{"id":757,"date":"2020-06-08T11:59:40","date_gmt":"2020-06-08T09:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/forschungswerkstatt-japan\/?p=757"},"modified":"2020-06-08T11:59:55","modified_gmt":"2020-06-08T09:59:55","slug":"premiere-interviewpraxis-via-videokonferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/forschungswerkstatt-japan\/2020\/06\/08\/premiere-interviewpraxis-via-videokonferenz\/","title":{"rendered":"Premiere: Interviewpraxis via Videokonferenz"},"content":{"rendered":"<p>Auch in diesem Semester erhielten die Teilnehmer*innen der Forschungswerkstatt die Gelegenheit, erste Erfahrungen mit Interviews in deutscher und japanischer Sprache zu sammeln. W\u00e4hrend die Interviewpartner*innen bisher in die FU kamen oder wir sie in ihren Restaurants besuchten, haben wir im coronabedingten Onlinesemester die Interviews via Videokonferenz gef\u00fchrt. Das war f\u00fcr alle eine Premiere und wir waren entsprechend aufgeregt. Wir hatten das gro\u00dfe Gl\u00fcck, gleich drei sehr unterschiedliche Interviews mit Akteur*innen der japanischen Gastronomie in Berlin f\u00fchren und sie \u00fcber ihre Arbeit, Unternehmen und die Auswirkungen der Corona-Krise befragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-754 aligncenter\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/forschungswerkstatt-japan\/files\/2020\/06\/Bild-1-300x180.jpg\" alt=\"\" width=\"314\" height=\"193\" \/><\/p>\n<p>Den ersten Termin hatten wir mit Masataka Namba vereinbart, der im Prenzlauer Berg <em>kakig\u014dri<\/em> (geschabtes Eis, das mit Sirup \u00fcbergossen wird) und andere japanische S\u00fc\u00dfigkeiten, aber auch einige herzhafte Speisen anbietet. Er kam 2017 mit seiner Familie nach Berlin und gr\u00fcndete Tenzan Lab (<a href=\"http:\/\/www.instagram.com\/tenzanlab\/\">www.instagram.com\/tenzanlab\/<\/a> ), weil er den Berlinern <em>kakig\u014dri <\/em>als eine kulinarische und \u00e4sthetische Spezialit\u00e4t aus Japan vorstellen wollte, die hierzulande noch unbekannt ist. Gegen Portugal, wo er vorher lebte und f\u00fcr Berlin entschied er sich, weil er Berlin f\u00fcr die aufregendste Stadt Europas h\u00e4lt. W\u00e4hrend der Corona-Krise musste Tenzan Lab starke Einbu\u00dfen hinnehmen, obwohl das Caf\u00e9 f\u00fcr Take-away ge\u00f6ffnet blieb. Statt <em>kakig\u014dri<\/em> wurden nun japanische Lunchboxen (<em>bent<\/em><em>\u014d<\/em>) angeboten. Auch nachdem die Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Gastronomie weitestgehend aufgehoben wurden, bleibt Tenzan Lab nur f\u00fcr Take-away ge\u00f6ffnet, um die Gesundheit von Mitarbeiter*innen und G\u00e4sten zu sch\u00fctzen. Herr Namba wollte auch einen Lieferservice anbieten, aber w\u00e4hrend der Corona-Krise waren die Lieferdienste so stark nachgefragt, dass es Wartelisten f\u00fcr Unternehmen gibt. Tenzan Lab kann man auch \u00fcber den Kauf von Gutscheinen bei Helfen.Berlin unterst\u00fctzen: <a href=\"https:\/\/helfen-shop.berlin\/dein-unternehmen\/tenzan-lab\/\">https:\/\/helfen-shop.berlin\/dein-unternehmen\/tenzan-lab\/<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-755 aligncenter\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/forschungswerkstatt-japan\/files\/2020\/06\/Bild-2-300x167.