{"id":92,"date":"2010-02-10T14:53:26","date_gmt":"2010-02-10T13:53:26","guid":{"rendered":"http:\/\/fsiosi.blogsport.de\/?p=92"},"modified":"2010-02-10T14:53:26","modified_gmt":"2010-02-10T13:53:26","slug":"letzte-institutsratssitzung-vor-den-ferien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/fsi_osi\/2010\/02\/10\/letzte-institutsratssitzung-vor-den-ferien\/","title":{"rendered":"Letzte Institutsratssitzung vor den Ferien"},"content":{"rendered":"<p>Heute fand die vorerst letzte Sitzung des Institutsrats (IR) im Wintersemester 2009\/10 statt. Die urspr\u00fcnglich eigentlich unspektakul\u00e4re Tagesordnung wurde dabei kurzfristig noch deutlich erg\u00e4nzt., so dass es alles in allem mal wieder eine l\u00e4ngere Sitzung wurde. <\/p>\n<p><strong>Ganz neu: Kl\u00fcngeln unter EINschluss der \u00d6ffentlicheit<\/strong><\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst fing die Sitzung versp\u00e4tet an, da Klaus Beck, Dekan des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften und Professor bei der Publizistik, ungewohnterweise dem Institutsrat beiwohnte. Der Grund f\u00fcr seine Anwesenheit ist ein Konflikt zwischen dem Dekanat auf der einen und den Wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen (WiMis) des OSI auf der anderen Seite. Die WiMis werden dabei von einigen Professor_innen unterst\u00fctzt. Genauer geht es darum, dass das Dekanat vom OSI seit Monaten einen Stellenplan fordert, den das OSI bisher aber nicht abgeliefert hat &#8211; die Schuld daf\u00fcr schieben sich OSI-Profs und Dekanat gegenseitig zu. Das Dekanat will diesen Stellenplan, um f\u00fcr anstehende Berufungen bei der Publizistik WiMi-Stellen zu schaffen, indem geschaut wird, wo beim OSI Einsparungspotenziale bestehen. Um das OSI unter Druck zu setzen, wurde die Stellenplanung am Institut eingefroren: Neubesetzungen, Vertragsverl\u00e4ngerungen und so weiter sind derzeit nicht m\u00f6glich. F\u00fcr zwei Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen bedeutet das ernsthafte Probleme, denn deren Vertr\u00e4ge laufen in diesen Tagen aus, k\u00f6nnen aber wegen der Sperre nicht verl\u00e4ngert werden. Die WiMis haben das Gef\u00fchl, dass der Konflikt zwischen Dekanat und OSI-Profs \u00fcber den Stellenplan auf ihrem R\u00fccken ausgetragen wird. Eine einvernehmliche Einigung mit Klaus Beck bzw. dem Dekanat konnte auch im inoffiziellen Vorgespr\u00e4ch nicht erzielt werden, der IR st\u00fctzte aber im Lauf der Sitzung die WiMis &#8211; dazu sp\u00e4ter mehr. <\/p>\n<p><strong>Die &#8222;taz&#8220; bringt das OSI in&#8217;s Visier von &#8222;Linksextremisten&#8220; &#8211; oder so.<\/strong><\/p>\n<p>Nach drei eher langweiligen Ank\u00fcndigungen (in der Ausbildungskommission wird eine Studentin nachnominiert, die OSI-Zeitung kriegt wieder Geld vom IR, im Mai findet ein &#8222;Berufspraxistag&#8220; statt) wies Hajo Funke auf einen <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/berlin\/artikel\/1\/universitaeten-im-krieg\/\"><em>Artikel<\/em><\/a> in der &#8222;taz&#8220; hin, der sich mit Kriegs- und Sicherheitsforschung an deutschen Unis im Allgemeinen und mit dem Sonderforschungsbereich (SFB) 700 am OSI im Speziellen besch\u00e4ftigt. Das OSI f\u00fchlt sich durch den Artikel angegriffen, und die Emp\u00f6rung ist gro\u00df &#8211; \u00e4ltere Semester erinnern sich vielleicht an den ebenfalls vielgescholtenen Artikel zur Bologna-Reform von Peter Grottian. Der Vorwurf der Kriegsforschung sei &#8222;dumme Agitation&#8220;, meinte Hajo Funke, ausserdem habe er gegen\u00fcber der &#8222;taz&#8220; Stellung bezogen, sei aber \u00fcberhaupt nicht zitiert worden. Bernd Ladwig sekundierte, dass die im &#8222;taz&#8220;-Artikel aus einem SFB-Papier zitierte Formel von Neuk\u00f6lln als &#8222;Raum begrenzter Staatlichkeit&#8220; keine Anregung gewesen sei, die NATO in Neuk\u00f6lln einzusetzen, sondern darauf hinweisen sollte, dass es diese R\u00e4ume nicht nur in L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens gibt. F\u00fcr besondere Aufregung sorgten die in der &#8222;taz&#8220; abgedruckten Zitate einer OSI-Studentin, die den SFB in die N\u00e4he von Bef\u00fcrworter_innen eines Bundeswehreinsatzes im Innern r\u00fcckten. Die Studentin, die in der Sitzung ebenfalls anwesend war, sagte daraufhin dass sie falsch wiedergegeben worden sei und die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen w\u00e4ren.