimm genauer gesagt, nämlich im „Alten St.-Matthäus-Kirchhof“.

Auch wenn das „Cafe Aroma“ somit unweit der S- und U-Bahnstation Yorkstraße liegt, bin ich als mittlerweile Berlin-Stadtkenner zwar schon öfters knapp vorbeigeschrammt, aber letztlich erst wirklich dorthin gekommen, als ein Freund von mir diese Top-Ausgehessens-Info zuteil kommen lies (dieser hat die Info übrigens, ohne Scheiß, auch von einem Kumpel gesteckt bekommen und jener wiederum…).

Aber zurück zum Traumitaliener für Otto Normalverbraucher. Dort, wo er ortsansässig ist, in der Hochkirchstraße, bietet er Platz zum Draußen-Sitzen, aber auch jede Menge im Innenbereich. Die Einrichtung ist schön gewählt und lädt sofort zum Wohlfühlen ein – genauso wie der irre freundliche Service, der natürlich mit original Italienern aufwartet (auch die beiden um die 50-jährigen Betreiber packen mit an).

Jetzt kommt aber das Eigentliche: die Pizzen, die Pasta und sämtliche andere Gerichte plus der italienische Weiß- oder Rotwein – die zwar ein wenig teurer als bei anderen Italienern in Berlin sind -, sind allesamt so was von lecker, so was habe ich in Berlin bisher kein zweites Mal erlebt! Hierbei sollte man unbedingt – das ist mein absoluter persönlicher Favorit – ein mal die Pizza „Alla Zingara“ probieren – danach wird man – wie ich – regelmäßig zu dem Hammer-Italiener kommen.

Das Gute und Angenehme bei dem „Café Aroma“ ist auch, dass bei dem Service politisch das Herz eher links schlägt und dass man dort darauf achtet, dass die aus Deutschland verwendeten Produkte alle aus der unmittelbaren Berlin-Brandenburg-Region kommen. 

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Sep 28

Nicht nur die Finnen erspinnen experimentelle Comicideen…

Seit dem 25. September ist die Wanderausstellung “Rynkkyrinki” in der Flughafenstaße 38 in Neukölln (im Le Petit Mignon/Staalplaat), so finde ich, für alle die Comics mögen und für alle die experimentelle neue Comic-Erfahrungen und Erweiterungen machen wollen ein absolutes Muss.

Der im Jahre 2005 gegründete – finnische – Comic-Verein „Kuti Kuti“  zeichnet ( :-) ) sich hierfür veranwortlich.  Dieser ist ein Künstlerkollektiv, das jedes Viertel-Jahr ein kostenlose Magazin herausgibt und in dem neue Comics aus Finnland und dem Rest der Welt enthalten sind – welche sich zum Ziele setzen die Koordinaten der Comic-Welt kreativ-experimentell zu erweitern.

Und genau dort setzt die Austellung „Rynkkyrinki” an, denn ich war echt verblüfft, was für schräg-wilde herzerfreuende Comicwundertüten dort zu finden sind. Alle Animationen und Kunstdrucke sind nämlich nicht nur saugut von Profihand gezeichnet, sondern haben auch aufgrund des oftmals irre gewählten Themas eine tolle ständige, da unerwartete Lachmuskelreizung – die am besten mit dem Wort Gaga bzw. hier besser Dada wiedergegeben kann. Alle experimentellen Comics sind auch so quietschfarben gezeichnet, dass auch schon allein die Farbenpracht einen nicht mehr loslässt! Und von echten Motiven bis abstrakten wird alles schräg-originell aufgegriffen – für mich als Semi-Comicfan war es auf jeden Fall schon ein wahres Real-Life-Traum-Erlebnis.

Dass die Mitglieder des Vereins auch wirklich comic-künstlerisch etwas auf dem Kasten haben, offenbart sich auch in ihren anderen rund um die Welt der Comics kreisende Fähigkeiten. Denn sie entwerfen und publizieren nicht nur Comics, sondern sie lehren auch – wie man solch wahnsinnige Bildkonstruktionen machen kann!