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"186\" \/><\/p>\n<p>Unser n\u00e4chster Gast war Thomas Donda von Nigi Berlin, einem Unternehmen, das <em>onigiri<\/em> &#8211; in Algen verpackte Reisdreiecke mit verschiedenen F\u00fcllungen \u2013 herstellt und vertreibt. Thomas Donda war schon \u00f6fter in der Forschungswerkstatt zu Gast und brachte bei seinen Besuchen immer auch <em>onigiri <\/em>mit. Darauf mussten wir dieses Mal leider verzichten. Nigi Berlin beliefert einige L\u00e4den in Berlin sowie Veranstaltungen von Unternehmen und ist auf allen Japanveranstaltungen in der Stadt mit einem Stand pr\u00e4sent. Daher ist das Unternehmen besonders hart davon betroffen, dass diese Veranstaltungen in diesem Jahr ausgefallen sind. Thomas Donda lobt jedoch die staatliche Unterst\u00fctzung \u00fcber Soforthilfen und ist dankbar daf\u00fcr, dass er finanzielle Hilfe erhalten hat. Besonders gefreut hat er sich w\u00e4hrend der Zeit der Schlie\u00dfung auch dar\u00fcber, dass er von seinen Kunden viele aufmunternde Nachrichten erhalten hat. Die Produktion bei Nigi Berlin ist mittlerweile wieder angelaufen und <em>onigiri <\/em>werden innerhalb Berlins ausgeliefert. Bestellungen sind \u00fcber die Internetseite von Nigi Berlin m\u00f6glich: <a href=\"https:\/\/nigi-berlin.de\/\">https:\/\/nigi-berlin.de\/<\/a>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-756 aligncenter\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/forschungswerkstatt-japan\/files\/2020\/06\/Bild-3-300x184.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"200\" \/><\/p>\n<p>Nach unserem Interview mit Thomas Donda, das auf Deutsch stattfand, f\u00fchrten wir das letzte Interview mit Akiko Watanabe wieder in japanischer Sprache. Frau Watanabe lebt seit neun Jahren in Berlin und betreibt einen Catering-Service. Sie bietet nicht nur japanische Gerichte an, aber beschreibt ihr Angebot als \u201emit in Europa erh\u00e4ltlichen Zutaten zubereitetes Essen, dass meiner japanischen Erfahrungswelt entspringt\u201c. Vor der Corona-Krise belieferte sie vor allem Start-ups aus der IT-, Mode- und Designbranche Berlins f\u00fcr gemeinsame Mittagessen oder Veranstaltungen. Im Winter betrieb sie in einer Eisdiele ein Pop-Up Restaurant f\u00fcr japanische Nudelsuppen. Durch die Corona-Krise wurden alle Bestellungen und Auftr\u00e4ge storniert und auch jetzt, nach Ende der meisten Beschr\u00e4nkungen im Gastronomiebereich hat sie bisher keine neuen Auftr\u00e4ge bekommen. Daher war sie froh \u00fcber die Soforthilfe von 5000 Euro, die sie erhalten hat. Nur so, berichtet sie, konnte sie in den letzten drei Monaten \u00fcberleben. Frau Watanabe betreibt eine Internetseite, auf der sie \u00fcber sich und ihre Catering-Angebote informiert und \u00fcber die sie auch Auftr\u00e4ge und Bestellungen entgegennimmt: <a href=\"https:\/\/roku-berlin.com\/\">https:\/\/roku-berlin.com\/<\/a><\/p>\n<p>Die Interviews waren nicht nur aus methodischer Sicht eine wertvolle Erfahrung f\u00fcr die Studierenden. Sie machten uns auch eindrucksvoll deutlich, wie sehr die Corona-Krise das Leben von Gastronomen und Akteuren der Lebensmittelbranche in Berlin ver\u00e4ndert hat, und sie trotz der als positiv wahrgenommenen finanziellen Unterst\u00fctzung durch das Land Berlin und den Bund in existentielle Bedr\u00e4ngnis bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch in diesem Semester erhielten die Teilnehmer*innen der Forschungswerkstatt die Gelegenheit, erste Erfahrungen mit Interviews in deutscher und japanischer Sprache zu sammeln. 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