{"id":49,"date":"2009-03-06T12:23:28","date_gmt":"2009-03-06T11:23:28","guid":{"rendered":"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/?p=49"},"modified":"2009-03-06T12:23:28","modified_gmt":"2009-03-06T11:23:28","slug":"wie-klaus-roth-vom-institut-abserviert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/2009\/03\/06\/wie-klaus-roth-vom-institut-abserviert-wird\/","title":{"rendered":"Wie Klaus Roth vom Institut abserviert wird"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen lief eine E-Mail \u00fcber die einschl\u00e4gigen studentischen Verteiler, die einen weiteren Tiefpunkt in Sachen Umgang mit kritischen WissenschaftlerInnen an der FU beschrieb. Dieses Mal geht es um Klaus Roth, der bis letztes Semester den Bereich Politische Ideengeschichte am OSI betreute und seit Sommer 2006 mit einer Gastprofessur die vakante Stelle in diesem Bereich vertrat. &#8222;Moment mal,&#8220; werden sich manche jetzt fragen, &#8222;bis letztes Semester?!?&#8220; Leider ja, denn der Kanzler der FU, Herr Lange, hat auf Anweisung des Pr\u00e4sidialamtes verf\u00fcgt dass die Gastprofessur nicht mehr vom Pr\u00e4sidium bezahlt wird. Das OSI hat sich, noch unter dem alten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Direktor Peter Massing, nat\u00fcrlich mit dieser Vorgabe abgefunden. Ob und mit wieviel Nachdruck Widerspruch eingelegt wurde, ist leider nicht bekannt. Ebenso unklar ist die Motivation des Pr\u00e4sidiums. Lange soll jedoch dem OSI vorgeschlagen haben, die Gastprofessur doch \u00fcber die Mittel des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften zu bezahlen; der Fachbereich PolSoz ist zwar angeblich der reichste Fachbereich der FU, ist aber dennoch hoch verschuldet und gerade das OSI versucht seit gut eineinhalb Jahren beharrlich, \u00dcberhangstellen abzubauen (siehe bspw. <a href=\"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2008\/06\/29\/bericht-aus-dem-osi-rat-vom-2562008\/\"><em>hier<\/em><\/a>). Dementsprechend wurde daraus nat\u00fcrlich nichts. Als einziges &#8222;Entgegenkommen&#8220; gegen\u00fcber Roth bot die Institutsleitung ihm an, seine bisherige Arbeit auf Basis besoldeter Lehrauftr\u00e4ge weiterzumachen &#8211; daf\u00fcr gibt es allerdings nur noch ein Drittel so viel Geld wie f\u00fcr die (ohnehin nicht \u00fcppig bezahlte) Gastprofessur. Roth lehnte dieses Angebot denn auch als &#8222;sittenwidrig&#8220; ab. Ein kleiner Trost f\u00fcr seine (ehemaligen) Studierenden: Roth \u00fcbernimmt weiter die bereits zugesagten Betreuungen aus vergangenen Semestern &#8211; Diplom- und B.A.-Pr\u00fcfungen, Hausarbeits- und Klausurenkorrektur usw.<br \/>\nNach dieser &#8211; v\u00f6llig richtigen &#8211; Entscheidung sieht es nun noch einmal d\u00fcsterer f\u00fcr die Politische Ideengeschichte aus, als ohnehin schon. Zum einen entfallen nat\u00fcrlich die Lehrveranstaltungen, die Roth im Sommersemester angeboten h\u00e4tte. Zum anderen hat der Bereich Politische Ideengeschichte nun vorerst keinen pr\u00fcfungs- und damit betreuungsberechtigten (Gast-)Professor mehr an der Spitze. Hauptseminare, Projektkurse und die darin geschriebenen Arbeiten d\u00fcrfen aber nur Lehrenden mit Habilitation durchgef\u00fchrt bzw. bewertet werden (anders als Proseminare, wo eine Promotion reicht). So betrifft der Weggang von Roth vermutlich mehr Veranstaltungen, als nur die von ihm selbst angebotenen. Es sei denn, aber hier betreten wir das Reich der Spekulation, ein anderer Professor \u00fcbernimmt die Betreuung f\u00fcr Veranstaltungen und Notenvergabe im Modul Ideengeschichte. Bernd Ladwig w\u00fcrde sich hier nat\u00fcrlich wegen fachlicher &#8222;N\u00e4he&#8220; anbieten, ausserdem hat er schon mehrmals erw\u00e4hnt dass er bereit w\u00e4re die Ideengeschichte mit zu betreuen. Das k\u00f6nnte &#8211; Betonung auf dem Konjunktiv &#8211; letzten Endes dazu f\u00fchren, dass die Ideengeschichte entweder jetzt oder nach dem Auslaufen der neu eingerichteten Juniorprofessur doch komplett abgewickelt wird. <\/p>\n<p><strong>Was tun?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Frage stellte sich schon Lenin, eindeutig beantworten k\u00f6nnen wir sie aber nat\u00fcrlich auch nicht. Allerdings gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten: die politische Situation am Fachbereich und am Institut hat sich seit den Wahlen zu den akademischen Gremien deutlich verschoben. Das neue Dekanat und die neue Institutsleitung k\u00f6nnten durchaus bereit sein, das komplette Verfahren um den neuen Strukturplan (einer von vielen Artikeln dazu: <a href=\"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/2008\/07\/09\/32\/\"><em>hier<\/em><\/a>) neu aufzurollen und der Ideengeschichte wieder zu mehr Gewicht zu verhelfen. Darauf verlassen sollten wir uns allerdings nicht. Und von allein passiert da sowieso nichts &#8211; deshalb wird es wohl darauf hinauslaufen (m\u00fcssen), dass wir als Studierende wieder einmal selbst aktiv werden, ausserhalb der Gremien. In diesem speziellen Fall stehen auch die Chancen nicht schlecht, Unterst\u00fctzung von anderen Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, PrivatdozentInnen und anderen Lehrenden zu erhalten. <\/p>\n<p>Unsere Solidarit\u00e4t gilt in jedem Fall zun\u00e4chst einmal Klaus Roth, dem ab Beginn des Sommersemesters (1. April) nur noch der Weg zum Arbeitsamt bleibt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen lief eine E-Mail \u00fcber die einschl\u00e4gigen studentischen Verteiler, die einen weiteren Tiefpunkt in Sachen Umgang mit kritischen WissenschaftlerInnen an der FU beschrieb. 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