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Kleine Nachlese zur Konferenz

Wie wir an den zahlreichen Beiträgen in verschiedenen Blogs sehen konnten, wurden über die Konferenz viele Diskussionen angeregt, worüber wir uns als Konferenzteam sehr freuen.

Knapp drei Wochen nach der Konferenz bietet es sich an, ein kleines vorläufiges Résumé zu ziehen, welche Themen in den Blogs weiter diskutiert wurden und werden. Zum einen entwickelte sich eine intensive Diskussion um den E-Learning Begriff, zum anderen wurde über den Einsatz von Twitter auf der Konferenz sowie über die Gestaltung geeigneter Konferenzformate debattiert.

Die Diskussion um den E-Learning Begriff wurde im Nachgang zu dem Vortrag von Gudrun Bachmann, Antonia Bertschinger und Jan Miluška „E-Learning ade – tut Scheiden weh?“ weitergeführt. Ausgelöst durch den Beitrag „E-Learning am Scheideweg“ von Gabi Reinmann in ihrem Blog und in der Folge durch den Beitrag „Eine Renaissance der Hochschuldidaktik? GMW 2009“ von Wolfgang Neuhaus in seinem Blog entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in der es u.a. um eine kritische Betrachtung der Begriffe „E-Learning“ und „Lernen“ geht sowie um die Verortung einer Neuen Mediendidaktik, laut Neuhaus weg von einem sehr technologisch interpretierten Lernen (E-Learning) hin zu einer professionellen pädagogischen Einbettung mediengestützten Lernens, „die sicherstellt, dass die Perspektive der Lernenden im Zentrum aller planerischen Aktivitäten im Bildungskontext stehen.“

Weiteres dazu unter Blog Reinman:
E-Learning am Scheidepunkt?
Wo sind die Alternativen?
Blog Neuhaus:
Eine Renaissance der Hochschuldidaktik? GMW 2009

Ausgelöst durch die Debatte um den Einsatz von Twitter im Kontext einer wissenschaftlichen Konferenz gibt es außerdem eine Reihe von Diskussionen zu Sinn und Zweck von Twitter und zu dem Thema Konferenzformate, s.  z.B.:

Blog studiumdigitale ( Bremer)Tagung 2.0: Neue Tagungskultur?
Blog Spannagel: Gemeinsamer Gedankenaustausch – E-Learning 2009 Nachlese
Blog Reinmann: GMW 2009 – altmodischer Rückblick

Aus den vielen Beiträgen seien hier einige Punkte und Fragestellungen aufgeführt:

  • Ist Twitter ein geeignetes Mittel zur Diskussion während eines Vortrags? Oder lenkt es eher von dem Vortrag ab und stört den Prozess des Zuhörens? Wie kann Twitter in die Diskussion miteinbezogen werden?
  • Wie kann eine sinnvolle Partizipation des Plenums an Podiumsdiskussionen gestaltet werden?
  • Welchen Stellenwert sollten generell Vorträge auf einer Konferenz haben? Sind sie heute noch ein adäquates Konferenzformat? Oder sollten stattdessen die Diskussion und der Austausch der Konferenzteilnehmer/innen in den Fokus von Konferenzen gestellt und Vorträge z.B. als digitale Konserven im Vorfeld einer Konferenz als Diskussionsinput zur Verfügung gestellt werden?
  • Als wichtiger Punkt bei der Frage um Sinn und Zweck von Vorträgen auf Konferenzen wird in einer Reihe von Beiträgen auch die Qualität des Vortrags benannt (s. Blog studiumdigitale)

Dazu ein paar Anmerkungen:
Zum Thema „Twitter“:
Es hat sich aus unserer Sicht gezeigt, dass der Einsatz von Twitter im Rahmen von Vorträgen nur dann sinnvoll ist, wenn in dem Veranstaltungsformat „Vortrag“ die Einbeziehung von Twitterbeiträgen in die Diskussion auch vorgesehen ist. Ein Nebeneinander von Vortrag und Twittern ohne Bezugnahme führt eher zu Irritationen.

