Neue Woche, neuer IR – Bericht vom 26.1.

In ungewohnt großer Häufigkeit tritt derzeit der Institutsrat (IR) des OSI zusammen. Statt, wie sonst, zweimal im Monat zu tagen, fand am gestrigen Mittwoch bereits die dritte Sitzung in drei Wochen statt. Wie immer zu unstudentisch früher Uhrzeit: der Beginn war auf 8:00 Uhr terminiert. Annähernd pünktlich ging es dann auch los, in eine weitgehend unspektakuläre Sitzung.

Das OSI unter neuer, kommissarischer Leitung

Dagmar Vinz, seit Beginn des Sommersemesters 2009 geschäftsführende Direktorin am OSI, ist ja bekanntermaßen auf Grund einer Erkrankung nicht mehr in der Lage, ihr Amt auszuüben. Mittlerweile hat sie auch offiziell beim Präsidium darum gebeten, von ihren Aufgaben entbunden zu werden. Das OSI braucht derzeit also dringend eine_n geschäftsführende_n Direktor_in, schließlich müssen unter anderem die Zielvereinbarungen zwischen Fachbereich und Institut ausgehandelt und unterzeichnet werden. Bis der/die vom neu konstituierten IR gewählte geschäftsführende Direktor_in aber offiziell im Amt ist, dauert es noch eine Weile – „Dienstbeginn“ ist immer der 1.4. So begann die gestrige Sitzung mit der (geheimen) Wahl eines neuen Direktorats. Gewählt wurden, jeweils als einzige Kandidatinnen, Fr. Susanne Lütz als geschäftsführende Direktorin und Fr. Tanja Börzel als ihre Stellvertreterin. Damit bleibt das OSI in der Übergangsfrist der nächsten Wochen handlungsfähig. Wir drängen trotzdem auf eine möglichst baldige Neukonstituierung der akademischen Gremien am Fachbereich, um mit einem neu besetzten – und dann hoffentlich wieder handlungsfähigeren – IR die Probleme der nächsten Zeit angehen zu können.

MA Umweltmanagement – Ergänzung für das OSI-Lehrangebot?

Wie bereits berichtet, soll der Masterstudiengang „technisches und betriebliches Umweltmanagement“ umstrukturiert werden – weg von einem inter- und transdisziplinären, anwendungsorientierten Master, hin zu einem stärker politikwissenschaftlich und forschungsorientierten Programm. In der Ausbildungskommission (ABK) wurden die beim letzten Mal strittig gebliebenen Punkte diskutiert und weitgehend aus dem Weg geräumt: so wird die Zulassungszahl (20-30 Studierende) im Master keine Verschlechterung für die Zulassungszahlen am OSI insgesamt bedeuten, da auch die Kapazitäten des derzeitigen Masters komplett auf die OSI-Kapazität angerechnet werden. Auch die vorhandenen Professor_innen, die im Master lehren sollen, können dies mit ihrem verpflichtenden Lehrdeputat so bewältigen, dass für das allgemeine Angebot des OSI noch „freie“ Semesterwochenstunden zur Verfügung stehen. Teilnahmebeschränkungen für Studierende aus anderen Studiengängen, etwa dem MA Politikwissenschaft oder Internationale Beziehungen, wird es nur in einer einzigen Ausnahme geben: die Seminare, in denen das Forschungsdesign für die Abschlussarbeit entwickelt werden soll, bleiben auf 30 Teilnehmer_innen beschränkt.