Da verwundet es nicht, dass die Comic-Leutchen von Kuti Kuti die Hauptverantwortlichen des Helsinki Comic Festival sind.

Die von weltweiten experimentellen Comicideen volle Wanderausstellung ist übrigens bis zum 10. November in Berlin-Neukölln.

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Sep 26

Günstiger Kneipenabend mit großem Spaßfaktor: die „Trommel“

Ein tolles Zusatzfeature, wenn man abends vor die Ausgehtür geht, um ein wenig mit Dämon Alkohol Kontakt zu haben, ist der große Spaßmacher-Sport Kickern – auch Tischfußball genannt. Und am besten man macht dies, wenn man in Mitte oder dem Prenzlauer Berg ausgehen möchte, in einer unverschämt günstigen Kicker-Nerd-Kneipe – in der „Trommel“.

Auch wenn man sich mehrmals die Augen reibt – wie ich z.B. – , dann wird die „Trommel“ immer sich noch dort befinden, wo man sie überhaupt nicht vermutet, nämlich am Ende in der „Kastanienallee“ – wo die Straße noch zu Mitte gehört (die Schwedter Straße ist ja erst die Bezirksgrenze ;-) ).

Wie ein Relikt aus einer vergangen Zeit kommt mir die kleine Kneipenbutze (nur etwa 30 Quadratmeter Fläche wird sie MAXIMAL haben) inklusive ihrem menschlichen Inventarium vor, da alles und alle so was von absolut NON-STYLISH sind – und das in der Castingallee.

Dieses unkommerzielle Wesen der Kneipe spiegelt sich auch in den Getränkepreisen und selbstverständlich auch in ihren Bierpreisen wider, wo alles im sehr moderaten 1-Euro-Plus-Bereich liegt.

Deshalb wird in der „Trommel“ auch ausgiebig Feuchtfröhliches getrunken – und natürlich gekickert, gekickert und gekickert… Obwohl die Kneipe klein wie ein Mäuseloch ist, stehen dort zwei Kickertische drin. Gut, der eine steht im “1. Stock” (im Stile eines Hochbettes wurde dort nämlich eine weitere Decke eingebaut – damit mehr Platz zum Tischfußballspielen ist) und ist aufgrund des dort existierenden Sahara-Klimas nicht wirklich für längere Kickerspiele geeignet (Schließlich steht die Luft dort in der Kneipe bestimmt schon von Kneipeneröffnungszeiten an).

Der andere Tisch, direkt neben den Toiletten, ist dafür supergut zum Spielen geeignet und wird demzufolge von allen Gästen ausgiebig genutzt! Und das bis tief in den Morgengrauen… Dann hat man aber auch aufgrund des Alkoholzustandes der „Trommel-Insassen“ auch top Chancen zu gewinnen.

Aber die alternativen Leutchen in der „Trommel“ messen sich nicht nur ständig mit sich selbst und mit den in die Kneipe kommenden Gästen, sondern sie stellen selbst verschiedene Teams für die Berliner Kneipenkicker-Liga – und das ist auch gut so, würde Wowi als auch ich sagen

Denn ansonsten würden die Kicker-Kneipen-Trommler sicherlich nie ihre kommerzfreie Butze verlassen, da die Stammgäste allabendlich dort versammelt sind.

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Sep 23

Der witzigste und originellste Österreicher gibt in Berlin ein Stelldichein: Josef Hader

Ganz Berlin darf sich vom 2-9. Oktober an einem genialen Künstler erfreuen, denn dann kommt Josef Hader mit seiner Kabarett „Hader spielt Hader“ nach Berlin, genauer gesagt ins Babylon Mitte – einem der coolsten Kinos und Kunststätten in der Hauptstadt.

