Die Drachenläuferin
Have you not looked down… at a city and seen how much it resembles an ant heap, full of blind creatures who think their mundane little world is real? You see the lighted windows and what you want to think is that there must be many interesting stories behind them. But what you know is that really there are just dull, dull souls, mere consumers of food, who think their instincts are emotions and their tiny lives are more account than a whisper of wind. (“Soul Music”, Terry Pratchett)
Zornitsa Todorova lebt in genau so einer Stadt. Die Autos eilen aneinander vorbei, die Leute in der U- Bahn wechseln nicht einmal einen Blick. Doch Zornitsa liebt es, fremde Leute anzulächeln und mit unbekannten Kindern die Sterne zu zählen. Nachdem sie von ihrem Schatten nicht fliehen konnte und ihre Nase nie mit der Zungenspitze erreichte, beschloss sie, schneller als der Wind zu laufen und die bunten, vom Herbst getriebenen Blätter zu fangen. Manchmal geht sie mit ihrem Mann einkaufen und die Tante an der Kasse (, die eigentlich ein Onkel ist) schaut gerührt zu, wie die blonde Europäerin dem schwarzen Afrikaner Brötchen kauft.
Zornitsa leidet an einer besonderen Krankheit, bei der man schneller das Geschriebene löscht als man etwas Neues ausdenkt, aber auch schneller schreibt, als man löscht. Als Nebeneffekt bleiben bestimmte Texte übrig, die auf diesem Blog zu finden sind.