<br \/>\nInteressant an der Debatte war, wie stark der Diskurs um &#8222;linksextremistische&#8220; Gewalt mittlerweile auch am OSI Fu\u00df gefasst hat. Denn einer Hauptkritikpunkte am &#8222;taz&#8220;-Artikel war nicht schlechte Recherche oder gar grobe inhaltliche Fehler, sondern dass dieser Artikel wom\u00f6glich die Aufmerksamkeit von Gewaltt\u00e4tern auf das OSI und den SFB lenkt. Parallelen zum Brandanschlag auf die Stiftung Wissenschaft und Politik in der vergangenen Woche wurden gezogen, und Schreckgespenster eines \u00e4hnlichen Anschlags auf das OSI an die Wand gemalt. Auf die Idee, dass militante Gruppen in der Linken aller Wahrscheinlichkeit nach schon seit Jahren vom SFB 700 und seiner Rolle wissen, kam keine_r.<br \/>\nAls sich die Diskussion zunehmend im Kreis zu drehen begann, wurde angeregt in n\u00e4herer Zukunft eine breit angelegte Diskussion \u00fcber und mit dem SFB zu f\u00fchren &#8211; der Zeitpunkt ist g\u00fcnstig, denn die erste F\u00f6rderrunde wurde soeben beendet, die zweite beginnt demn\u00e4chst. <\/p>\n<p><strong>Die WiMis auf den Barrikaden?<\/strong><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tagesordnungspunkt war ein Antrag des wissenschaftlichen Mittelbaus, dessen Angeh\u00f6rige den IR bei ihrem Konflikt mit dem Dekanat (s. oben) um Unterst\u00fctzung baten. Ursula Schr\u00f6der als IR-Vertreterin des Mittelbaus schilderte dabei die Situation der WiMis am Fachbereich in drastischen Worten: sie lebten zunehmend prek\u00e4r, die Geh\u00e4lter w\u00fcrden immer niedriger, Vertr\u00e4ge nur noch f\u00fcr k\u00fcrzere Zeiten als fr\u00fcher angeboten und und und. Auch mit Kritik an den Professor_innen wurde nicht gespart, diese h\u00e4tten die WiMis mit ihrer Verz\u00f6gerungstaktik gegen\u00fcber dem Dekanat in&#8217;s offene Messer laufen lassen. Dem widersprach Tanja B\u00f6rzel engagiert, sprach erneut von &#8222;Erpressung&#8220; und zeigte sich mindestens ebenso emp\u00f6rt. Von Seiten der Studierenden gab es Bedenken, ob eine Aufhebung der Stellensperre nicht wieder nur einzelnen Bereichen zu Gute k\u00e4me &#8211; letztlich war der Antrag der WiMis auf Unterst\u00fctzung aber so eindeutig auf den konkreten, aktuellen Fall bezogen, dass er einstimmig (also auch mit den Stimmen der Studierenden) durchkam. <\/p>\n<p><strong>Ein weiteres St\u00fcck OSI-Identit\u00e4t soll weg<\/strong><\/p>\n<p>Das Pressearchiv des OSI, das Originaldokumente, Zeitschriften und Artikel aus den letzten 90 Jahren aufbewahrt und derzeit in Lankwitz untergebracht ist, soll umziehen. Die Anmietung neuer R\u00e4ume f\u00fcr das Archiv w\u00fcrde etwa 15 000 Euro pro Jahr kosten &#8211; Geld, welches das OSI nicht hat. Laut Detlev Brose, Verwaltungschef des Fachbereichs, k\u00f6nne mensch das Archiv ruhig einstampfen, der komplette Bestand sei mittlerweile digitalisiert. Hajo Funke behauptete das genaue Gegenteil, und betonte erneut die Wichtigkeit dieses Archivs, auch f\u00fcr das Profil des OSI. Der IR beschloss schlie\u00dflich, sich f\u00fcr grunds\u00e4tzlich f\u00fcr einen Erhalt des Pressearchivs auszusprechen, wenn von Seiten des Pr\u00e4sidiums keinerlei Kompromissbereitschaft zu erkennen ist, soll Hajo Funke sich um eine alternative Unterbringung, etwa bei einer Stiftung, k\u00fcmmern. Auch dieser Punkt wurde einstimmig