©flickr / Cabaret Berlin / Bild von DoctorWho

©flickr / Cabaret Berlin / Bild von DoctorWho

„Josef Hader? Kenne ich nicht!“ werden vielleicht die Meisten darauf sagen, obwohl ihnen dieser – ohne Zweifel – geniale Künstler bestimmt schon zu Gesicht gekommen sein dürfte. Schließlich ist Josef Hader ein künstlerisches Multitalent, das nicht nur als Autor, sondern auch als Drehbuchautor und vor allem als Schauspieler einen hohen Bekanntheitsgrad hat!

Ich denke, dass man nämlich als Filmfan von ihm (und teilweise von ihm geschrieben) mindestens den krass guten „Knochenmann“ gesehen hat oder den auf gewisse Weise genauso schrägen „Indien“ (hier hat er auch am Drehbuch mitgewirkt) – oder unbedingt noch sehen muss!

Die Kabarett-Nummern von Josef Hader sind meiner Meinung nach genauso schräge und zeigen dadurch unentwegt eines: den wirklich einzigartigen eigenen Kopf des großen österreichischen Künstlers

Dieses Mal zaubert aber Josef Hader eigentlich nichts Neues aus seiner nahezu unerschöpflichen Kabarettkiste, sondern ein Potpourri aus seinen letzten fünf Programmen. Dadurch, dass er aber bestimmte Ausschnitte und Figuren aus diesen vergangenen Kabarett-Programmen separiert (und auch mit Liedgesang garniert) und zum Kabarett „Hader spielt Hader“ zusammenfügt, ist aufgrund der künstlerischen Genialität Haders vor allem eines garantiert: ein neues schräg-witziges Unterhaltungswerk!

Wenn man Josef Hader kennt, dann weiß man, dass er nicht nur viel Selbstironie seinen Zuschauern subtil näher bringen wird, sondern auch eine gehörige Portion Sich-über-Österreich-lustig-Machen! Und das ist ja bei einem Österreich nicht unbedingt selbstverständlich.  :-)

Die Aufführung beginnt jeweils um 20 Uhr und kostet zwischen 16 und 26 Euro – die sich aber bezüglich des Schrägheitsfaktors sowie Lachmuskelbetätigungsfaktors definitiv rentiert.

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Sep 21

Der Berlin-Marathon lädt zur höchst strapaziösen Stadterkundung ein

Am 26. September ist es wieder so weit, Berlin lädt Berliner als auch Nicht-Berliner ein, die wunderschöne Hauptstadt der Deutschen rennend und keuchend kennen zu lernen. Denn am kommenden Sonntag um 9 Uhr findet der 37. Berlin-Marathon statt.

©flickr / Berlin-Marathon / Bild von akiwitz

©flickr / Berlin-Marathon / Bild von akiwitz

Über eine Distanz von 42,195 Kilometer darf man sich dann Meter für Meter durch die Innenstadt quälen – und natürlich hierbei die Schönheit Berlins bewundern! Der Start-Bezirk ist der hübsche Tiergarten. Da man am Anfang in der Regel noch genug Puste hat, wird man auch noch die gleich darauffolgenden Bezirke Mitte und Friedrichshain bewundern können.

Schwieriger dürfte es sein, wenn man schließlich weiter in den Süden der Stadt vordringt. Denn ab dem Bezirk Kreuzberg hat man schon gut 15 Kilometer zurückgelegt und spätestens da wird vielen Amateur-Teilnehmern des Berlin Marathons die Lunge bis zum Boden hängen und die Beine schon so schwer wie Blei sein.

Über Neukölln geht es dann wieder nach Kreuzberg und schließlich noch weiter in den Süden  nach Steglitz und Zehlendorf. Wer mittlerweile außer den Profis noch rennt, darf sich, ohne übertriebenen Stolz zu zeigen, gleich ein paar Mal auf die Schulter klopfen. Dass die Schönheit der Stadt bei den Meisten schon lange nicht mehr wahrgenommen werden kann, ist zwar schade, aber liegt in der Natur des strapaziösen Langzeitabstrampelns begründet.

