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cap.33

Clown- bis klauenesk gekrümmter, zu gespieltem, gepflegtestem Fehlen von Zorn und Zornesglut gekrümmter Grad-/Gradsoheit verfallen, in gewand schlechtem Witz und in knifflig Lauem bereits schleierhaft verfangen und in Auflösung begriffen und erst aufgelöst begriffen ( wie auch anders?): Farfar; Die Erkenntnis kommt zuletzt und ist zur Last von allem Letzten das Letzte, was man sich hätte verkneifen können und sollen und nicht verkniff. So spät noch aufgebahrt in ausgewachsenstem Ich, shit- und showgestählt zur Schau gestellt dem abgenickten Nein!

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cap.32

Auch eingebrockt hat sich jetzt ausgebadet. Ausgewachsene Ausgeburt schleppt sich müde über die Stränge. Farfars Sich-mit-sich-austreiben geht zu Schanden, weil zu gehaltlos war, was diese beide Seiten an Schärfen aufzubieten hatten. Man hockt zusammen in nichts und teilt den Platz aus. „Fiebere dich zurück zum einen Körper.“ Die große Zehe und der große wippen mitsamt dem Wimpernschlag; und Farfar nur noch am Von-Sekundenzeigern-Phantasieren dran, die im Tempo von Stundenzeigern vorwärtsrückten und die fädchenschmal sind und eng an der Enge der Zeit. Farfar steckt fest in der Luft, lose schleifend übern Boden harschen Tons.

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cap.31

Tropfenden Tränen säenden Auges, tappenden Fußes und so weiter mit weiterem Ballast durch das Wüste zu wandern, das aller Sicht verdampft. Und: „Ist hier Niemand, ist Niemand? niemand jemals Jemand, niemals hier Jemand; Jemand niemals jemals Niemand?“ und so nur weiter faseln, rastlos kaputtem Gefühls Betäubungsfülle sich beträufeln, dass all das Alles, was wahrhaft wenig ist wie zu keinen Zeiten, endlich ausklinge und keinen Raum mit Leben erfülle. Fäulnis Farfar. Fern deutet sich Düster, täuscht sich voran ins Dunklere. Wenns nicht mehr Licht würde, dann wäre irgendwann die Schwärze dicht genug tatsächlich zum Greifen, zur spürbaren Berührung.

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cap.30

Mehrere Tage lang, durchs Komma getrennt vom Untergang. „Mein Leib ist ein wohlverdienter Klotz am Bein, mein beleibtes Bein am Beinhaus Leib ein Klotz“ Es fing schon verdüsternd damit an, dass es sich so schmerzhaft über Farfar legte und da gut lag. Das ganze Gemurmel. von Niemandem, flatternd aus tiefversunkenen Sprachen, kleine Pickel auf der porenreinen menschlichen Kultur. Ausgedrückt und zer-. und es mag aus jeder Zeile fallen ein Einfallen ins herab und ins offene Grab, das die Raben bröckchenweise warten.

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cap.29

Ab in die Tagesrinne läuft das Leben wie verschnürt.  Ach hatte dieser Tag im All mit klimmenden Kometen wieder in Farfars Herz gefasst und den Schlag extrahiert! Silentium! Kein Triebchen im Geräte mehr! Wacker bleibt Farfar auf der Stelle von der Stelle auf der Stelle still,  stillgestottert das Gestandene,  jeder Aussage wildfremd die rasende Stille. Wie  auf dem Bildschirm der Umriß  niemals Fleisch wird,  wie von Weltreligionen gedeckter Himmel stöhnt und sich zappelt wie aus dem Rahmen.  Abgeworfen hat sich der Schmerz und glüht als letzter Funke einer Ahnung von nichts; von nix kommt all der Prunk und Trug.

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cap.28

Wellen untergehender Planetenekzeme wellen sich zu Wogenzysten, wabern wölbend hin und weg und her. Die Störung zerläuft hinein in Normalbereiche und verklebt mit jedem Hingelaufenen, Herkömmlichen zur süßen Soße lauen Blutgewinnsels, die das Laufwerk ratternd stöhnt und in das sich Farfar schlingt. Die Musikalität der noch immer ratzeputz vernichtenden Diskette. Farfar steht vor seinem An- wie Abgebrochen: tagesbeginnend ratlos. Das faustdicke Danebensein tut weher als jeder Treffer. Mehr weh, mehr weh: Fafars geballte Resignation: „Diese Raubdatei hier bringt mich noch um!“ Er sitzt geschürft von allem Obdach in der Falle und fällt doch nicht.

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cap.27

Wechselbad der Geschwüre; Weißer Goldratte Sonne nagt Bilder ins Auge. Das piesackt so tief! Farfar versichert vorneweg, übervorsichtig wie gewohnt, von Flennen könne nicht die Rede sein! Er wälzt in Bewegungen, zerknittert sich Körper und den Körper, prägt sich seinen zu kurz kommenden Leib ein. Sehnen: Alles wieder auf die Unter- und Ausgangspositionen! „Fleisch ist viel zu abstrakt, um es sich vorzustellen“ seufzt Farfar mit nach oben, unten, innen umgewendetem Blick. „Der Boden liegt, die Erde lügt, Ich mit Ihr Ihm“ lutscht Farfar. Und Farfar vollkommen, und völlig gradlos.

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cap.26

Farfar ertrotzte sich die Desaster, die er brauchte, vergeigte. In Stand gesetzt blieb sich alles gleich. Träume davon entsetzt zu werden und entzogen. In Bilderbrüchen die unterdrückten Schriftzeichen wie Peitschenhiebschnüre, die in der Luft einer nicht erzählten und deshalb umso penetranteren Geschichte zu schmerzhaften Fesseln erstarren. Was so vorausgesetzt ist, seit jeher schon, muß gar nicht mehr erscheinen und darf unbesehen düster verbleiben, weil es ja bleibt und unlieb verbleibt und uns immer blieb und die Fleischwunden mästet, ins Innere treibt wie Pflöcke auch Organe. Organismen wie Lawinen, Eis wie Eis wie Schnee zementiert, Fels auf Sand gebaut.

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cap.25

erst sich verheben an Zweifeln, dann erst niedergehen aufs, hin ins Bodenlose, das mit Gewißheit schluckt. Da wo es so feststeht, das man untergeht. Gebrüll im Eimer; Kein Lebenszeichen wühlt sich durch. Das Sterben ruhe in Frieden! Mit Trauerstoffge-und Gerät und Raucherbrille macht sich Farfar in den Sümpfen seiner Seelenruhe betriebsam zu schlafen. Was dem seichten Träumen sich entpuppt, schleicht und schleimt voran, in Zeitlupe ejakuliert, gemacher Auswurf, durchtrennte Wimpernknoten. Verlorenen Fäden. Ick. Am Morgen die Spuren beseitigt und durchunddurch abgewaschen werden.

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cap.24

Angststoff und Löschpapiere: waren das die Höhenzüge des Katastrophengebietes, Insignien der Katastrophen im Gebiet? Es rülpst sich was von Zukunft inmitten des Aufschäumens und Platzens von Lustbläschen und war doch im Moment blitzartig schon wieder vergangen. Wieder mal nichts zu den Akten gelegt, wiedermal Stunden wie den Stufen einer sich vor Allem windenden, herauf und herab wer weiß wohin, Treppenspirale, mehr Krampf und Weh als Weg und Abauf, bis zum Schwindeligwerden mit den Augen gefolgt und mit Füßen nicht betreten. Ziel für Ziel steht stets dem eintrudelnden Ersten geschrieben: „Verpiss dich!“