beschlossen. <\/p>\n<p><strong>Strukturlose Diskussion um die Strukturplan-AG<\/strong><\/p>\n<p>In der letzten Sitzung des IR verabschiedete dieser mit sehr knapper Mehrheit die Einrichtung einer Strukturplankommission, allerdings wurden zu der Zeit weder die Mitglieder dieser Kommission noch ihre genauen Aufgaben benannt. Dies sollte heute passieren, doch den vor allem an dieser Kommission interessierten Studierenden wehte ein scharfer Wind entgegen. Das Professorium, so war zu h\u00f6ren, ist sehr skeptisch, Bernd Ladwig sprach von Zeitproblemen, die die vielen bestehenden Kommissionen verursachten. Die Studierenden hielten dagegen, dass ja nicht immer die gleichen Personen sich die Arbeit in den Kommissionen aufhalsen m\u00fcssten, und mensch \u00fcberdies schon Interessierte aus allen vier Statusgruppen gefunden habe. Es wurde erneut betont, wie wichtig die Aufstellung eines aussagekr\u00e4ftigen Strukturplans auch f\u00fcr die inhaltliche Ausrichtung des OSIs sei. Von Sabine von Oppeln, ehemals Studiendekanin, kam der Vorschlag, die Diskussion \u00fcber das Profil des OSI und den Strukturplan in den Gremien zu f\u00fchren &#8211; hier blieben die Studierenden aber skeptisch, schlie\u00dflich fordern wir eine derartige, breite Diskussion bereits seit knapp zwei Jahren. Tanja B\u00f6rzel wies ausserdem wiederholt darauf hin, dass auch diese Kommission keinen Stellenplan w\u00fcrde aufstellen k\u00f6nnen, ohne einzelnen Personen oder ganzen Statusgruppen auf die F\u00fc\u00dfe zu treten. Schlie\u00dflich geht es ja dabei auch um Geld und Posten.<br \/>\nSchlie\u00dflich kamen zwei Vorschl\u00e4ge zur Abstimmung, einer von professoraler Seite, der die Statusgruppen dazu aufrief, sich in den Semesterferien untereinander zu besprechen, erst nach den Semesterferien tritt dann die AG zusammen. Der zweite Vorschlag, von studentischer Seite, beinhaltete dass sich die Kommission noch vor den Semesterferien trifft, sich genauer dar\u00fcber bespricht was sie in welcher Besetzung verhandeln will, und dies \u00fcber die Ferien an die Statusgruppen zur\u00fcckgegeben wird. Beide Vorschl\u00e4ge endeten bei der Abstimmung in einer Patt-Situation und wurden somit abgelehnt.<br \/>\nDer IR beschloss schlie\u00dflich, das Thema f\u00fcr die n\u00e4chste Tagesordnung festzuhalten, und zudem das Dekanat damit zu beauftragen, die im Sommer 2008 geschaffene Stelle von Christoph Z\u00fcrcher zu \u00fcberpr\u00fcfen. Bis heute ist n\u00e4mlich nicht klar, ob das OSI diese Stelle zur Verf\u00fcgung hat, auch nachdem Z\u00fcrcher dem Institut dem R\u00fccken gekehrt hat. <\/p>\n<p><strong>Das Beste zum Schluss&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Ganz am Ende der Sitzung, eine ganze Menge Menschen war bereits gegangen, kam der f\u00fcr uns wohl erfreulichste Punkt zur Abstimmung: die Bachelor-Reform. Bekanntlich gelang ja leider nicht der ganz gro\u00dfe Wurf, die Schaffung eines vierj\u00e4hrigen Bachelors als Alternative zum weiter bestehenden dreij\u00e4hrigen BA, die nun beschlossene \u00c4nderungsordnung bedeutet trotzdem eine Entlastung und Flexibilisierung f\u00fcr die Studierenden. So m\u00fcssen nun nur noch 2\/3 der Modulnoten in die Abschlussnote eingebracht werden, eine versaute Klausur zu Studienbeginn kann einem also nicht mehr die Chance auf einen Masterplatz schm\u00e4lern. Und es wird in Zukunft m\u00f6glich sein, affine Module zu belegen, so dass der Scheinerwerb an anderen Fachbereichen einfacher wird. Die nun beschlossenen \u00c4nderungen gelten f\u00fcr alle BA-Studieng\u00e4nge. Mit der Ausarbeitung eines verl\u00e4ngerten BA-Programms wird dann hoffentlich im n\u00e4chsten Semester weitergemacht.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute fand die vorerst letzte Sitzung des Institutsrats (IR) im Wintersemester 2009\/10 statt. 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