{"id":720,"date":"2010-08-23T11:46:53","date_gmt":"2010-08-23T10:46:53","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/?page_id=720"},"modified":"2010-08-23T11:46:53","modified_gmt":"2010-08-23T10:46:53","slug":"jaqueline-und-der-rest-der-welt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/?page_id=720","title":{"rendered":"Jaqueline und der Rest der Welt"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify\">Eine Berliner Griechin spricht \u00fcber Fu\u00dfball und die Euro-Krise<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">von <strong>Jay Binneweg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Jacqueline Patlakas ist Besitzerin der \u201eTaverna Athene\u201c in der N\u00e4he der Station M\u00f6ckernbr\u00fccke im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Obwohl sie griechisches Essen in einem griechischen Restaurant serviert, f\u00fchlt sie sich als Deutsche, besonders als Berlinerin. Beim Fussballspiel Deutschland gegen Argentinien sitzt eine Hand voll G\u00e4ste im Partyzimmer des Restaurants. <a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-722\" title=\"jay binneweg3\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg3.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg3.jpg 600w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 85vw, 600px\" \/><\/a>Sie waren in Stimmung, mit Schminke, Hut und Vuvuzela. Mit jedem deutschen Tor bringt der Kellner einen freien Schuss Ouzo. Etwas, das mit dem dritten und vierten Tor durchaus zur Verpflichtung wurde. Direkt vor dem Spiel Deutschland-Argentinien haben wir mit Jacqueline Patlakas \u00fcber die Fu\u00dfball-WM und die Euro-Krise geredet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Viel wurde in den Medien \u00fcber die Euro-Krise und Griechenland geschrieben. Was haben Sie f\u00fcr Erlebnisse damit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: Ab und zu kommen Jungs rein und bestellen Gyros. Dann sagen sie: \u201eIch habe schon bezahlt, mit dem Rettungspaket\u201c. Was sie nicht verstehen: Ich zahle viele Steuern, mehr als sie. Wenn Leute nur \u201eBild\u201c oder \u201eBZ\u201c lesen, verstehen sie die ganze Sache nicht. Obwohl, von dem, was ich gelesen und geh\u00f6rt habe, verstehe ich es auch nicht. Was ich wei\u00df ist, dass Deutschland dieses ganze hin und her des Geldes braucht. Die Wirtschaft baut darauf. Griechenland musste drei U-Boote von Deutschland kaufen, egal ob es Geld hat oder nicht. Den Deutschen ist wichtiger, ihrer eigenen Wirtschaft zu helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Und wie geht es Ihnen bei der WM?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: Fu\u00dfball ist mir v\u00f6llig egal, aber es ist auch schlecht f\u00fcr das Gesch\u00e4ft. Erst kam das warme Wetter, die Leute wollen einfach nur drau\u00dfen sein. Und dann die WM, sie m\u00f6chten im Biergarten mit riesiger Leinwand sitzen. Deswegen ist f\u00fcr uns n\u00e4chste Woche Zeit f\u00fcr Urlaub.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Wer wird heute die WM hier anschauen? Wird es im Restaurant eine griechische Gemeinschaft geben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: M\u00f6glicherweise kommen andere Nationalit\u00e4ten zusammen. Aber die Griechen haben ein Leben zu Hause. Dennoch sind sie gut integriert. Um die WM anzusehen, m\u00fcssen sie nicht hierher kommen &#8211; sie gehen hin, wo immer es ihnen beliebt und sondern sich nicht ab. Vielleicht hei\u00dft das Integration, aber es hilft uns nicht im Restaurant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Sind Ihre Kunden meistens Griechen oder ist es eine Mischung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: Es ist mehr Mischung als Du denken w\u00fcrdest. Wir sind 25 Jahre hier. In den letzten Jahren kamen diese Jugendherbergen in der N\u00e4he auf. Jetzt brauche ich mein Englisch. Ich habe neun Jahre Englisch in der Schule gelernt, aber nie benutzt. Du siehst dieses Schild: \u201eASK FOR AN ENGLISH MENU\u201c. Aber das ist Berlin: Wir haben ein griechisches Restaurant gegr\u00fcndet, und statt eine griechische Umgebung zu finden, haben wir den Rest der Welt kennengelernt.<a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-723\" title=\"jay binneweg\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg.jpg 600w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/jay-binneweg-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 85vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Wie f\u00fchlen Sie sich in Berlin?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: Ich bin Deutsche. Meine Kinder sind Deutsche. Mein Mann ist Griechisch, so auch das Restaurant. Ich bin in Deutschland geboren, meine Mutter ist Deutsche. So f\u00fchle ich mich hier: Es ist Heimat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Haben Sie Familie in Griechenland?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: Ja, sicher. Wir machen dort jedes Jahr Urlaub. In zwei Wochen sind wir f\u00fcr einen Monat weg. Mein Mann sagt ab und zu, vielleicht gehen wir nach Griechenland, probieren da zu wohnen. Aber die Kinder sind noch nicht gro\u00df geworden und ausgezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">?: Haben Sie irgendwo anders in Deutschland gewohnt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">!: Was brauche ich noch? Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen. Berlin ist sch\u00f6n, gr\u00fcn, hat verschiedene Gegenden. Man findet hier was immer man will. Wenn wir reisen, fahren wir nach Griechenland. Ich h\u00e4tte keine Lust, dort in ein kleines Dorf zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<h2 style=\"text-align: justify\">\n<p>Der Autor<\/p>\n<\/h2>\n<address><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/binneweg_port.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-721\" title=\"binneweg_port\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/binneweg_port.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/binneweg_port.jpg 280w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/binneweg_port-181x300.jpg 181w\" sizes=\"auto, (max-width: 110px) 85vw, 110px\" \/><\/a><\/address>\n<address>Jay Binneweg hat seinen BA in Journalism and German an der New Mexico State University abgeschlossen. Sein ausgepr\u00e4gtes Interesse an Autos hat ihn zum Auto-Journalismus gef\u00fchrt.<\/address>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Berliner Griechin spricht \u00fcber Fu\u00dfball und die Euro-Krise von Jay Binneweg Jacqueline Patlakas ist Besitzerin der \u201eTaverna Athene\u201c in der N\u00e4he der Station M\u00f6ckernbr\u00fccke im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Obwohl sie griechisches Essen in einem griechischen Restaurant serviert, f\u00fchlt sie sich als Deutsche, besonders als Berlinerin. 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