{"id":535,"date":"2014-09-13T00:45:35","date_gmt":"2014-09-12T22:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/sonia\/?p=535"},"modified":"2014-09-13T00:53:26","modified_gmt":"2014-09-12T22:53:26","slug":"yellow-fever","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userblogs.fu-berlin.de\/sonia\/2014\/09\/13\/yellow-fever\/","title":{"rendered":"Yellow Fever"},"content":{"rendered":"<p>Heute auf dem Nachhauseweg kam ich am OAS vorbei. An mir lief ein Paar vorbei: er offenbar Deutscher, sie Chinesin. Sie sprach mit ihm auf Mandarin.<br \/>\nPl\u00f6tzlich war ich total sauer. Wieso? Weil es in meinem Chinesischkurs genau eine Art von \u00dcberflieger gab: die Jungs mit Yellow Fever, dh. einer sexuellen Vorliebe f\u00fcr Asiatinnen. Die suchten sich in windeseile Freundinnen oder starteten schon mit derselben. Manchmal taten es auch nur Geliebte, bzw. &#8222;Zweckbeziehungen&#8220; oder &#8222;Tandem with Benefits&#8220;. H\u00e4ndchenhaltend schlenderten sie dann \u00fcber den Campus und quasselten ohne Unterlass s\u00fc\u00dfe Nichtigkeiten.<br \/>\nEinerseits verletzt das meine feministische Seele. Wieso lassen sich diese M\u00e4dels so als Fetischobjekt ausn\u00fctzen? Auf der anderen Seite blanker Neid- die Jungs sprachen bald ohne die Scham, die mein st\u00e4ndiger Begleiter war. Sie konnten sich leichter W\u00f6rter merken, plapperten in einem fort, und \u00fcberhaupt war der ganze Kurs &#8222;Flirttechniken lernen f\u00fcr Fortgeschrittene&#8220; f\u00fcr sie. Was m\u00f6gen &#8222;die Chinesinnen&#8220; so? Wie stelle ich mich auf Chinesisch vor? All das erschloss sich mir nicht recht zu lernen. Die Jungs hingegen hatten ein grosses Interesse daran, schnell und fl\u00fcssig Konversation zu \u00fcben. Klar, die private Nachhilfelehrerin forderte Erfolge ein!<br \/>\nSie waren auch Klischees gegen\u00fcber aufgeschlossener, wo ich mich zun\u00e4chst instinktiv sperrte. Und seien wir ehrlich: plumpe Gedanken lassen sich in plumpe S\u00e4tze fassen- und die gehen nunmal auf jeder Sprache leichter von den Lippen. Ohne komplizierte Konstruktionen, vielschichtige Gedanken, abw\u00e4gende Argumente und sprachliche Arabesken redet es sich nunmal leichter.<\/p>\n<p>Nun, ich war entweder vergeben, und zur restlichen Zeit einfach nicht speziell an asiatischen R\u00f6cken (bzw. Hosen) interessiert. Also hatte ich nie die Chance auf eine solche &#8222;private Nachhilfe&#8220;. Das \u00e4rgert mich im Nachhinein. Irgendwie wurde ich halt nie in meine chinesischen Freundeskreise so integriert, dass ich daraus sprachliche Vorteile gezogen h\u00e4tte. Mit einer festen Freundin, einem festen Freund s\u00e4he das sicher anders aus. Zumal es unter den meisten &#8222;erfolgreichen&#8220; WissenschaftlerInnen der ostasiatischen Disziplinen Mischehen gibt. Sicher spielt auch dort das Yellow Fever eine Rolle, vielleicht auch Berechnung der Karriere, vielleicht purer Zufall. So oder so haben Partner mit einem Muttersprachler an ihrer Seite einen Vorteil, der mir verschlossen bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute auf dem Nachhauseweg kam ich am OAS vorbei. An mir lief ein Paar vorbei: er offenbar Deutscher, sie Chinesin. Sie sprach mit ihm auf Mandarin. Pl\u00f6tzlich war ich total sauer. Wieso? Weil es in meinem Chinesischkurs genau eine Art von \u00dcberflieger gab: die Jungs mit Yellow Fever, dh. einer sexuellen Vorliebe f\u00fcr Asiatinnen. 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