{"id":158,"date":"2011-07-06T19:16:24","date_gmt":"2011-07-06T18:16:24","guid":{"rendered":"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/?p=158"},"modified":"2011-07-06T19:16:24","modified_gmt":"2011-07-06T18:16:24","slug":"bericht-vom-institutsrat-am-06-07-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/2011\/07\/06\/bericht-vom-institutsrat-am-06-07-2011\/","title":{"rendered":"Bericht vom Institutsrat am 06.07.2011"},"content":{"rendered":"<p>Hauptthemen des heutigen Institutsrates waren der Umgang der Katastrophe in der Lehrplanung, die Verabschiedung der Zielvereinbarungen, die Ergebnisse der Studienreformkommission und die damit verbundenen Konflikte und die Erstitage. Gepr\u00e4gt war die Sitzung auch von der massiven Pr\u00e4senz der Studierenden, die uns einiges erleichtert hat. <\/p>\n<p><strong>Geld oder Leere<\/strong><\/p>\n<p>Das OSI mag innerlich zerstritten sein wie eh und je \u2013 wenn es darum geht, das Pr\u00e4sidium und den Berliner Senat wegen der katastrophalen Lage in der Lehrplanung unter Druck zu setzen, erwies es sich heute als \u00e4u\u00dferst konsensf\u00e4hig. Zur Lage des Lehrangebots im n\u00e4chsten Semester, zur nach dem neuen BerlHg obligatorischen Besoldung von Lehrauftr\u00e4gen und Tutorien und den desastr\u00f6sen Folgen f\u00fcr die Lehre berichteten wir <a href=\"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2011\/06\/24\/geld-oder-lehre\/\"><em>hier<\/em><\/a> und <a href=\"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2011\/03\/17\/prekarisierte-lehre-am-osi\/\"><em>hier<\/em><\/a>. Im Institutsrat wurde heute einstimmig beschlossen, das von der Ausbildungskommission vorgelegte notwendige Mindestlehrprogramm (\u00e4hnlich wie das der  letzten Semester) zu verabschieden. Dieses ist nicht finanziell abgedeckt. Parallel dazu werden alle der vom Institut zur\u00fcckbehaltenen  Leistungsmittel direkt an die Kostenstellen ausgesch\u00fcttet. Damit ist das OSI auf Konfrontationskurs, denn es wird gro\u00dfe rote Zahlen schreiben, f\u00fcr die entweder der Fachbereich, das Pr\u00e4sidium oder der Senat aufkommen muss. Wenn die anderen Institute des Fachbereichs, die ebenfalls unter der neuen Besoldungsregelung zu leiden haben, dieselbe Strategie fahren wie das OSI, wird der Fachbereich mit einem gro\u00dfen negativen Budget ein Druckmittel gegen das Pr\u00e4sidium in der Hand haben. Parallel dazu hat das Pr\u00e4sidium ein Interesse daran, vom OSI und vom Fachbereich w\u00e4hrend den Untersuchungen zur Exzellenzinitiative nicht in die Parade gefahren zu bekommen oder im Vorfeld schlechte Presse zu bekommen. Die Chancen das Pr\u00e4sidium ein wenig zu melken stehen also nicht schlecht. <\/p>\n<p>Riskant an dieser Strategie ist zweierlei. Sie kann einerseits schiefgehen und damit die Zusammenstreichung des Lehrangebots lediglich herausz\u00f6gern. Andererseits h\u00e4tte das OSI durch die sofortige Aussch\u00fcttung der Leistungsmittel zun\u00e4chst seine Handlungsf\u00e4higkeit verspielt. Sie stellt aber, so die \u00dcberzeugung aller pr\u00e4senten Institutsratsmitglieder, die am wenigsten schlechte Alternative des Umgangs mit der Lehrproblematik dar. Das Verabschieden eines zusammengestrichenen Lehrangebots w\u00fcrde ein Studium in Regelstudienzeit am OSI unm\u00f6glich machen, so Thomas Eimer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle f\u00fcr politische \u00d6konomie. Ferner w\u00e4ren die Studienbedingungen bei einem ohnehin kalkulierten Aufwuchs von Studis durch die gedoppelten Abiturjahrg\u00e4nge bei einer 25%igen Verminderung des Lehrangebots unertr\u00e4glich und w\u00fcrden vermutlich zu Klagen f\u00fchren. Auch die M\u00f6glichkeit, \u00fcberhaupt kein Lehrangebot zu verabschieden wurde im Institutsrat abgelehnt, denn es w\u00e4ren noch nicht alle M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft die Situation zu l\u00f6sen. Der Ball liegt nun beim Fachbereich und beim Pr\u00e4sidium. Falls diese nicht nachgeben, freuen wir uns mit Frau B\u00f6rzel auf einen \u201ehei\u00dfen Herbst\u201c.<\/p>\n<p><strong>Was im Busch?