{"id":733,"date":"2010-08-23T12:13:03","date_gmt":"2010-08-23T11:13:03","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/?page_id=733"},"modified":"2010-08-23T12:13:03","modified_gmt":"2010-08-23T11:13:03","slug":"mexikanerin-mit-berliner-herz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/?page_id=733","title":{"rendered":"Mexikanerin mit Berliner Herz"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify\">Samanta Leiva hat in Berlin zu sich selbst gefunden<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">von <strong>Katherine A. Boy Skipsey<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Mexikanerin Samanta Leiva kam vor sechs Jahren nach Berlin, um ihre Freiheit zu suchen und fand hier ihre Kunst: die Malerei. Die 21-J\u00e4hrige kommt aus Mexiko-Stadt. Schon seit ihrer K<a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-735\" title=\"kb2\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb2.jpg\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb2.jpg 315w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb2-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 315px) 85vw, 315px\" \/><\/a>indheit wollte sie malen und zeichnen, aber zwischen Schularbeit und Haushaltspflichten konnte sie nicht genug Zeit f\u00fcr das Malen finden. Als sie 15 Jahre alt war, kam sie mit einem Sch\u00fcleraustausch nach Berlin. Sie blieb sechs Monate und hat hier eine neue Welt der Kultur entdeckt. Sie war fasziniert von den Leuten, die sich f\u00fcr Kunst interessierten, und so wusste sie, dass die Kunst ihre Zukunft sein musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als sie zur\u00fcck nach Mexiko kam, fing sie an, Kulturveranstaltungen f\u00fcr j\u00fcngere Mitsch\u00fcler zu organisieren. Sie wollte ihnen die M\u00f6glichkeit bieten, ihre k\u00fcnstlerischen F\u00e4higkeiten zu entdecken. Etwas, dass sie nie hatte, weil sich die Schule nur um Wissenschaft drehte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach ihrem Schulabschluss plante Leiva eine Reise nach Oaxaca-Stadt. Oaxaca liegt im S\u00fcden Mexikos, wo ihre Grosseltern wohnen. Sie blieb dort f\u00fcr sechs Monate und konzentrierte sich zum ersten Mal im Leben nur auf die Malerei. Sie begann in einem italienischen Restaurant als Kellnerin zu arbeiten, wo sie den Maler Juan Ac\u00e1zar kennenlernte. Er bot ihr eine Arbeitstelle an in seiner Druckwerkstatt, wo sie viel von Meister Ac\u00e1zar lernte. Unter anderem, dass man strikte Diziplin, Opferbereitschaft und Kraft braucht, um eine K\u00fcnstlerin zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der n\u00e4chste Schritt in ihrer Karriere sollte sie an eine Kunstuniversit\u00e4t f\u00fchren. F\u00fcr Leiva gab es nur eine M\u00f6glichkeit: die Universit\u00e4t der K\u00fcnste UdK in Berlin. Wie immer unterst\u00fctzten ihre Eltern Leivas Entscheidung und erm\u00f6glichten ihr eine Reise, die sie l\u00e4nger als jemals zuvor in ein entferntes Land bringen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Leivas Familie hat immer an sie geglaubt. Ihr \u00e4lterer Bruder, der an infantiler Zerebralparese leidet und damit von jeder eigenen Entscheidung ausgeschlossen ist, werde immer eine Schl\u00fcsselrolle f\u00fcr ihre Zukunft und ihre Kunst spielen, sagt sie. Er sei eine Quelle der Inspiration und Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Oktober 2008 packte Leiva ihre Sachen und flog nach Berlin. Sie \u00fcberstand hier einen harten Winter. Aber durch die warmen und farbigen Erinnerungen an ihre Heimat hat sie Inspiration f\u00fcr ihre Mappe zur UdK-Zulassung gefunden.<br \/>\nIm M\u00e4rz 2009 war sie fertig mit dieser Mappe und wurde kurz darauf an der Universit\u00e4t aufgenommen. Mittlerweile studiert Leiva schon ein Jahr an der UDK und in diesem Sommer hat sie ihre erste Ausstellung an der Universit\u00e4t. Ihre Bild-Kollektion enth\u00e4lt sechs Bilder, von denen drei durch Migration inspiriert sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-734\" title=\"kb1\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb1.jpg\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb1.jpg 315w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/kb1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 315px) 85vw, 315px\" \/><\/a>?: Wieso wurde das Thema Migration eine Quelle der Inspiration f\u00fcr Deine Bilder?