{"id":131,"date":"2012-04-17T16:41:04","date_gmt":"2012-04-17T14:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/sonia\/?p=131"},"modified":"2012-04-17T17:40:30","modified_gmt":"2012-04-17T15:40:30","slug":"reine-farben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/sonia\/2012\/04\/17\/reine-farben\/","title":{"rendered":"Reine Farben"},"content":{"rendered":"<p>Was mich an meinem Studienfach h\u00e4lt, ist eine Leidenschaft, sie sich am Besten in einem Erlebnis auf den Punkt bringen l\u00e4sst, das mich tief beeinflusst hast.<\/p>\n<p>Ich besuchte 2004 die MoMa-Ausstellung in Berlin. Es gab eine lange Schlange, die Neue Nationalgallerie hatte ihre Kellerpforten ge\u00f6ffnet damit sich schaulustige Massen eine Nase voll Freiheitsstatue ziehen konnten. Alles in allem also kein Event, auf den ich sonderlich scharf gewesen w\u00e4re. Ich glaube, ich bin mit irgendeiner Gruppe dann doch hingegangen. Ich fand die R\u00e4ume ungem\u00fctlich, die Werke waren oft zu gro\u00df f\u00fcr das Parkhaus au &#8222;van der Rohe&#8220;, oder zu klein und versanken darin. Felltassen, Dal\u00ed, Matisse, nackte Leiber in groben Strichen g\u00e4hn, jaja. Die Moderne war irgendwie nicht so mein Ding, damals fand ich Japonismus eher interessant, plakative Werke beruhigten mein adoleszentes Gem\u00fct eher; die Moderne war mir immer schon etwas zu laut, zu aufgeregt. Ich lief also v\u00f6llig reiz\u00fcberflutet an den marktschreierischen Schinken vorbei, entnervt von den Menschenmassen, erm\u00fcdet und vor allem entt\u00e4uscht von mir selber: Nun redete ganz Berlin von dieser unglaublich guten MoMa-Ausstellung, aber ich konnte dem ganzen wenig Positives abgewinnen. Wie sollte ich jemals wieder von mir behaupten k\u00f6nnen, dass ich Kunst mag, wenn ich doch als so ein maulender Banause in dieser einmaligen Gelegenheit umherschlurfte? Die gro\u00dfen Namen zogen an mir vorbei- kein Gem\u00e4lde rief irgendein Feuer in mir wach, ich war deprimiert. Das soll&#8217;s gewesen sein?, dachte ich oft bei mir. Warum wird da so ein Brimborium gemacht? Man erkennt doch nix. Ich konnte keine meiner leidenschaftlichen Argumentationen aus dem Kunst-Unterricht in der Schule mehr nachvollziehen. Wurde aus mir gar ein von mir selbst verhasster Moderne-Muffel? Ein &#8222;Das h\u00e4tt ich auch gekonnt&#8220;-Schreier?<\/p>\n<p>Eines der wenigen Werke, die mir immer pr\u00e4sent geblieben sind, hing ziemlich unspektakul\u00e4r neben einer der Glas-Fl\u00fcgelt\u00fcren, ob Ein- oder Ausgang, wei\u00df ich nicht mehr genau. Es gab keine Sitzgelegenheit davor, und auch ich war zuerst einfach daran vorbeigegangen. In meinem Selbstzweifel in einen bequemen Trott gefallen, schaffte dieses Bild mich jedoch hervorragend ein-und abzufangen. Letztendlich, so meine Erinnerung mich nicht tr\u00fcgt, verbrachte ich dann den Rest der Zeit vor diesem beruhigenden Pool des Gl\u00fccks.<\/p>\n<p>Es war ein Yves Klein- genauer das<em> <a href=\"https:\/\/www.moma.org\/collection\/object.php?object_id=80103\">Monochrome Bleu<\/a><\/em>, das Pigment, dass er sich als International Klein Blue patentieren lie\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was mich an meinem Studienfach h\u00e4lt, ist eine Leidenschaft, sie sich am Besten in einem Erlebnis auf den Punkt bringen l\u00e4sst, das mich tief beeinflusst hast. Ich besuchte 2004 die MoMa-Ausstellung in Berlin. 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