{"id":182,"date":"2020-02-12T13:40:11","date_gmt":"2020-02-12T12:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/?page_id=182"},"modified":"2021-01-30T14:08:14","modified_gmt":"2021-01-30T13:08:14","slug":"konzeption-der-lp","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/projekt\/konzeption-der-lp\/","title":{"rendered":"Die Konzeption der Lernplattform"},"content":{"rendered":"\n<p>Genome Editing \u2013 unter dem Begriff versammeln sich mehrere biochemische Methoden, die es erm\u00f6glichen das Erbgut, die DNA, eines Lebewesens und somit dessen Merkmale zu ver\u00e4ndern. Neben der Anwendung bei Pflanzen und Tieren wird auch die Anwendung beim Menschen diskutiert, da sich abzeichnet, dass sich mit Genome Editing z. B. Erbkrankheiten behandeln, Risikofaktoren f\u00fcr HIV oder Krebs beeinflussen oder bestimmte Eigenschaften von Menschen ver\u00e4ndern lassen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Plattform konzentriert sich auf die ethischen Fragen, die mit dem Genome Editing beim Menschen verbunden sind. Sie ber\u00fchren viele unserer grundlegenden Werte, wie etwa Gesundheit, (reproduktive) Selbstbestimmung, Forschungsfreiheit, Verantwortung, Gerechtigkeit und Solidarit\u00e4t. Am drastischsten zeigt sich das bei der Anwendung der Technologie auf ungeborenes menschliches Leben \u2013 dem sogenannten Keimbahneingriff. \u00dcber kein anderes Einsatzgebiet wird heftiger gestritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel der Plattform ist es daher, \u00fcber das Genome Editing beim Menschen und die mit ihm verbundenen ethischen Herausforderungen zu informieren, zu einer eigenen ethischen Urteilsbildung anzuleiten und Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Ethik-Vermittlung in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung zu geben. Die Plattform hat dementsprechend zwei Teile: Den Schwerpunkt bilden eine Reihe von Selbstlernmodulen zur ethischen Urteilsbildung, die dann durch Konzepte, Materialien und Informationen zur Ethik-Vermittlung erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Plattform versucht, einen ausgeglichenen Zugang zum Thema anzubieten, der die biologischen Grundlagen und ethischen Aspekte gleichrangig auf einer Ebene behandelt und verschiedene Perspektiven aufzeigt, aus denen heraus man sich mit den ethischen Fragen des Genome Editing auseinandersetzen kann. Es soll m\u00f6glichst ergebnisoffen die Kompetenz gef\u00f6rdert werden, sich selbstst\u00e4ndig ein Urteil zu bilden. Zugleich sollen ethische Grundlagen vermittelt werden, die sich auch auf andere Themenfelder \u00fcbertragen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Versteht man die Vermittlung von ethischen Kompetenzen als Teil einer ethischen Grundbildung im Rahmen des allgemeinbildenden Auftrags des Bildungssystems, so wird noch eine weitere Anforderung deutlich: Die leitende Zielgruppe der Plattform m\u00fcssen Menschen aus verschiedensten Lebensverh\u00e4ltnissen sein, die sich mit eher weniger als mehr Vorkenntnissen und Vorerfahrungen einer neuen ethischen Fragestellung n\u00e4hern &#8211; es geht also nicht um die Ausbildung einer ethischen Expertise, sondern um eine \u201edidaktische Exploration\u201c, eine grundlegende Er\u00f6ffnung ethischen Denkens. Was ist es denn im Kern, was Menschen k\u00f6nnen m\u00fcssen, um sich ein ethisches Urteil zum Genome Editing beim Menschen bilden zu k\u00f6nnen? Diese Frage ist nicht etwa so zu verstehen, als sei irgendetwas als Vorbedingung n\u00f6tig, um sich am ethischen Diskurs beteiligen zu k\u00f6nnen. Im Gegenteil: Sie fordert dazu auf, sich zu \u00fcberlegen, was vom Bildungssystem f\u00fcr alle zu erm\u00f6glichen und zu leisten ist, wenn ethische Kompetenzen gef\u00f6rdert werden sollen. Verschiedene und durchaus unterschiedliche Antworten auf diese Frage wurden im Rahmen einer Tagung diskutiert, deren Beitr\u00e4ge &#8211; kurze Videoclips &#8211; <a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/ethik-vermitteln\/konzepte-die-ethik-des-genome-editing-im-fachdidaktischen-kontext\/was-muessen-menschen-koennen\/\">hier auf der Plattform<\/a> zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In fachdidaktischer Hinsicht basiert die Plattform auf dem Entwurf einer Didaktik Angewandter Ethik (Dietrich, Julia: Didaktik Angewandter Ethik (in Vorbereitung); siehe auch <a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/didaktik-angewandter-ethik\/\">hier<\/a>), die Vermittlungsprozesse als integralen Bestandteil Angewandter Ethik versteht und ein Profil (wissenschafts-) ethischer Grundbildung entwirft. Dabei zeigt der einschl\u00e4gige Forschungsstand, dass in den Bereichsethiken zwar eine Vielzahl von Urteilsbildungsmodellen entwickelt wurden, dass diese aber im Kern auf den Praktischen Syllogismus nach Aristoteles zur\u00fcckgehen und eine Situationsanalyse mit einer normativen Analyse verbinden, aus deren Zusammenspiel ein handlungsorientierendes Urteil