Zum Thema „Vortrag versus Diskussion“:
Die Frage, welcher Vortrag die Ansprüche der Zuhörer/innen bezüglich Inhalt und Vortragsweise erfüllt, ist nur individuell zu beantworten. Für die einen ist die Thematik nichts neues, für andere werden neue Aspekte oder Sichtweisen vermittelt. Die einen mögen den Vortragsstil aus den Gründen, aus denen andere ihn nicht mögen.

Der Anspruch, dass Vorträge nur dann hörenswert sind, wenn der/die Vortragende ein/e begnadete/r Redner/in ist, ist ein schöne Forderung, die aber nur ein kleiner Prozentsatz der Vortragenden erfüllen kann. Nur wenige Menschen sind so charismatisch, dass sie die Zuhörenden wirklich in ihren Bann ziehen. Dennoch wäre es sehr erfreulich, wenn der ‚Kunst’ des Vortrags wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde (s. G. Reinmanns Vortrag auf der GMW09). Ein Baustein zur Unterstützung dieses Ziels wäre sicherlich auch die Vermittlung der dazu notwendigen Fertigkeiten im Studium.

In der Forderung nach Diskussion statt Vortrag schwingt implizit die Annahme mit, dass eine Diskussion per se mehr Qualität bedeutet als ein (nicht guter) Vortrag. Auch die damit implizit verbundene Annahme, dass eine Diskussion wegen potenzieller Teilhabe per se weniger Hierarchie und mehr Demokratie verspricht, ist kritisch zu hinterfragen. In Diskussionen, ob nun in wissenschaftlichen oder nicht-wissenschaftlichen Zusammenhängen spielt die Hierarchie in der Regel eine große Rolle. Es reden häufig immer dieselben und das oft sehr lang und nicht unbedingt mit qualitativ wertvollen Beiträgen. Ob dies sich allein durch den Einsatz von Tools wie Twitter ‚korrigiert’, ist mit einem Fragezeichen zu versehen.
Daher sollte bei dem Nachdenken über Konferenz-/ Tagungsformate nicht nur eine Verbesserung der Vortragskultur, sondern auch die Diskussionskultur im Fokus stehen, im Sinne einer tatsächlichen Partizipation vieler Teilnehmer/innen und nicht nur einiger weniger.

Für die Organisation der GMW Tagung könnten u.a. folgende Punkte in die Diskussion um die Gestaltung zukünftiger Tagungen aufgenommen werden:

  • die Weiterentwicklung und –erprobung einer kreative Einbindung (neuer) digitaler Werkzeuge zur Partizipation auf zukünftigen Tagungen
  • eine noch stärkere Einbindung anderer Tagungsformate neben dem klassischen Vortrag
  • die Frage nach dem Umfang des Vortragsprogramm: Sollte das Vortragsprogramm zugunsten von stärker interaktiven diskussionsbetonten Formaten reduziert werden? In welcher thematischen Breite soll das Vortragsprogramm die aktuellen Themen und Diskussionen abbilden?

Dabei sollte bedacht werden, dass auch bei Änderungen der Tagungskonzeption nicht nur neue Zielgruppen angesprochen, sondern auch die traditionellen Zielgruppen mitgenommen werden. Hier liegt die Herausforderung für künftige Tagungen.

Harriet Hoffmann
Franziska Wulschke

Eine kleine Linkauswahl mit weiteren Blogbeiträge zur Konferenz E-Learning 2009:
Carola Brunnbauer, Ilona Buchem, Nadine Kämper, Michael Kerres, Marcel Kirchner, Kerstin Mayrberger, Mandy Schiefner/Matthias Rohs, Joachim Wedekind

54 Reaktionen zu “Kleine Nachlese zur Konferenz”

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    é isso e mais nada! Sei de anos em que nem um veio, enquanto nós fomos lá. Houve um ano em que o numero de MN em guimaraes era sensilvemente o mesmo que IG + WA presentes no estadio afonso henriques- e já foi neste milenio. LOL. Estes agora vêm misturados com mto povo e pensam que sao os maiores.

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