{"id":657,"date":"2023-12-06T09:11:24","date_gmt":"2023-12-06T08:11:24","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/?p=657"},"modified":"2023-12-06T09:11:24","modified_gmt":"2023-12-06T08:11:24","slug":"statement-zu-klasse-gegen-klasse-kgk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/2023\/12\/06\/statement-zu-klasse-gegen-klasse-kgk\/","title":{"rendered":"Statement zu Klasse gegen Klasse (KgK)"},"content":{"rendered":"\n<p>Vorab m\u00f6chten wir, die Aktiven der Fachschaftsinitiative Otto-Suhr-Institut (FSI*OSI) zum Ausdruck bringen, dass dieser Beitrag der Aufkl\u00e4rung \u00fcber die bundesweit t\u00e4tige Organisation Klasse gegen Klasse (KgK) und ihre Hochschulgruppe Waffen der Kritik dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in diesem Wintersemester haben Waffen der Kritik und KgK wieder eine gro\u00dfe Pr\u00e4senz auf dem Campus der FU gezeigt, haupts\u00e4chlich durch das Verteilen von Flyern, den Aufbau eines Infostandes vor der Mensa II und letztlich durch die \u201eKundgebung f\u00fcr Pal\u00e4stina\u201c am 03. November 2023. Viele Studierende sind sich der Hintergr\u00fcnde und politischen Ideologie der Organisationen Waffen der Kritik und KgK nicht bewusst. Dieser Beitrag dient dem Zweck der allgemeinen Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<p>Waffen der Kritik ist die bundesweite Hochschulgruppe der marxistisch-trotzkistischen Nachrichtenseite klassegegenklasse.org, welche betrieben wird von der Revolution\u00e4ren Internationalistischen Organisation (RIO), der deutschen Sektion der Trotzkistischen Fraktion \u2013 Vierte Internationale. Sehr h\u00e4ufig treten diese Organisationen auch nur unter dem Namen \u201eKlasse gegen Klasse\u201c auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Liste mit vier gew\u00e4hlten Vertreter*Innen des Studierendenparlaments der FU Berlin nimmt KgK auch Einfluss auf die Studentische Selbstverwaltung. Unter Betracht des trotzkistischen Charakters von KgK ist dies jedoch \u00e4u\u00dferst bedenklich. Der Trotzkismus ist eine auf Leo Trotzki zur\u00fcckgehende Subform des Marxismus, welche sich charakteristisch durch eine \u201epermanente Revolution\u201c und die Strategie des Entrismus definieren l\u00e4sst. Unter dem Begriff Entrismus versteht man das taktische, meist verdeckte und intransparente Unterwandern von demokratischen Organisationen wie Parteien, Gewerkschaften oder auch Jugendgruppen, um diese unter Kontrolle zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret auf die Arbeit von KgK an der FU Berlin bezogen, zeichnet sich diese durch eine starke Intransparenz aus. In den vergangenen Jahren trat KgK unter verschiedenen Namen zur Wahl des Studierendenparlaments an. 2017 traten sie unter dem Namen \u201eGegen Rassismus, Sexismus und Prekarisierung\u201c an, von 2018 bis 2020 unter dem Namen \u201eorganize:strike\u201c und nun unter dem aktuellen Namen \u201eKlasse gegen Klasse\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Hochschulgruppe Waffen der Kritik tritt oft ohne Verweis auf KgK auf. Als Studierende sind wir bereits durch geringe Teilhabem\u00f6glichkeiten in universit\u00e4ren Gremien benachteiligt und sollten uns daher nicht in der demokratischen Mitgestaltung des studentischen Alltags durch eine trotzkistische Hochschulgruppe einschr\u00e4nken lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch intransparent sind nicht nur die Strukturen, sondern auch die Werbung f\u00fcr die eigene Organisation. Mit dem Aufstellen von Infost\u00e4nden, Verteilen von Flyern und Aufh\u00e4ngen von Postern, die f\u00fcr eigens organisierte Diskussionsveranstaltungen werben, sprechen sie politisch interessierte Studierende an, verschweigen dabei jedoch ihren Antisemitismus und ihre Unterst\u00fctzung von Terrorismus.<\/p>\n\n\n\n<p>KgK vertritt und verbreitet in Bezug auf den Nahostkonflikt durchg\u00e4ngig als antisemitisch einzustufende Positionen und Narrative. Beispielsweise spricht KgK davon, dass \u201edie einzig wahre L\u00f6sung\u201c f\u00fcr den Nahostkonflikt darin bestehen w\u00fcrde \u201eden Staat Israel bis auf die Grundmauern niederzurei\u00dfen\u201c (1). Kritik an konkretem Handeln israelischer Regierungen ist v\u00f6llig legitim, hier wird aber dem Staat an sich das Existenzrecht abgesprochen und sogar konkret zur Vernichtung Israels aufgerufen. Weiterhin wird laut KgK von israelischer Seite angeblich eine \u201ezionistische Endl\u00f6sung\u201c angestrebt (2), dieser Wortlaut setzt die Politik Israels mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gleich. Zum aktuellen Konflikt ver\u00f6ffentlichte KgK am 07. Oktober, also w\u00e4hrend der beispiellose Terrorangriff der Hamas noch in vollem Gange war, einen Artikel mit dem Titel &#8222;Pal\u00e4stinensischer Widerstand ersch\u00fcttert Israel: Solidarit\u00e4t mit dem Befreiungskampf&#8220; (3). Dieser Artikel ist bis heute online und auch einen Monat sp\u00e4ter wollten sich KgK-Vertreter*Innen im Studierendenparlament nicht von dieser Heroisierung eines Terrorangriffs und ihrer Solidarisierung mit den T\u00e4ter*Innen