gustavmeyrink – dergolem

ETA Hoffmannepigone der überflüssigeren Sorte, weniger nachfolgend,-ahmend, als nachäffend -weitestgehend recht uninspiriert.
Das plus Prager Ghettokitsch und religionsmystisches Geblabbere: daraus generiert Herr M. seine billigen Effekte. Herr M. ist nicht Herr K.; wer’s behaupten sollte qualifiziert sich als kompletter Ignorant. Kafkas nüchtern, strenge und unsentimentale Prosa ist das genaue Gegenteil.
Meyrink bietet in strapaziösblumiger Sprache eine strapaziös sich nicht vom Fleck bewegende Handlung, die ihre Orientierungslosigkeit hinter Geheimniskrämerei und Düsternis zu decken versucht und arg bemüht da Spannung behauptet, wo nur Verwirrung gelingt; eine Sprache, die wiederholt mit allen überlauten Mitteln außer sich gerät, ob dems jedoch mitnichten dem Leser – wie wohl intendiert- die Sprache verschlägt, stattdessen aber dem in süßliche Formulierungsnebel abtauchenden Autor die sprachliche Bewältigung seines Vorhabens peinlich außer Sicht gerät

maxkretzer – meistertimpe

Eher Zille als Zola.
hat man sich damit abgefunden, versprichts doch noch drollig zu werden, jedoch größtenteils auf des Romans Kosten.
Hohes Lied aufs Handwerk, angestimmt von einem, der sein Handwerk nur bedingt versteht. Recht schematisch und nur insofern solide; aber die Figurenzeichnung: je nach Laune: mal Sprachrohr des Autors, die gleiche Person mal als naiv, mal als berechnend gegeben, eben je nach den momentanen Erfordernissen des Handlungverlaufs. Das ist schon recht abenteuerlich.
Den übelgelaunten, blinden Großvater allerdings , ein echter Überspießer, wie der da durch die Szenerie schlurft und zu allem seine unheilkündenden knappen Kommentare abgibt, hatte ich so ziemlich ins Herz geschlossen. Leider ist er zwischenzeitlich verstorben (2/3 des Romans liegen hinter mir).