{"id":203,"date":"2012-10-13T21:19:29","date_gmt":"2012-10-13T20:19:29","guid":{"rendered":"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2012\/10\/13\/203\/"},"modified":"2012-10-13T21:19:29","modified_gmt":"2012-10-13T20:19:29","slug":"203","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/2012\/10\/13\/203\/","title":{"rendered":"Austellung: \u201eRussenlager\u201c und Zwangsarbeit \u2013 Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener \u2013 vom 25.10. bis 6.12. an der FU zu Gast"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/images\/AusstellungFsigeschichte.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ausstellung in der Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, H\u00f6rsaal 1A mit mehreren inhaltlichen Veranstaltungen u.a. mit Boris Popow, Dimitri Stratievski, Univ.-Prof. Dr. Martin L\u00fccke, Dr. Doris Tausendfreund und Dr. Rolf Keller. Pr\u00e4sentiert von KONTAKTE-KOHTAKbI e.V., AStA FU, FSI Geschichte und FU Berlin.<\/p>\n<p>Der AStA der Freien Universit\u00e4t Berlin zeigt mit Unterst\u00fctzung des FU-Pr\u00e4sidenten die Ausstellung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., um vergessene Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft zu w\u00fcrdigen. Im Rahmen der Ausstellung finden mehrere Inhaltliche Veranstaltungen in der Silberlaube und im Friedrich-Meinecke-Institut statt.<\/p>\n<p> Hintergrund:<!--more--><\/p>\n<p>Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion war ein beispielloses Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 27 Millionen fielen dem Terror des Nationalsozialismus zum Opfer, fast zwei Drittel waren Zivilpersonen. Es war ein Weltanschauungskrieg gegen den Bolschewismus und ein rassistischer Krieg gegen \u00bbslawische Untermenschen\u00ab. Von den 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen haben fast 60 Prozent nicht \u00fcberlebt. In so genannten \u00bbRussenlagern\u00ab wurde ihr Tod durch Mangelern\u00e4hrung und Seuchen billigend in Kauf genommen. \u00bbNicht arbeitende Kriegsgefangene haben zu verhungern\u00ab, erkl\u00e4rte der Quartiereister des Heeres Eduard Wagner im November 1941 den Gener\u00e4len der Ostfront. Nach der Befreiung wurden sie in \u00bbFiltrationslagern\u00ab \u00fcberpr\u00fcft. Unter Stalin standen sie unter dem Generalverdacht des Vaterlandsverrats. Erst 1995 wurden sie vollst\u00e4ndig rehabilitiert. Wer 60 Jahre sp\u00e4ter Antr\u00e4ge auf die deutsche \u00bbZwangsarbeiterentsch\u00e4digung\u00ab stellte, wurde abgewiesen. Bis heute verweigert der Deutsche Bundestag den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen die Anerkennung als NS-Opfer.<\/p>\n<p>Auch die Geschichte der FU ist, auch wenn das von offizieller Seite gern verschwiegen wird, enorm mit dem NS verbunden. So wurden in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft durch die Nazis Rassen- und Kriegswissenschaft betrieben. Dies geschah nicht erst seit 1933. Bereits durch den Namen des 1926 gegr\u00fcndeten \u201eKaiser-Wilhelm-Institut f\u00fcr Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik\u201c, wird deutlich, dass hier schon in der Weimarer Republik eine rassistische Forschungstradition eingerichtet wurde. Denn \u201eEugenik\u201c meint nichts anderes als die Reinigung des \u201eVolksk\u00f6rpers\u201c von \u201ekranken\u201c und unerw\u00fcnschten \u201eElementen\u201c, sprich Menschen. Einer der bekanntesten Mitarbeiter des Instituts war dann auch Joseph Mengele.<\/p>\n<p>Zur Austellung:<\/p>\n<p>KONTAKTE-KOHTAKTbI bat ehemalige sowjetische Kriegsgefangene um Mithilfe bei der Geschichtsaufkl\u00e4rung und konnte bisher \u00fcber 3000 Briefe mit ihren Erinnerungen ins Deutsche \u00fcbersetzen. Diese Zeitzeugenberichte bilden Grundlagen f\u00fcr die Ausstellung. Um den Besucher_innen P ers\u00f6nlichkeiten nahe zu bringen, die von den Nazis als \u00bbrassisch minderwertige Todfeinde\u00ab gequ\u00e4lt worden waren, stellen wir ihre Portr\u00e4ts in den Mittelpunkt, die der Fotograf Lars Nickel in Russland und Armenien schuf.<\/p>\n<p>Termine:<\/p>\n<p>25.Oktober 2012 | 18 Uhr Silberlaube, H\u00f6rsaal 1a<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnung<\/p>\n<p>26. Oktober 2012 | 16 Uhr Silberlaube, Raum K 24\/21 &#8211;<\/p>\n<p>Gespr\u00e4ch mit Boris Popow ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener aus Minsk<\/p>\n<p>Die Repatriierung der sowjetischen Kriegsgefangenen &#8211; Vortrag von Dimitri Stratievski, M.A.<\/p>\n<p>8. November 2012 Silberlaube<\/p>\n<p>10\u201316 Uhr Raum J24\/14 , ab 14 Uhr Raum K25\/11<\/p>\n<p>Workshops :<\/p>\n<p>12 Uhr Raum J24\/14 \u00bbHistorisches Lernen zu Themen der NS-Verfolgung\u00ab -Univ.-Prof. Dr. Martin L\u00fccke<\/p>\n<p>14 Uhr Raum K25\/11 \u00bbZwangsarbeit und Justiz\u00ab &#8211; Kritische Jurist_innen<\/p>\n<p>16 Uhr \u00bbZwangsarbeit 1939\u20131945\u00ab &#8211; Vorstellung des Online-Archiv-s mit Dr. Doris Tausendfreund<\/p>\n<p>18 Uhr \u00bbWiderspr\u00fcche und Traditionsbr\u00fcche: Frauen in der Roten Armee\u00ab<\/p>\n<p>15. November | 20 Uhr Friedrich-Meinecke-Institut, Raum A 127<\/p>\n<p>Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener- Lesung aus Briefen an KONTAKTE- KOHTAKTbI e.V.<\/p>\n<p>22. November 2012 | 18 Uhr Silberlaube, Raum K 25\/11<\/p>\n<p>\u00bbDer Russeneinsatz war ein vollkommner Fehlschlag\u00ab &#8211; Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland 1941\/42 , Dr. Rolf Keller, Stiftung nieders\u00e4chsische Gedenkst\u00e4tten<\/p>\n<p>29. November 2012 | 20 Uhr Friedrich-Meinecke-Institut, Hs B<\/p>\n<p>\u00bbWie schwer sich daran zu erinnern\u00ab Gespr\u00e4che mit sowjetischen Kriegsgefangenen<\/p>\n<p>Film von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., Regie: Zoran Solomun<\/p>\n<p>6. Dezember 2012 | 18 Uhr Silberlaube, H\u00f6rsaal 1a<\/p>\n<p>Finissage <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellung in der Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, H\u00f6rsaal 1A mit mehreren inhaltlichen Veranstaltungen u.a. mit Boris Popow, Dimitri Stratievski, Univ.-Prof. Dr. Martin L\u00fccke, Dr. Doris Tausendfreund und Dr. Rolf Keller. Pr\u00e4sentiert von KONTAKTE-KOHTAKbI e.V., AStA FU, FSI Geschichte und FU Berlin. 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