Wenn man nun wirklich die Südspitze “errannt” haben sollte, dann geht es “nur” noch über Charlottenburg zurück in den Norden – nach Mitte und zum prachtvollen Ziel: dem Brandenburger Tor (in der „zitty“ findet man auch zum Berlin-Marathon eine coole Rennstreckenbeschreibung).

Nebenbei werden einem die ganze Zeit über etwa 1 Millionen Zuschauer entlang des Marathonparcours bewundernd zujubeln. (Hierbei werde auch ich nicht fehlen! :-) ) Auch wenn man bei weitem nicht so schnell ist wie der Rekordzeithalter des Berlin Marathons, Haile Gebrselassie.

Egal, wie viel man während des Berlin-Marathonlaufes letztlich wirklich von der wundervollen Hauptstadt gesehen hat, man sollte sich danach auf jeden Fall noch einmal viel Zeit nehmen – und sich Berlin ganz in Ruhe genauer anschauen!

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Sep 16

Den Körnerkitz in Berlin-Neukölln durch ein Kinder-/ Erwachsenenspiel erkunden

Dass seit geraumer Zeit der Bezirk mit den meisten kreativen Leuten und Events Neukölln ist, ist nichts Neues – und wird auch immer wieder aufs Neue untermauert durch solch saucoole Aktionen wie die Schnitzeljagd durch den Körnerkiez.

Zum 3. Mal wird nämlich schon am kommenden Freitag um 18 Uhr das „Körnerschnitzel“ ausgetragen – eine höchst amüsante Rallye durch den Körnerkiez.

©flickr / Kunstprojekt am Neuköllner Rathaus / Bild von derSven

©flickr / Kunstprojekt am Neuköllner Rathaus / Bild von derSven

Hierbei muss man bis 23 Uhr verschiedene knifflige Rätsel lösen, die sich an 24 (!) Orten auf einer Karte befinden, die wiederum von den Körnerkiez-populärer-machen-wollenden-Veranstaltern, den „Körnerkomplizen“, auf ihrer Homepage aufgelistet sind.

Die Rätselfragen selbst werden dann einem schließlich vor Ort gestellt. Hierbei sind die zahlreichen Schnitzeljagd-Spots höchst unterschiedlich, so dass man etwa viele Ateliers kennen lernen wird oder etwa das jüdische Theater „Bimah“ oder vielleicht das „Haus der Deutsch-Arabischen Jugend e.V.“ oder eine Körnerkiez-Frisierstube …

Hierbei wird man an den Rätselorten nicht nur mit einer zu lösenden Aufgabe konfrontiert, sondern selbstverständlich auch das „Innenleben“ des jeweiligen Ortes kennen lernen.

Deshalb wird man natürlich in den Ateliers viel an aktuellen Kunstwerken sehen, durch das jüdisches Theater geführt werden oder im „Haus der Deutsch-Arabischen Jugend e.V.“ an fremdländischen Gaumenköstlichkeiten sich erfreuen können. Aber auch in der Frisierstube kann man sich gleich für die nächsten Tage seine Frisur verschönern lassen – indem man sein Toupet fachmännisch zurechtrücken lässt. :-)

Wer nun bis 23 Uhr denkbar viele Schnitzeljagdrätsel an den 24 zur Auswahl stehenden Orten gelöst hat, der sollte sich schnellstmöglich zum “Boom” in der Jonasstraße begeben. Denn dort landet der Lösungszettel schließlich in einer Lostrommel. Und wenn man ein wenig Glück hat und als Gewinner gezogen wird, winken einem etwa ein kulinarisches oder künstlerisches Geschenk – aus dem Körnerkiez.

Die Teilnahme an der Körnerkiez-Schnitzeljagd ist natürlich kostenlos!