<\/strong><\/p>\n<p>Die im Winter 2010 begonnenen Verhandlungen mit dem Dekanat \u00fcber die Zielvereinbarungen f\u00fcr die kommenden zwei Jahre, wurden heute vom Institutsrat mit Enthaltung der studentischen Vertreter zur Unterzeichnung freigegeben. Die \u00dcberschriften \u201eInternationalisierung\u201c, \u201eQualit\u00e4tssicherung der Lehre\u201c, \u201eVerbesserung der Institutsorganisation\u201c signalisieren bereits, dass das Dekanat M\u00e4ngel des OSI vor allem in der Lehre feststellt. N\u00e4heres zu den Zielvereinbarungen findet ihr <a href=\"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2011\/06\/08\/bericht-vom-institutsrat-am-08-06-2011\/\"><em>hier<\/em><\/a>. Strittig war heute vor allem der Punkt der Besetzung einer vollen, dauerhaften WiMi-Stelle f\u00fcr die Lehrplanung. Das OSI hat erst 2015 die M\u00f6glichkeit eine freigewordene dauerhafte WiMi-Stelle f\u00fcr die Lehrplanung umzuwidmen. Bis dahin ist es darauf angewiesen, sich eine solche Stelle gegen Vollkostenerstattung vom Fachbereich \u201eauszuleihen\u201c. Dabei war der Unwillen einiger Professor_innen sichtbar, die Zielvereinbarungen im Detail im nicht\u00f6ffentlichen Bereich zu besprechen. Dieser war so offensichtlich, und so wenig begr\u00fcndet, dass wir \u201ewas im Busch\u201c vermuten. Erst durch das beherzte Aufstehen und Hinausgehen von Studis konnten wir in den kritischen Punkten nachhaken. Das war gro\u00dfartig! Kernpunkt der Diskussion war vor allem die Lastenverteilung zur Aufbringung der notwendigen Mittel. Einige Kostenstellen schneiden dabei besser ab als andere. Wir setzten uns an diesem Punkt f\u00fcr ein transparentes, f\u00fcr alle Betroffenen ersichtliches Verfahren ein. Verteilungsfragen stehen laut  Zielvereinbarungen bald auch bei der Vorlegung einer mittelfristigen Planung f\u00fcr die Besetzung von Stellen der wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen an. Anhand der Vergabe von WiMi-Stellen werden wichtige strukturelle Entscheidungen bez\u00fcglich des Wachstums oder der Schrumpfung von Bereichen getroffen. Wir werden uns daf\u00fcr einsetzen, das bisherige Ungleichgewicht an der Stellenverteilung besser und gerechter auszubalancieren.<\/p>\n<p><strong>Wo ist die Basis?<\/strong><\/p>\n<p>Dass sich das OSI immer mehr auf Kosten der Grundlagen und teilweise der Lehre \u201eprofiliert\u201c, schl\u00e4gt sich auch in der neukonstituierten \u201eStudienreformkommission\u201c (SRK) nieder. In der SRK werden sowohl der Bachelor Politikwissenschaften als auch ein neues Masterkonzept erstellt. Einer der Hauptstreitpunkte ist alt: Sowohl das Pflichtmodul politische Ideengeschichte soll im Bachelor gek\u00fcrzt werden, als auch die M\u00f6glichkeit im Master verwehrt bleiben, sich auf politische Theorie zu spezialisieren. Die rechtlichen Grundlagen sollen nach dem derzeitigen Konzept ebenso gestrichen werden. Damit werden  zwei elementare Bereiche der Grundlagenforschung und -Lehre der Politik geschw\u00e4cht, bzw. gestrichen. Kritische Reflektion bestehender Kategorien weicht damit einmal mehr funktionaler Ausdifferenzierung. Zu einem selbstbestimmten Studium tr\u00e4gt das nicht bei.<br \/>\nInhaltliche und studiumsbezogene Argumente blieben angesichts eines darbenden Haushaltes und massiver (selbst hergestellter!) Probleme in der Bereitstellung des Lehrangebots in der Ideengeschichte wirkungslos. Der Verweis auf die gro\u00dfe Nachfrage von Studis und  das Anf\u00fchren eines fr\u00fcheren Institutsratsbeschlusses zur Sicherung der Ideengeschichte wurden abgeschmettert mit Sachzwangargumenten und Verweisen auf die ablehnende Position des Pr\u00e4sidiums. Die Marginalisierung der Ideengeschichte schreitet weiter voran.<br \/>\nBesonders hei\u00df her geht es aber in der Reform des Masters, der nicht mehr grundlagenorientiert, sondern spezialisiert und eigenst\u00e4ndig werden soll. Das Grundmodell besteht darin, dass mensch nach einsemestriger Absolvierung der Pflichtmodule politische Theorie, Systeme und Internationale Beziehungen sich in verschiedene Teilbereiche spezialisieren kann.  