<br \/>\n!: Ich bin weit weg von meiner Heimat. Trotzdem kommen von dort meine st\u00e4rksten Gef\u00fchle. Sie machen was ich bin und was mir am wichtigsten ist: Die Hoffnung im Alltag. Die versuche ich immer in meine St\u00e4rken einzubinden. Die Menschen aus Mexiko, die aus verschiedenen Gr\u00fcnden das Land verlassen m\u00fcssen, werden von einer unsichtbaren Kraft geleitet, etwas, das durch die Not in ihrem eigenen Leben erst entdeckt wird und bis zum Ende bleibt. Auch den Impuls, im jetzigen Tag zu bleiben, versuche ich in meinem Leben und durch meine Kunst auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>?: Wie hast Du Deine Gedanken und Gef\u00fchle \u00fcber Migration in Deinen Bildern ausgedr\u00fcckt?<br \/>\n!: Zwei Bilder gehen um Dinge, die mich pers\u00f6nlich betreffen. Meine Familie emigrierte nach New Jersey, und genau diese Bilder waren f\u00fcr mich eine Art Auseinandersetzung mit der Geschichte meiner Familie. Die Farben, die ich gew\u00e4hlt hatte, sind Farben die man in der mexikanischen Landschaft sehen kann. Auf jedem Fall sind sie verbunden mit Emotionen der Atmosph\u00e4re, die anscheinend bunt aussehen und die menschliche Qualit\u00e4t der Mexikaner beschreiben. Trotzdem gibt es einen dunkleren Hintergrund, der die eigentlich schwere und gef\u00e4hrliche Situation der Migration beschreibt.<\/p>\n<p>?: Welche Wirkung haben Deine Bilder auf Dein Publikum?<br \/>\n!: Die Farben und Symbole in meinen Bildern erz\u00e4hlen eine Geschichte, eine Geschichte die man erz\u00e4hlen muss! Auch Leute, die nicht viel \u00fcber Migration wissen, haben ein Gef\u00fchl von einem Leben in Trennung und dem Streben, irgendwo hinkommen zu wollen, wenn sie meine Bilder sehen. Das entspricht der Reise von Emigranten und auch von mir selbst.<\/p>\n<p>?: Wie siehst Du Dich selbst in der Zukunft und was hoffst Du f\u00fcr Dein Leben?<br \/>\n!: Ni idea! (Sie lacht herzhaft auf.) Ich wei\u00df, dass ich die ganze Welt bereisen will, um Ausstellungen zu haben. Ich will von meiner Kunst leben. Ich hoffe, ich kann mich immer weiter entwickeln und jeden Tag neue Impulse finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<h2 style=\"text-align: justify\">\n<p>Die Autorin<\/p>\n<\/h2>\n<address><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/katherine-boy-skipsey-portr\u00e4t.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-736\" title=\"katherine boy skipsey portr\u00e4t\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/katherine-boy-skipsey-portr\u00e4t.jpg\" alt=\"\" width=\"124\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/katherine-boy-skipsey-portr\u00e4t.jpg 336w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/katherine-boy-skipsey-portr\u00e4t-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 124px) 85vw, 124px\" \/><\/a>Katherine A. Boy Skipsey kommt aus Mexiko Stadt. Dort hat sie ihre Schulausbildung an der Deutschen Schule \u201eAlexander von Humboldt\u201c gemacht. Vor zwei Jahren zog sie nach Louisiana, U.S.A., wo sie PR, Business und Theater an der Louisiana State University studiert. Nach ihrer Ausbildung m\u00f6chte sie gern in den USA arbeiten, einen Master in Europa absolvieren und eventuell nach Mexiko zur\u00fcckgehen, um Politik Nachrichten zu machen.<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samanta Leiva hat in Berlin zu sich selbst gefunden von Katherine A. Boy Skipsey Die Mexikanerin Samanta Leiva kam vor sechs Jahren nach Berlin, um ihre Freiheit zu suchen und fand hier ihre Kunst: die Malerei. Die 21-J\u00e4hrige kommt aus Mexiko-Stadt. 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