distanzieren, denen \u00fcber 1000 Menschen, der Gro\u00dfteil davon unschuldige Zivilist*Innen und sogar Kinder zum Opfer gefallen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In der j\u00fcngeren Vergangenheit gab es sogar eine direkte Zusammenarbeit von KgK mit antisemitischen Terrorist*Innen und ihren Vorfeldorganisationen. KgK war eine der Unterst\u00fctzer*Innen der Veranstaltung \u201eRasmeaSpricht \u2013 Palestinian Women Will Not Be Silenced\u201c im Jahr 2019. Ganz oben auf der Liste der Unterst\u00fctzer*Innen dieser Veranstaltung findet sich das Netzwerk Samidoun (4), welches den Terrorangriff der Hamas am 07. Oktober durch das Verteilen von S\u00fc\u00dfigkeiten feierte und inzwischen verboten wurde. Rednerin der Veranstaltung war die verurteilte antisemitische Terroristin Rasmea Odeh, welche 1969 ein Bombenattentat auf einen israelischen Supermarkt ver\u00fcbte, wobei zwei j\u00fcdische Studierende von ihr ermordet wurden. Im Interview mit der Beiruter Journalistin Soraya Antonius sprach sie auch nach ihrer Freilassung im Austausch gegen eine israelische Geisel offen \u00fcber ihre Beteiligung an einem weiteren Bombenattentat auf das Britische Konsulat in Jerusalem (5). Trotz des Entzugs ihres Visums und eines offiziell erteilten Verbots der politischen Bet\u00e4tigung in Berlin, verteidigt und heroisiert KgK weiterhin die Terroristin Rasmea Odeh.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch an anderen Berliner Universit\u00e4ten wurde sich schon kritisch mit KgK auseinandergesetzt, beispielsweise durch den AstA der TU Berlin, dessen \u00e4u\u00dferst lesenswerte Positionierung wir verlinken (6). Die Stellungnahme von KgK (7) zu den Vorw\u00fcrfen des AstA der TU Berlin r\u00e4umt diese unserer Meinung nach nicht ausreichend aus der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend wollen wir klarstellen, dass dieser Beitrag keine Positionierung oder eine politische Stellungnahme der Fachschaftsinitiative zu dem aktuellen Krieg im Nahen Osten und dessen komplexer Vorgeschichte ist. Wir als Fachschaftsinitiative m\u00f6chten aufgrund unseres hochschulpolitischen Selbstverst\u00e4ndnisses zur allgemeinen Aufkl\u00e4rung \u00fcber Klasse gegen Klasse (KgK), ihr strategisch intransparentes Auftreten und ihre antisemitischen \u00c4u\u00dferungen beitragen. Ein transparentes demokratisches Vorgehen ist f\u00fcr uns essenzieller Bestandteil einer konstruktiven politischen Kultur an der Universit\u00e4t. Wir positionieren uns vehement gegen alle Formen von Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und Diskriminierung und fordern alle Studierenden und Hochschulgruppen dazu auf, dies ebenfalls zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>(1) <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nach-dem-angriff-des-terroristischen-staates-israels-auf-gaza\/\">https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nach-dem-angriff-des-terroristischen-staates-israels-auf-gaza\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(2) <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/kann-man-die-gewalt-vom-israelischem-militaer-und-palaestinenserinnen-gleichsetzen\/\">https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/kann-man-die-gewalt-vom-israelischem-militaer-und-palaestinenserinnen-gleichsetzen\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(3) <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/palaestinensischer-widerstand-erschuettert-israel-solidaritaet-mit-dem-befreiungskampf\/\">https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/palaestinensischer-widerstand-erschuettert-israel-solidaritaet-mit-dem-befreiungskampf\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(4) <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/272295570325575\/\">https:\/\/www.facebook.com\/events\/272295570325575\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(5) <a href=\"https:\/\/dokumen.tips\/documents\/prisoners-for-palestine-a-list-of-women-political-prisoners?page=18\">https:\/\/dokumen.tips\/documents\/prisoners-for-palestine-a-list-of-women-political-prisoners?page=18<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(6) <a href=\"https:\/\/asta.tu-berlin.de\/artikel\/antisemitismus-klasse-gegen-klasse-kgk\/\">https:\/\/asta.tu-berlin.de\/artikel\/antisemitismus-klasse-gegen-klasse-kgk\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(7) <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/rein-in-die-strukturen-gegen-antisemitismus-und-rassismus-eine-antwort-auf-die-vorwuerfe-des-tu-astas\">https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/rein-in-die-strukturen-gegen-antisemitismus-und-rassismus-eine-antwort-auf-die-vorwuerfe-des-tu-astas<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorab m\u00f6chten wir, die Aktiven der Fachschaftsinitiative Otto-Suhr-Institut (FSI*OSI) zum Ausdruck bringen, dass dieser Beitrag der Aufkl\u00e4rung \u00fcber die bundesweit t\u00e4tige Organisation Klasse gegen Klasse (KgK) und ihre Hochschulgruppe Waffen der Kritik dient. 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