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Sep 14

Für gute, billige Mietwohnungen in Berlin gilt: Zeit ist trumpf

Da ich noch nicht lange in meinem neuen Reich wohne, weiß ich gerade selbst sehr gut aus eigener Erfahrung, wie schwer sich die Suche nach einer guten und vor allem bezahlbaren Berliner Mietwohnung gestaltet. (Das soll ja vor ein paar Jahren noch einfacher gewesen sein… Nun ja: Berlin ist nun mal die Hauptstadt und man bezahlt nun auch vermehrt dafür den Mietpreis!)

gutes-foto©flickr / Mietswohnungen in Berlin / Bild von seier+seier

gutes-foto©flickr / Mietswohnungen in Berlin / Bild von seier+seier

Jedoch habe ich auch nach einer etwas länger dauernden Suche meine WG-Zeit beenden können und eine preiswerte eigene Wohnung an Land ziehen können! Denn es gibt sie tatsächlich noch – Mietwohnungen in Berlin, die ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis haben. Und die, obwohl ich ein Mann bin, Frauen genauso gut gefallen wie mir!

Natürlich ist es immer am besten, wenn man eine Mietwohnung gewissermaßen unter der Hand über einen Freund oder einen Bekannten angeboten bekommt. Da solches Vitamin B jedoch nicht so häufig für eine Mietwohnung in Berlin erhältlich ist (und ich auch nicht so einen großen Erfolg an den Angeboten bei den Pinwänden an der FU oder HU hatte), konzentrierte ich mich bei meiner Suche hauptsächlich auf die gängigen Berliner Internet-Immobilienseiten  – wobei die mit den besten und meisten Angeboten klar die von wg-gesucht.de  ist. Und der Kleinanzeigenmarkt von ebay (“Wohnung und mieten”) sind hierbei aber auch echt super!

Wenn man dann wie ich einen großen Langmut aufbringt, das heißt, dass man viel Zeit in die Berliner Mitwohnungssuche investiert, dann wird man auch schnell feststellen: Der Berliner Ossteil ist vorwiegend von den Mietpreisen her gegenüber Studis feindlich. Nur im fernen Pankow, Weißensee und noch weiter draußen rockt noch der Mietpreis. Und an superfetten und demzufolge superlauten Straßen im Prenzlberg oder Friedelhain…

Wer aber trotzdem – verständlicherweise – zentrumsnah in Berlin wohnen möchte, dem sei ans Herz gelegt, gleich bei der Suche nach Mietwohnungen in Berlin sofort sich ausschließlich auf die Bezirke Neukölln oder den Wedding zu beschränken (Kreuzberg und Schöneberg sind auch zu teuer). Hier findet man wirklich noch schöne und vor allem billige Wohnungen.

Da ich aber eher ein etwas hartnäckiger Charakter bin (im positiven Sinne), hatte ich auch sogar nach längerer Suche bei einem Objekt, bei dem mich der Standort wirklich überraschte, über immonet wirklich Erfolg! Die Suche war zwar kein Zuckerschlecken, dafür hat sie sich aber auf jeden Fall gelohnt – hierfür brauch ich nur die Wohnungstür aufzuschließen, um es zu sehen!

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Sep 14

Ein alternatives Kneipen-Kleinod mit angeschlossener Partylocation

Bekanntlich sind ja oftmals gerade die Kneipen die besten, die etwas abseits gelegen sind – was ganz besonders auch auf die „Kohlenquelle“ im Prenzlauer Berg zutrifft. Denn diese Kneipe liegt etwas versteckt in einem Wohnkiez, in den es eigentlich einen, wenn man dort nicht wohnt, nicht oft verschlägt.

Denn sie liegt im sogenannten Skandinavischen Viertel des Prenzlauer Berges, das ungefähr hinter dem Mauer Park und somit hinter der Max-Schmeling-Halle beginnt – genauer gesagt in der Kopenhagener Straße fast Ecke Sonnenburger Straße.

