{"id":766,"date":"2010-08-23T12:55:54","date_gmt":"2010-08-23T11:55:54","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/?page_id=766"},"modified":"2010-09-06T22:09:02","modified_gmt":"2010-09-06T21:09:02","slug":"ruckkehr-zu-den-eigenen-wurzeln","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/?page_id=766","title":{"rendered":"R\u00fcckkehr zu den eigenen Wurzeln"},"content":{"rendered":"<h2>Videoinstallationen zeigt Migrationswege 13 j\u00fcdischer Frauen<\/h2>\n<p>Von <strong>Rebecca Schmid<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film1-rebecca.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-767\" title=\"film1 rebecca\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film1-rebecca.jpg\" alt=\"\" width=\"813\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film1-rebecca.jpg 979w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film1-rebecca-300x56.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 813px) 85vw, 813px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Von Prag nach Berlin. Von Berlin nach Buenos Aires. Und wieder nach Berlin. Eine Reihe von Migrations- und Familiengeschichten. 13 j\u00fcdische Frauen aus verschiedenen L\u00e4ndern, 30 bis 80 Jahre alt, treffen sich in einem Zimmer, um ihre Erinnerungen aufzuarbeiten und neue Wege in die deutsche Kultur zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eOne Room of Memories\u201c, eine Videoinstallation die vom 19. August bis 27. Januar 2011 am Centrum Judaicum in der Oranienburgerstra\u00dfe zu erleben sein wird, erfasst diese gemeinschaftliche Besinnung durch Erz\u00e4hlungen und kollektive Performances. Ruth Kuperman, die Regisseurin und Erfinderin des Projekts, bezeichnet die Installation als ein explosives Experiment. \u201eDie Berichte und Handlungen erscheinen gleichzeitig und verketten sich\u201c, so Kuperman. \u201eMit den Stimmen, den Close-ups, den kleinen und grossen Bewegungen webt sich alles wie ein Wandteppich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz der unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmer, haben alle etwas gemeinsam: Heimatlosigkeit. Kuperman glaubt, dass eine nomadische Existenz sehr stark die Erinnerungen von allen Juden durchdringt. \u201eDie Heimatlosigkeit pr\u00e4gt uns selbst in den L\u00e4ndern wo wir geboren sind\u201c, sagt sie. \u201eVielleicht entsteht dadurch das Bed\u00fcrfnis zu migrieren. Wir haben uns das nicht ausgesucht, als wir verfolgt wurden. Aber danach vielleicht doch.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr die Brasilianerin von polnisch-j\u00fcdischer Herkunft, war der Umzug nach Berlin vor zehn Jahren wie eine R\u00fcckkehr in die Vergangenheit. Die Aus- und Einwanderungsgeschichten, die Kuperman hier h\u00f6rte, inspirierten ihr Projekt \u201eOne Room of Memories.\u201c \u201eDie letzte Migration nach Deutschland bietet eine Gelegenheit, gleichzeitig die alte Migration zu reflektieren\u201c, so Kuperman. \u201eIn Brasilien denkt man nicht so viel dar\u00fcber nach, weil es ein neues Land ist, das nichts mit dieser Geschichte zu tun hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend des Entstehungsprozesses der Videoinstallation holten die Teilnehmer viele Erlebnisse aus dem Staub der Vergangenheit. Kuperman f\u00fchrte eine alte Puppe als Objekt ein, die ein Symbol der Installation geworden ist, nachdem mehrere Frauen von verlorenen Puppen aus der Kindheit erz\u00e4hlten. Ruth Stadnik-Goldstein, die 1938 mit zwei Jahren ein Schiff von Deutschland nach Argentinien nehmen musste, erinnerte sich an eine Puppe, die sie \u00fcber Bord hat fallen lassen, als sie ins Wasser gucken wollte. Cila Lewin, 1933 in Litauen geboren, erz\u00e4hlte, wie sie ihre Puppe mitnehmen wollte, als die deutschen Soldaten in ihr Haus eingedrungen sind. Ihr Vater hat sie stattdessen gezwungen, ihren Mantel zu nehmen und schrie, \u201eLauf! Lauf!\u201c Lewin entfloh alleine durch die Felder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">65 Jahre nach dem Krieg g\u00e4be es noch viele Themen zu erarbeiten, so Kuperman. Sie findet, dass die Behandlung des Holocausts in Deutschland oft oberfl\u00e4chlich sei. \u201eIch glaube, die Deutschen sind geneigt, die Geschichte zu vermindern, weil sie es selbst nicht ertragen k\u00f6nnen\u201c, sagt sie. Das Projekt habe sehr starke Gef\u00fchle ausgel\u00f6st, so Kuperman. Die Teilnehmer und G\u00e4ste beim Filmen haben viel geweint. Mit Ola Lewin und Frank Blum, die f\u00fcr Dreharbeiten und Filmschnitt des Projekts zust\u00e4ndig waren, plant Kuperman einen zweiten Teil der Installation. \u201eDie Kunst hat ihre eigene Sprache, die jeden Mensch unterschiedlich ber\u00fchren kann\u201c, sagt Kuperman. \u201eMan kann eindringen und etwas ganz Subtiles herausholen, manchmal ohne zu viel Schmerz.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film2rebecca1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-769\" title=\"film2rebecca\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film2rebecca1.jpg\" alt=\"\" width=\"833\" height=\"156\" srcset=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film2rebecca1.jpg 979w, https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/film2rebecca1-300x56.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 833px) 85vw, 833px\" \/><\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify\">\n<p>Die Autorin<\/p>\n<\/h2>\n<address><a href=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/Rebecca-Schmid-Portr\u00e4t.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-804\" title=\"Rebecca Schmid Portr\u00e4t\" src=\"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/migrationen\/files\/2010\/08\/Rebecca-Schmid-Portr\u00e4t.jpg\" alt=\"\" width=\"98\" height=\"146\" \/><\/a>Eine geb\u00fcrtige Pariserin von schweizerisch-amerikanischer Herkunft, Rebecca Schmid ist die Berlin New Korrespondentin for MusicalAmerica.com und eine freischaffende Journalistin. Ihre letzten Artikel erschienen in BBC Music Magazine, Chamber Music America, American Record Guide, and Music&amp;Vision. Im Mai absolvierte sie ihren Magister am Goldring Arts Journalism Program der S.I. Newhouse School of Public Communications in Syracuse, New York. Rebecca war Fulbright Stipendiatin f\u00fcr musikwissenschaftliche Forschung in Wien und besitzt einen B.A. in Musik\/Vergleichende Literatur von Brown University (USA).<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Videoinstallationen zeigt Migrationswege 13 j\u00fcdischer Frauen Von Rebecca Schmid Von Prag nach Berlin. Von Berlin nach Buenos Aires. Und wieder nach Berlin. 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