{"id":132,"date":"2019-01-18T10:41:05","date_gmt":"2019-01-18T09:41:05","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/?page_id=132"},"modified":"2019-02-13T09:05:21","modified_gmt":"2019-02-13T08:05:21","slug":"herausforderungen-fuer-deutschsprachige-minderheitenmedien-in-rumaenien-am-beispiel-der-allgemeinen-deutschen-zeitung-fuer-rumaenien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/journalistische-angebote\/herausforderungen-fuer-deutschsprachige-minderheitenmedien-in-rumaenien-am-beispiel-der-allgemeinen-deutschen-zeitung-fuer-rumaenien\/","title":{"rendered":"\u201eDie Allgemeine Deutsche Zeitung ist mehr als eine Zeitung\u201c- Interview mit der rum\u00e4nischen Journalistin Adelaida Ivan"},"content":{"rendered":"<p><em>von Nadja Knauer<\/em><\/p>\n<p>Die Medienlandschaft in Rum\u00e4nien befindet sich in einer wachsenden Krise wirtschaftlicher und politischer Repressalien. Die staatliche Einflussnahme w\u00e4chst stetig, ebenso der politische Druck auf Medieninhalte, Versuche der Zensur und der Einfluss wirtschaftlicher und politischer Interessensgruppen.<\/p>\n<p>Zudem ist Rum\u00e4nien durch eine hohe kulturelle Diversit\u00e4t gepr\u00e4gt, ist die Geschichte ihrer nationalen Minderheiten doch bis in das 12. Jahrhundert zur\u00fcckzuverfolgen. Die gr\u00f6\u00dfte Minderheit stellt dabei die deutschsprachige dar, zu der unter anderem die Gruppe der Siebenb\u00fcrger Sachsen geh\u00f6rt. Um eine Integration von Minderheiten in die Mehrheitsgesellschaft zu gew\u00e4hrleisten, und die Akzeptanz und das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu st\u00e4rken, spielt die mediale Repr\u00e4sentation in rum\u00e4nischsprachigen Medien ebenso eine elementare Rolle wie das Angebot muttersprachlicher Angebote f\u00fcr die Minderheiten. Minderheitenjournalismus ist damit eine bedeutsame S\u00e4ule zur Bewahrung und Erhaltung einer kulturellen Identit\u00e4t, und ein wichtiger Baustein eines Heimatgef\u00fchls der Minderheiten.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1990 sind jedoch die Zahlen der Angeh\u00f6rigen nationaler Minderheiten, so auch der deutschen, aufgrund von Emigration stark gesunken. Die deutschsprachigen Minderheitenmedien stehen nun vor zahlreichen Herausforderungen: Sie m\u00fcssen einerseits unter \u00f6konomischem und politischem Druck bestehen, und zugleich mit der H\u00fcrde der sinkenden Leserschaft umgehen, um ihr Bestehen zu sichern. Ein geringes Themenspektrum, mangelhafter journalistischer Nachwuchs und Sprachverlust der deutschen Sprache sind dabei ebenfalls Probleme, denen es sich zu stellen gilt. Nichtsdestotrotz gibt es auch Grund zum Optimismus, lernen Sch\u00fclerInnen und StudentInnen doch h\u00e4ufig Deutsch in Lehrangeboten, und k\u00f6nnten Potenzial f\u00fcr neue Leserschaft bieten. Zudem ist das Zeitunglesen ein bislang immer vorhandener Bestandteil der Kultur deutschsprachiger Minderheiten, und eine Tradition, die die Stammleserschaft an ihre Nachfahren ebenso weitergeben kann, wie an ihr soziales Umfeld.<\/p>\n<p>Adelaida Ivan ist Expertin auf dem Gebiet des deutschsprachigen Minderheitenjournalismus in Rum\u00e4nien. Sie selbst ist geb\u00fcrtige Rum\u00e4nin, studierte aus Eigeninteresse Germanistik, und arbeitet nun als Journalistin f\u00fcr die einzige deutschsprachige Tageszeitung Rum\u00e4niens. W\u00e4hrend eines Forschungsjahres am Internationalen Journalisten-Kolleg der FU Berlin widmete sie sich der deutschsprachigen Minderheit der Siebenb\u00fcrger Sachsen und ihrer Br\u00fcckenfunktion zwischen Deutschland und Rum\u00e4nien. Ivan selbst ist derzeit wohnhaft in Berlin, arbeitet weiter an ihrem Projekt und ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4\u00dfig darauf bezogene Artikel in der Allgemeinen Deutschen Zeitung f\u00fcr Rum\u00e4nien. Ihre jahrelange Berufst\u00e4tigkeit f\u00fcr das Blatt, das Leben in Rum\u00e4nien und ihre Erfahrungen als Journalistin pr\u00e4gen ihren Blick auf die Situation der Minderheitenmedien in Rum\u00e4nien. Obgleich sie zahlreiche Herausforderungen und Schwierigkeiten anerkennt, malt sie ein insgesamt sonnigeres Bild f\u00fcr die Zukunft der deutschsprachigen Minderheitenmedien: \u201eDie ADZ ist mehr als eine Zeitung, sie ist Teil der kulturellen Identit\u00e4t. Solange es eine deutschsprachige Minderheit gibt, oder Menschen, die in Rum\u00e4nien Deutsch sprechen, wird es auch eine Zeitung geben\u201c. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen als rum\u00e4nische Journalistin f\u00fcr die ADZ, sch\u00e4tzt die aktuelle Situation der Minderheitenmedien in Rum\u00e4nien vor dem Hintergrund politischer und \u00f6konomischer Entwicklungen ein, und gibt schlie\u00dflich einen Ausblick f\u00fcr k\u00fcnftige Chancen und Herausforderungen.<\/p>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('video');<\/script><![endif]-->\n<video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-132-1\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil1-1.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil1-1.mp4\">https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil1-1.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-132-2\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil2.mp4?_=2\" \/><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil2.mp4\">https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil2.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-132-3\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil3.mp4?_=3\" \/><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil3.mp4\">https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil3.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-132-4\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil4.mp4?_=4\" \/><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil4.mp4\">https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil4.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-132-5\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil5.mp4?_=5\" \/><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil5.mp4\">https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/journalismus_moe\/files\/2019\/01\/KleinTeil5.mp4<\/a><\/video><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Nadja Knauer Die Medienlandschaft in Rum\u00e4nien befindet sich in einer wachsenden Krise wirtschaftlicher und politischer Repressalien. 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