Für Konflikte sorgten lediglich die Zugangsvoraussetzungen: geplant war, 30 LP aus politikwissenschaftlichen Modulen vorzuschreiben, solange der BA-Abschluss der Bewerber_innen in einem „affinen Studienfach“ erfolgt ist. Als „affin“ hätten Studiengänge wie Sozialwissenschaft, Soziologie, Europastudien oder Umwelt-, Klima- und Ressourcenwissenschaften gegolten, aber auch thematisch etwas weiter „entfernte“ Abschlüsse etwa in Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften. Hier sahen Tanja Börzel und Peter Massing das Problem, dass lediglich 30 LP keine ausreichende Einführung in politikwissenschaftliches Arbeiten darstellten. Da die Studierenden des neuen Umwelt-Masters sich auch im übrigen Lehrangebot des OSI „bedienen“ können – ebenso wie umgekehrt – bestand wohl die Sorge, dass ganze Horden von politikwissenschaftlich völlig unbedarften VWLern das exzellente Niveau der übrigen MA-Veranstaltungen am OSI in den Keller ziehen könnten. Der Institutsrat einigte sich schließlich darauf, den neuen Studiengang zu akzeptieren, wenn die Zugangsvoraussetzungen nochmals modifiziert werden: 30 LP Politikwissenschaft müssen nun tatsächlich aus „genuin politikwissenschaftlichen“ Bereichen kommen, weitere 30 (oder 40) LP müssen die Bewerber_innen aus „affinen“ Modulen bzw. Studiengängen nachweisen.

Model United Nations werden vom OSI unterstützt

Der nächste Antrag behandelte eine Bitte um Unterstützung von Prof. Philip Kunig vom Fachbereich Rechtswissenschaften, der alljährlich mit ca. 30 Studierenden nach New York zum „Model United Nations“-Planspiel fliegt. Da traditionell ein recht großer Anteil der Teilnehmer_innen vom OSI stammt, gibt es auch jedes Jahr wieder den Antrag, dass sich das OSI an der Finanzierung der Exkursion beteiligt. In diesem Jahr war die beantragte Summe jedoch sehr viel höher als sonst: hatte das OSI früher immer 1000 € zugeschossen, aufgestockt durch weitere 1000 € vom Fachbereich, hatte Hr. Kunig dieses Jahr ganze 4000 € allein vom OSI beantragt. Einig war sich der IR darin, dass das zu viel sei, schließlich ist die Haushaltslage des OSI prekär. Wie prekär genau, wusste leider niemand – oder niemand wollte es verraten. Wie schon häufiger in der Vergangenheit sollte der IR also über die Verteilung von Mitteln beschließen, von denen nicht einmal sicher ist, dass sie überhaupt vorhanden sind. Catch 22 lässt grüßen.
Schließlich einigte mensch sich auf das gleiche Vorgehen wie in den letzten Jahren – Hr. Kunig bekommt 1000 € vom OSI, der Fachbereich wird außerdem vom Institut aufgefordert, sich mit weiteren 1000 € zu beteiligen.

Ein neues Kapitel in der Lehrevaluation?

Abschließend ging es um ein Thema, das uns als Studierende direkt betrifft: die Evaluation von Lehrveranstaltungen. Dazu hatte eine Arbeitsgruppe am Institut einen Leitfaden erarbeitet (gibt’s hier als PDF), der gestern im IR diskutiert wurde. Dabei sprach sich eine Mehrheit dafür aus, die Evaluation zur Semestermitte hin durchzuführen, um die Möglichkeit für Teilnehmer_innen und Dozent_innen zu geben, Korrekturen vorzunehmen. Auf Anregung der FSI*OSI werden auch die Fragebögen (den Entwurf als PDF) einer Überarbeitung unterzogen. So soll die Frage nach den „Rahmenbedingungen der Lehrveranstaltung“ ausdifferenziert werden, für die „offene Bewertung“ am Ende der Bögen werden größere Kästchen veranschlagt, damit die Teilnehmer_innen mehr Platz haben, sich zu äußern. Die übrigen Punkte des Konzeptpapiers waren weitgehend unstrittig, lediglich bei der Umsetzung könnten Probleme auf das OSI zukommen: es fehlt an Software, Arbeitsflächen und an Personal, sowie natürlich am Geld, um auch nur eines dieser drei Dinge bezahlen zu können. Da das ganze Unterfangen letztlich ein Produkt der Systemakkreditierung im letzten Jahr ist, und diese ein Wunschprojekt des Präsidiums darstellt(e), sehen wir hier die zentrale Universitätsleitung in der Pflicht, sich finanziell einzubringen.

Der Fachbereichsrat (FBR) tagte wieder einmal direkt im Anschluss an den IR. Wer sich bemüßigt fühlt, sich zum Verlauf der Sitzung äußern, kann dies ja gerne in der Kommentarspalte tun.

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