Im von der Kommission vorgelegten Vorschlag existieren die Spezialisierungsbereiche \u201eDemokratie und Public Policy\u201c, \u201eRegionale Transformationsprozesse im Vergleich\u201c, \u201eEnergie und Umwelt\u201c. Da es bereits einen eigenst\u00e4ndigen Masterstudiengang \u201eInternationale Beziehungen\u201c am OSI gibt, taucht dieser nicht im allgemeinen Politikwissenschaftsmaster auf, soll auf Wunsch Risses aber vergr\u00f6\u00dfert werden. Um die Anzahl der Spezialisierungsbereiche, sowie deren Namen gibt es einige Konflikte. L\u00fctz sah in den bisherigen Bereichen die politische \u00d6konomie und die Friedens- und Konfliktforschung unterrepr\u00e4sentiert w\u00e4hrend Segbers die internationalen Beziehungen st\u00e4rker auch in den politikwissenschaftlichen Master verankern m\u00f6chte, denn er ist bei dem eigenst\u00e4ndigen IB-Master nicht integriert. Schreurs m\u00f6chte dazu einen eigenst\u00e4ndigen Umweltstudiengang. Bei allem Gepl\u00e4nkel drohen wichtige Komponenten wie Politische Theorie und Ideengeschichte sowie Gender hintanzufallen, sodass es vielleicht bald nicht mehr m\u00f6glich sein wird, sich auf diese Bereiche zu spezialisieren. Der positivste Gesichtspunkt der Studienreform ist somit bisher ihre Nichtverabschiedung. Wir werden uns weiterhin daf\u00fcr einsetzen unsere inhaltlichen Punkte zu verankern.<\/p>\n<p><strong>Erstitage<\/strong><\/p>\n<p>Die Fachschaftsinitiative des Otto-Suhr-Instituts hat diese Sitzung einen Antrag eingereicht, die Erstitage zu organisieren. Wir hatten zuvor von der Studierendenschaft erhebliche M\u00e4ngel kommuniziert bekommen. Hinzu kommt in diesem Semester die besondere Situation, dass es einen Stellenwechsel genau in der Zeit der Erstsemestertage geben wird. Wir hatten uns deswegen dazu entschlossen, einen Antrag an den Institutsrat \u00fcber die Vergabe eines Werkvertrags \u00fcber 1000 \u20ac f\u00fcr die komplette Organisation der Erstemestertage an uns zu stellen.  Da wir ohnehin in der Vergangenheit bei der Durchf\u00fchrung der Erstitage unbezahlt zur Stelle waren, sowie die personellen und inhaltlichen Kapazit\u00e4ten haben, bringen wir exzellente Voraussetzungen mit f\u00fcr den Job. Mit uns werden die Erstitage kompetenzberstend. Nicht zuletzt sind wir die mit dem Verst\u00e4ndnis und den Keksen. Unverst\u00e4ndlicherweise entschloss sich der Institutsrat jedoch, den Werkvertrag auf 500\u20ac zu k\u00fcrzen und die Lehrplanung mit der Ausschreibung zu beauftragen. Auch wenn wir \u00fcberzeugt sind, ein offizielles Votum des Institutsrates f\u00fcr die Vergabe an uns, h\u00e4tte f\u00fcr die n\u00f6tige Transparenz gesorgt, stellen wir  uns gerne dem studentischen Wettbewerb.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Weiterhin ist heute vom Institutsrat unser Antrag zur Gasteinladung von Ulrich Brand, Birgit Sauer und Sonja Buckel zu einer Veranstaltung am 9.12.2011 mit dem Titel \u201eCritical State and Governance Studies: Zum Erkl\u00e4rungspotential des Governance-Konzepts\u201c angenommen worden. Die Veranstaltung wird aus einem vierst\u00fcndigen Workshop und einem zweist\u00fcndigen Vortrag bestehen, in dem die drei Wissenschaftler_innen ihr neues Forschungsprojekt vorstellen. Die Veranstaltung wird in der Reihe \u201eWissenschaft und Kritik\u201c der Fachschaftskoordination stattfinden und wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen.<br \/>\nDas OSI wird als Reaktion auf G\u00f6tz Alys Tiraden auf Tagesspiegel und Co. sich \u201enicht ein Konzept zum Umgang mit Plagiaten \u00fcberlegen\u201c, doch aber \u201edas bestehende Konzept zu Papier bringen\u201c. Auf die \u201eWir lassen uns nicht beeinflussen\u201c- T\u00f6ne, folgten sp\u00e4ter doch also beachtliche Initiativen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hauptthemen des heutigen Institutsrates waren der Umgang der Katastrophe in der Lehrplanung, die Verabschiedung der Zielvereinbarungen, die Ergebnisse der Studienreformkommission und die damit verbundenen Konflikte und die Erstitage. Gepr\u00e4gt war die Sitzung auch von der massiven Pr\u00e4senz der Studierenden, die uns einiges erleichtert hat. 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