Es ist immer ein trauriges Bild, wenn die Menge gegen ein Individuum im Rechte ist.
(G. Ouckama Knoop; Die Grenzen Bd.2)
Kategorie: nichtich
Entzug
„Wolf und Lamm werden Freunde auf schmalem Rettungsland, wenn der Tod ringsum nach ihnen den Rachen aufsperrt, nicht aber Menschen, die sich fliehen“
(W.H.v.R. ; Meister Martin Hildebrandt)
Das dt. Ausrottkehlchen schächtet sich
„Erst dann ist ein Ding vollkommen, wenn es das Gegentheil von sich selbst ist; das ist eine Zwielichtsweisheit; aber im Zwielicht fickt man am besten.“
(J. Langbehn; ‚Rußland als Erzieher‘)
Grabpegel
Aus dem Traum gesprochen
Ich bin nicht hier, und noch nicht bin ich dort.
Die Blumen, ach die Blumen, ferne Zeit!
Wir hausen so, an einem Zwischenort.
Es starb so viel. Der Bettler singt. Es schneit.
Ich sitze schon im Zug. Kein Schmetterling
verfliegt sich bis hierher. O Abendstern,
o herbstversunkener Garten! Eben ging
die Frau vorbei. Für immer. Schön und fern,
und immer weiter von dem Anbeginn.
Zwei Uhren schlagen lautlos. Einer lacht.
Zu brechen Brot, zu teilen, sei der Sinn,
sagt eine Stimme. Wär es doch vollbracht!
Ist dies schon Traum, dies Kindesangesicht?
O Mutter, weißt du noch? Es war einmal.
Der Nachbar fragt. Wie spät? Ich weiß nicht.
Ich liege schon. Ich habe keine Wahl.
Es wird schon spät sein. Ja, es ist wohl spät.
Die Götter gingen schlafen, müd wie du.
Die Blumen, ach die Blumen! Einer steht
als Engel vor dem Gartentor. Wozu?
Du darfst nicht klagen. Für die Ewigkeit
bist du gemalt. Sei still, die Stirne fehlt.
Die Hand im Bild ist klein und zart. Es schneit
auch nicht mehr. Dieses Gold ist ungezählt.
Gehört dem Bettler. Sind wir schon am Ziel?
So bin ich wieder, wo ich immer war.
Nun steht er nicht mehr dort? Mir starb so viel.
Die Blumen, ach! – Wie ist es wunderbar..
(JW)
Voll die Leere!
„Narziß ist fähig, sich selbst zu befragen, aber unfähig, sich eine Antwort zu geben, an der ihm etwas läge.“
Stanley Cavell
Poetik
„Nur das Kunstwerk, der direkt von der Angst hervorgebrachte Text, könnte paradoxerweise für alle Zeiten der Leere, die auch sie zur Welt gebracht hat, entgehen. Während die alltägliche Welt in jedem Augenblick vor mir einstürzt, konstruiert das Schreiben des Imaginären aus dem (als Struktur aufgefassten) Nichts selbst eine Antiwelt, der die fundamentale Angst nie mehr etwas anhaben kann, denn es ist genau diese Angst – und im Gegensatz zu dem, was der gesunde Menschenverstand glaubt, nicht die Wörter oder die Syntax -, die den Stoff bildet, aus dem diese Antiwelt erbaut wird.“
ARG
Kooperation
Zerbrochene Brücke
Claus wolte nicht uber eine zerbrochene alte Brücke gehen / stund und wartet bis einer kame / dem wolte er zwene Schwerdgrossen geben / das er in aufffaste / und in hinnüber trüge / und meinte er were leichter selbander / denn allein.
( aus : „Historia von Claus Narren“)
live is boring und heiter ist tot!
“ ( Alsam di valsche minne unminne git vil strenge,
rehte in dem selben sinne git ouch kurzewile dicke lenge.)
‚mach uns die wile kurz, diu ist so lenge!‘
des ist der tot ein meister, und wart uf erde niht also strenge.“
( J.T.; str. 2145)
Zitat versus Mordtat
„Wie groß unsre Fähigkeit, uns zu behaupten, sein mag, unsre Fähigkeit, zu Grund zu gehen, ist immer noch größer.“
Ferdinand K. (aus „Der Amerikamüde“)