©flickr / Kopenhagener Straße in Berlin / Bild von lilli2de

©flickr / Kopenhagener Straße in Berlin / Bild von lilli2de

Die „Kohlenquelle“ selbst besteht aus zwei Räumen, die jeweils sehr gemütlich eingerichtet sind und noch ein Gefühl vermitteln – dass bis hierhin der Kommerz im Prenzlauer Berg noch nicht vorangeschritten ist. Daher tummeln sich hier auch sehr viele Studenten und andere wenig auf ihr Äußeres so wertlegende Leutchen.

Neben der wirklich geilen kommerzfreien Atmosphäre ist die „Kohlenquelle“ aber auch ein Geheimtipp für Party-Nachschwärmer, da die Kneipe nahezu jeden Mittwoch noch ihre Kronjuwelen-Räumlichkeiten offenbart. Mittwochs kann man nämlich entweder über die Kneipe oder über einen abgefahrenen Nebeneingang von der Sonnenburger Straße aus zusätzlich dort einen Katakomben-Keller bzw. eine wahnsinnig unterirdische Kathedrale betreten, in der immer mächtig bis in die Puppen der Punk abgeht. Neben dem musikalischen Abhotten kann man dort auch Tischfußball spielen als auch manchmal Tischtennis! Früher wurden dort übrigens Kohlen, Kohlen und nochmals Kohlen gelagert – daher der Name der Kneipe!

Wenn man sich bei Tage genau das Haus anguckt, in dem die „Kohlenquelle“ ihre Heimstatt hat, dann wird man erst wirklich wissen, was der eigentliche verborgene Schatz ist!

Denn das Haus, von der Schönfließer-Fußgängerbrücke aus gesehen, ist so was von hammerschön – auf eine gewisse schönmorbide Art, dass man bei dessen Anblick selbst unsicher ist – ob man sich noch im Prenzlauer Berg befindet. (Auch ist das ganze direkt Sichtumfeld von der Fußgängerbrücke aus wirklich abgefahren schön!)

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Sep 10

So groß wie ein Schuhkarton: das „Lichtblick“-Kino

Auch wenn man schon x-mal die Kastanienallee hoch- und heruntergelaufen ist, kann einem folgende Normalität passieren: Ein Passant fragt einem nämlich plötzlich, wo das „Lichtblick“-Kino in der Kastanienallee ist. Da man selbst erst einmal überrascht ist, dass es dort ein KINO geben soll, sagt man im Normalfall: „Weiß ich leider nicht!“

©flickr / unscheinbares Kino in Berlin / Bild von southgeist

©flickr / unscheinbares Kino in Berlin / Bild von southgeist

Jetzt müsste einem der Ich-müsste-das-eigenlich-wissen-Ehrgeiz packen. Schließlich läuft man ja nicht die ganze Zeit über blind durch den Prenzlauer Berg herum – oder durch die ganze Stadt. Deshalb sollte man einfach einmal die Kastanienallee von einem Ende zum anderen (entweder von der Schönhause Alle ab oder vom Weinbergsweg an beginnend) gehen – mit offenen Augen. Und dann wird man in dem Abschnitt zwischen der Oderberger Straße und der Schwedter Straße ungläubig gucken: Denn dort befindet sich das „Lichtblick“-Kino.

Ich habe selbst ein lange Zeit gebraucht, bis mir das sehr kleine „Lichtblick”-Kino aufgefallen ist – schließlich ist der Namensschriftzug sehr unscheinbar, auch sieht das Kino von der Vorderseite fast wie ein normaler Laden aus – jedoch versehen mit Filmplakaten. Aber trotzdem wirkt es sehr unscheinbar, tags wie auch nachts.

