{"id":241,"date":"2013-07-08T15:06:34","date_gmt":"2013-07-08T14:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2013\/07\/08\/bericht-vom-institutsrat-am-26-06-2013\/"},"modified":"2013-07-08T15:06:34","modified_gmt":"2013-07-08T14:06:34","slug":"bericht-vom-institutsrat-am-26-06-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/2013\/07\/08\/bericht-vom-institutsrat-am-26-06-2013\/","title":{"rendered":"Bericht vom Institutsrat am 26.06.2013"},"content":{"rendered":"<p><strong>Und so verschwindet &#8218;Gender&#8216; aus der Denomination&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Der Institutsrat beginnt mit einer Anfrage eines Studis vom benachbarten John-F.-Kennedy-Institut, der wissen will warum es momentan partout nicht m\u00f6glich ist das 30 LP Modul Politik zu belegen. Patzig und ungeduldig wie gewohnt blafft Risse \u201eEin Schnupperstudium Politikwissenschaft mache nun wirklich keinen Sinn und \u00fcberhaupt sollen die Zentralinstitute mal mit dem OSI reden\u201c. Mit einem Anflug gradueller Konstruktivit\u00e4t r\u00e4t B\u00f6rzel dem Studenten nochmal mit seiner Institutsleitung zu sprechen \u2013 das sei eine Sache, die die Institute untereinander aushandeln m\u00fcssen. Einmal wieder fallen Streitigkeiten und halbgare Absprachen wieder zu lasten derer, die studieren wollen.<\/p>\n<p>Der erste regul\u00e4re Tagesordnungspunkt ist dann der Haushalt. Kaum der Erw\u00e4hnung wert \u2013 es bleibt  so grob bei dem wie es im letzten Jahr war \u2013 ein kleiner \u00dcberschuss wird mit ins n\u00e4chste Jahr genommen. Mitzureden haben wir da noch dramatisch viel weniger wie schon in all den anderen Entscheidungen.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4re das Vorgepl\u00e4nkel abgehakt und es geht zu dem Tagesordnungspunkt \u00fcber auf den alle gewartet haben.<br \/>\n<!--more-->Es geht um die Denomination zur W3 Professur von der wir schon diverse Male berichtet haben. Die Denomination soll heute abgestimmt werden. Da scheinen sich alle einig. Denn \u2013 und auf einmal weht ein Hauch Panik durch den stickigen Sitzungssaal \u2013 wenn wir heute nicht entscheiden \u201edann ist die Professur weg\u201c. Wie oft wir das in den letzten Wochen geh\u00f6rt haben. Neu ist nun, dass auch die dezentrale Frauenbeauftragte Stegelmann pl\u00f6tzlich eine reale Gefahr sieht die Professur zu verlieren und ja keine Vertagung der Angelegenheit anr\u00e4t. Vetos mehr als unerw\u00fcnscht. Die letzten, verb\u00fcndet geglaubten in einem Streit um das Halten einer Genderprofessur am OSI, schmelzen pl\u00f6tzlich dahin. Wie der Eisberg des kleinen Eisb\u00e4ren auf einem unserer Flyer f\u00fcr eine Genderveranstaltung.<\/p>\n<p>Es geht dann eine Diskussion los, die sich eigentlich eh er\u00fcbrigt hat. Obwohl die Entscheidungen im Institutsrat gef\u00e4llt werden m\u00fcssen, haben sich die Professoren und Professorinnen vor dem Gremientreffen in einem Professorium abgesprochen \u2013 mit einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Stimmenmehrheit im Institutsrat kommt das einer Entscheidung gleich. Die ach so entgegenkommende Entscheidung genannt \u201eKompromissvorschlag\u201c lautet \u201eKonstitution politischer Ordnungen und Vielfalt\u201c. Gender f\u00e4llt raus und es wird uns mehr als deutlich kommuniziert, dass das auch nicht umkehrbar ist \u2013 weitere Diskussion zwecklos. Die Diskussion verf\u00e4ngt sich also im Ausschreibungstext. Wir bekommen einen harten Spiegelstrich \u201eKenntnisse von Gender und Vielfalt und feministischer Theorie\u201c. Der Block mit den erw\u00fcnschten Kenntnissen f\u00e4llt weg, dass der eh absolut belanglos ist \u2013 zumindest da sind wir uns einig. Ja und so wird das durchgestimmt. Gender ist also, trotz aller Bem\u00fchungen, trotz Gender und Vielfalt Tagen, trotz Kompromissvorschl\u00e4gen unserer Seite, trotz all unserer richtigen und guten Argumente einfach so unter den Tisch gefallen. Da kann man nicht anders als sich an den flappsigen Kommentar von B\u00f6rzel in einem der letzten Institutsratstreffen erinnern: \u201eGender ist ja nur eine Sache von Copy and Paste\u201c. Es scheint wirklich derma\u00dfen egal, dass wir hiermit die letzte und einzige institutionalisierte Genderlehre verloren haben, dass sogar die dezentrale Frauenbeauftragte meint, das sei schon gut in Ordnung so. Wir versuchen den letzten Rest Energie den wir in diesem verlorenen Kampf noch aufbringen k\u00f6nnen auf die Berufungskommission zu verwenden \u2013 zumindest  \u00fcber die Besetzung k\u00f6nnen wir  noch marginalen Einfluss nehmen. Als externe Professorin haben wir Hilge Landwehr erreichen k\u00f6nnen und Miranda Schreurs wird nun auch Teil der Kommission sein. Das wars. <\/p>\n<p>Wir sind frustriert dar\u00fcber so viel Energie in diesen Kampf investiert zu haben mit solch einem ern\u00fcchternden Ergebnis. Wir haben unser Veto nicht eingesetzt. Einfach weil wir absolut keine Chance sahen und sehen, dass es die professorale Bereitschaft geben k\u00f6nnte &#8218;Gender&#8216; wieder mit in die Denomination aufzunehmen. Die aufschiebende Wirkung des Vetos w\u00e4re in der eben gleichen oder einer wohl noch bittereren Entt\u00e4uschung geendet. Da wir schlecht einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen wie real das Zeitdruckargument ist und wie real wir tats\u00e4chlich um den Verlust dieser Professur bangen m\u00fcssen, falls die Entscheidung herausgez\u00f6gert wird, haben wir das Veto einbehalten. Schweren Herzens. Das wirklich einzig sch\u00f6ne an diesem Mittwoch war der Trost, das die Fusion auf uns wartet \u2013 ein paar Tage Utopie, ohne professorale Mehrheiten, mit Genderawareness und Beats, die selbst die lautesten Zwischenrufe von den aller borniertesten Profs wegbassen w\u00fcrden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und so verschwindet &#8218;Gender&#8216; aus der Denomination&#8230; Der Institutsrat beginnt mit einer Anfrage eines Studis vom benachbarten John-F.-Kennedy-Institut, der wissen will warum es momentan partout nicht m\u00f6glich ist das 30 LP Modul Politik zu belegen. 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