erw\u00e4chst. Diese Grundstruktur hat sich in der Philosophie- und Ethikdidaktik als sog. Fallanalyse in verschiedenen Varianten etabliert (eine kurze Darstellung findet sich <a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wie-du-einen-ethischen-fall-analysieren-kannst\/wie-du-mit-einem-ethischen-fall-umgehen-kannst\/\">hier<\/a>) und liegt auch dem Hauptteil der Plattform, den Selbstlernmodulen, zugrunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Selbstlernmodule sind in drei Ebenen gegliedert. Auf der obersten Ebene wurden die verschiedenen Schritte einer Fallanalyse zu 6 Fragen umformuliert, die als solche themenunabh\u00e4ngig sind. Auf der n\u00e4chst tieferen Ebene wurde eine systematische Steigerung der Komplexit\u00e4t angezielt &#8211; so wird beispielsweise die Vorstellung des naturwissenschaftlichen Forschungsstands um den Schritt erg\u00e4nzt, diesen anhand einer Vervielf\u00e4ltigung der Perspektiven und der Hinterfragung der Inszenierungen kritisch zu kontextualisieren. Auch die Struktur dieser Ebene kann auf andere Themenstellungen \u00fcbertragen werden. (Einen \u00dcberblick auf die Fragen, die die Lernplattform auf diesen zwei Ebenen formuliert, gibt es <a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/die-plattform-im-ueberblick\/\">hier<\/a>.) Auf der dritten Ebene werden nun die Fragen und Gesichtspunkte der ersten beiden Ebenen durch eine Vielzahl von Einzelbeitr\u00e4gen verschiedener Autor_innen themenspezifisch f\u00fcr die ethischen Fragen des Genome Editing beim Menschen konkretisiert. Auf dieser Ebene wurde keinerlei Systematik oder Vollst\u00e4ndigkeit angestrebt. Dies bedeutet auch: Vergleichbar mit der Herausgeberschaft eines Buches, \u00fcbernehmen wir als Herausgeber_innen die Verantwortung f\u00fcr die Grundstruktur der Plattform und die Anordnung der einzelnen Beitr\u00e4ge. F\u00fcr die Inhalte der einzelnen Beitr\u00e4ge sind allein die jeweiligen <a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/cooming-soon-seiten\/autoren\/\">Autor_innen<\/a> verantwortlich, das hei\u00dft, dass die Beitr\u00e4ge nicht unbedingt die Positionen der Herausgeber_innen widerspiegeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Selbstlernmodule sind so angelegt, dass sie zum einen, den 6 Fragen folgend, systematisch nacheinander abgearbeitet werden k\u00f6nnen. Sie bauen aber nicht in dem Sinne aufeinander auf, als sie nicht auch, je nach Vorkenntnissen, Interessen oder Neugier in einer anderen Reihenfolge bearbeitet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Teil der Plattform werden Konzepte, Materialien und Informationen geboten, welche die Ethik-Vermittlung unterst\u00fctzen sollen und sich an Multiplikator_innen insbesondere in der Schule, aber auch an der Hochschule und in der Erwachsenenbildung richten. Unter dem Punkt \u201eKonzepte\u201c wird die Plattform in einen fachdidaktischen Kontext eingebettet. Unter \u201eMaterialien\u201c werden erprobte Unterrichtsbausteine vorgestellt, welche im Rahmen von Creative-Commens-Lizenzen verwendet werden d\u00fcrfen. Die \u201eInformationen\u201c unterst\u00fctzen eigenst\u00e4ndige Recherchen zur Angewandten Ethik und insbesondere zur Bioethik.<\/p>\n\n\n\n<p>Die konzeptionelle Arbeit wurde durch einen Wissenschaftlichen Beirat begleitet, f\u00fcr dessen Anregungen, Kommentare und konstruktive Kritik wir uns hier herzlich bedanken m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sebastian Brodkorb, Julia Dietrich, Annett Wienmeister<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Design und technische Umsetzung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sebastian Brodkorb, Annett Wienmeister mit Laila Benz, Henrik H\u00f6rmann, Julia Prudlo, Fabio Sciascia<\/p>\n\n\n\n<p>(Wir danken dem Center f\u00fcr digitale Systeme der Freien Universit\u00e4t Berlin (CeDiS), insbesondere Lyubomir Zhivkov, f\u00fcr die freundliche Unterst\u00fctzung.) &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Rechtsberatung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rechtsamt der Freien Universit\u00e4t Berlin (wir danken Merlin Backer).<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Veranstaltungsorganisation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sebastian Brodkorb, Annett Wienmeister mit Laila Benz, Yoo Yung Lee, Catherina Neumann, Felix Werfel<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genome Editing \u2013 unter dem Begriff versammeln sich mehrere biochemische [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4241,"featured_media":0,"parent":180,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-182","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4241"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8302,"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/182\/revisions\/8302"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/genome-editing\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}