Innen ist es zwar ähnlich unscheinbar, da sehr, sehr klein – sowohl der Kinokartenverkaufspreis als auch der – einzige – Kinosaal mit gerade mal etwa 30 Sitzplätzen. Dafür ist es sehr kuschelig eingerichtet und versprüht eine sehr angenehme Heim-Kinoatmosphäre.

Die Filme, die dort laufen, sind auch, wie das “Lichtblick”-Kino, sehr außergewöhnlich. Denn zum einen werden dort immer verschiedene Filmreihen in der OmU-Version (Original mit Untertitel) gezeigt (wie gerade etwa von Jim Jarmusch oder Jean-Luc Goddard) oder abgefahrene Dokus (wie etwa „Herbstgold“ und „David wants to fly“) – aber auch neue Kinohighlights (wie etwa gerade  „Soul Kitchen”).

Wenn man jedenfalls nicht nur das „Lichtblick“-Kino wahrgenommen hat, sondern auch in ihm einmal einen Film gesehen hat, wird man von seiner kleinen, aber sehr feinen Nostalgie-Atmo sehr angetan sein.

Übrigens: Die Betreiber des „Lichtblick“-Kinos haben noch ein weiteres, ebenfalls sehr kleines, aber sehr feines Kino in Berlin am Laufen – nämlich das „Nickelodeon-Kino / Wickeltaschenkino“ in der Torstraße in Mitte. Viel Spaß beim Suchen…

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Sep 07

Ein Prosit auf das Berliner Ausgeh-O

Wenn man in Berlin eine unbeschwerte Kneipentour machen möchte, das heißt, aufgrund der fetten Größe der Stadt sich nicht stundenweise von A nach B nach C nach D (und vielleicht wieder nach B zurück) und so weiter quälen möchte, dann empfehle ich jedem das Ausgeh-O.

Was verbirgt sich aber nun hinter diesem ominösen Wort „Ausgeh-O“? — Nichts weiter als drei Berliner Straßennamen!

©flickr / Oranienstraße in Berlin/Kreuzberg / Bild von mK B.

©flickr / Oranienstraße in Berlin/Kreuzberg / Bild von mK B.

Das erste O (von Süd nach Nord gesehen) gehört hierbei der Oranienstraße an, der Kultausgehstraße in Kreuzberg. Coole Kneipen tummeln sich hier an coole Kneipen, so weit die Straße reicht. Daher hat man in der Oranienstraße wirklich absolut die Qual der Wahl. Am angesagtesten ist aber hier mit Abstand gerade das „Luzia“, das sich nicht weit entfernt Ecke Adelbertstraße befindet – übrigens auch mein derzeitiger Favorit aufgrund der geilen Atmo und dem klassen Elektro. Gut finde ich aber auch den unkonventionellen „Bierhimmel“.

Das zweite Ausgeh-O befindet sich im Stadtteil Mitte und ist ein Namenspendant zur Oranienstraße – die Oranienburger Straße. Natürlich ist die ganze Straße krass Touri-verseucht. Aber es kann auch echt mal viel Spaß machen, in einer Straße auszugehen, die krassen Großstadt-Mainstream anbietet. Außerdem gibt es dort immer noch eine Kneipe, die echt richtig rockt. Damit meine ich selbstverständlich das “Café Zapata“, das sich im Tacheles befindet.

Das letzte Ausgeh-O liegt im Stadtteil Prenzlauer Berg, genauer gesagt in der Oderberger Straße. Das ist zwar die mit Abstand kleinste Straße von den drei Berliner Ausgeh-Os, aber deshalb nicht minder attraktiv. Mein Favorit ist hier ganz klar das „Nemo“, da schön ostig und sehr gemütlich, weil alles andere als stylish.

Gerade wenn man nicht beim abendlichen Weggehen in Berlin viele Meilen zusammenstampfen möchte und zudem aber auch einen sehr angenehmen Kneipenabend verbringen möchte, dann gilt: ein Prosit auf das Berliner Ausgeh-O!

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