{"id":115,"date":"2022-06-17T08:19:44","date_gmt":"2022-06-17T06:19:44","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/firstgenphilosophers\/?p=115"},"modified":"2022-06-17T08:19:44","modified_gmt":"2022-06-17T06:19:44","slug":"corina-stroessner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/firstgenphilosophers\/2022\/06\/17\/corina-stroessner\/","title":{"rendered":"Corina Str\u00f6\u00dfner"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich bin in einer ostdeutschen Kleinstadt aufgewachsen. Meine Mutter war 16 Jahre alt als ich geboren wurde. Die ersten Jahre lebte ich zusammen mit ihr bei meiner Oma. Meine Kindheit war noch stark von der DDR und ihren Institutionen (Wochenkrippe, Kindergarten und ein paar Jahre Polytechnische Oberschule) gepr\u00e4gt. Nach der Wende hat meine Mutter an einer Abendschule das Abitur nachgeholt. Sie hat aber nie eine Uni besucht. Wir wohnten erst in einem Altbau und sp\u00e4ter in einer Plattenbausiedlung, ein Wohnumfeld, das in den 90ern von Armut und leider auch Neonazis gepr\u00e4gt war. Es gab seitens meiner Mutter allerdings immer ein Bed\u00fcrfnis nach Bildung. Wir waren in Bibliotheken, manchmal im Theater, in Museen. W\u00e4hrend wir zwar von Sozialhilfe lebten, war ich in dieser Hinsicht durchaus privilegiert. Um einem gewaltvollen sozialen Umfeld in der Mittelschule (s\u00e4chsisches Pendant zur Haupt- &amp; Realschule) zu entgehen, wechselte ich ab der siebten Klasse auf das Gymnasium. Am Anfang hatte ich mir das eigentlich nicht zugetraut und f\u00fcr unpassend empfunden. Mit der Zeit fand ich aber im Unterricht meine Nischen. Irgendwann war dann klar, dass ich mich eher im kognitiven als im praktischen Bereich entfalten kann und an die Uni gehe. Heute erscheinen mir die sozialen Gepflogenheiten des akademischen Lebens oft noch befremdlich. Ich bin nicht wie ein Fisch in seinem Teich, sondern in ganz fremden Gefilden. Zumindest in meinem Arbeitsreich ist der soziale Rahmen sehr weit und es herrscht eine gro\u00dfe Toleranz, so dass man sich nicht allzu sehr verstellen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube nicht, dass meine Herkunft mir besondere Einblicke er\u00f6ffnet. Philosophie erscheint mir egalit\u00e4r und universell oder zumindest ist das ein Anspruch, den ich mit ihr verbinde. Ich glaube aber, dass kognitive Diversit\u00e4t diesem Zweck dienlich ist. Insofern ich von anderen politischen und soziale Systemen gepr\u00e4gt wurde als viele andere Personen in der Philosophie, kann ich dazu vielleicht ein St\u00fcck weit beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/corinastroessner.com\" target=\"_blank\">Corina Str\u00f6\u00dfner<\/a> arbeitet derzeit bei Birkbeck, University of London. Zuvor war sie an der Ruhr Universit\u00e4t Bochum und der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin in einer ostdeutschen Kleinstadt aufgewachsen. Meine Mutter war 16 Jahre alt als ich geboren wurde. Die ersten Jahre lebte ich zusammen mit ihr bei meiner Oma. Meine Kindheit war noch stark von der DDR und ihren Institutionen (Wochenkrippe, Kindergarten und ein paar Jahre Polytechnische Oberschule) gepr\u00e4gt. 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