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cap.23

von ganzer Seele ein tiefer Sturz in die verschlammte Zeit; verklebtes Auge und im Mund den Matsch für sich behalten, dann sich trübe öffnende, äugende Augen und hinunter damit – einen Schluck für das, was Farfars Schlund nicht zu stopfen, Farfar nicht vermag zu ersticken. Genügsam vergnügt und gequält auf der Stelle. Der Schmutz kommt vom Fleck und gesellt sich knocheninnig bei; dat, wat hier nich mehr zu reinigen ist wird dort zum Inbegriff des Reinen; etwas wie der reine Wein, den man der Wahrheit ein- und nachschenkt, bis sie sich einem, voll bis oben, übergibt.

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cap.22

Farfar trug sich mit schweren Gedankenbögen im rundumher Eingefallenen; Nachdem er so zu Schutt aus dem Kummer erwacht war, sich dennoch aufgesammelt hatte, räumte er sich nun der Zeit wieder ein, versuchte es zumindest. Allles andere wurde zunehmend planetarisch. Farfar fuchtelte, milder gestimmt, mit den Gewichten der Sprache, die Zunge eingerollt in das Fieber der Worte, die gesagt sein wollten und nichts war für nichts, nix für nichte. Hilf dir selbst, dann hilft dir Tod! Es lachte, er lächelte nur, Farfar spie aus, das Ausgespieene erblickte sich und zerlief.

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cap.21

zerrschönschäbige Stunden gießen sich in die Verrenkung der Zeit: wie sehr stören all die Vorgaben und Wassermeldungen; trotzdem: was der Tag verbrochen hat, das verbringt Farfar, weit weg von Aufstand, läßt es gehen, weit weg davon, sich gehen zu lassen, womöglich gar weit weg gehenlassen! Zwecklos! Vor Seegang unter Dreck gekrochen legt sich Wrack Farfar die eigenen nichtssagenden Karten aus und zurecht und aus. Im Schein der Lampe liegt er: nichtssagend, zwecklos, gehenlassend und sehr schön zerstört im Wiederum. ein abgekartetes Zuviel.

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cap.20

Weißglut und Langwut brüteten unter den Poren und trieben Farfar Schweiß und Blut über Haut und durch die Adern. Es war ein Stampfen in seinem Körperblock, in den abgetrennten Gliedern das höchste Lärmen. Ferner: Er kollabierte jenseits jeder Helle. Ferner: Er fingerte sich selbst herum und herum. Das löschte ihn aus und ausein – und ineinander; wie ein Rätsel mit einem Mal abgefackelt ohne Flamme, gemahlen zu Schwaden von Rauch, gelöst in Rausch, wo vordem Atem/Atmen war. Er hing sicher an keinem seidenen Faden mehr. Nein.

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cap.19

Kindsköpfig voraus, zugeschnürten Halses und die Zähne fallen aus. Farfar zog sich wiederum in die ganz eigene Zerstörung, die er euphemistisch Zerstreuung nannte; oder umgedreht und -kehrt und -wand: was er im Glauben sich zu vernichten anpackte, mißriet völlig und war einzig geeignet ihn immer weiter doch wieder über die Zeit zu bringen. Lachhaft, was er sich einbildete mit Absicht falsch zu benennen, doch im Verkennen dabei all zu ausdrücklich, was wahr war, enthüllte. Er riß sich zu Falschaussagen und ließ sich hinreizen zu Irrtümern: seinem ganzen Reich- und Königtum. Farfar vergab sich alles.

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cap.18

Woraus er hinauswollte unters Aus und die mürben Glieder herausstecken aus dem überbleibenden Rumpf und mit dem vorankugeln und sich das Latschen aufgereckten Ganges vergehen lassen, sich abrunden. Farfar kam sich stets etwas zu großzügig aufgerundet vor, was sollte er tun: weniger wurde ihm immer zu mehr und schließlich zu sehr viel, das raushing, daß die Klappe nicht zuging, und rumorte, daß es drang durch verschlossene Tore, Mauern, die Spiralen der eingegrabenen Male durchtrennter Nabelschnüre trompeteten es schön. Die Lamellen der Jalousie boten Tagnachts und Nachtsüber die bewehrte Breitseite dem ewigen Licht, eine subtile Panzerung; und doch hätte er am liebsten dagegengetrommelt.

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cap.17

Im stückweise ins Wache abblätternden Albtraum Farfar nixtuend, in Händen nichts, sich wund und auruhend. Ein Klumpen war eher und nun selbstzerbröselt fiel er sich noch schwer genug an die Gurgel. Zertretene Umgrenzung und leere Mitten. Farfar stöhnte etwas unwegsam die Kehle hinauf. Schon die ersten Sprachschritte führten ins Gestolpere, hinzu- und zugefügtes Chaos. Kauderwelsch am tosenden Wellengang der Sprache, der Strafe, entlang; dieser Züchtigung, der kein Sonnenuntergang entrinnt, kein Vollmond, kein Licht ausgeht und kein Sternlein entfällt aus hohen Höhen. Hier schwant einem wirklich alles.

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cap.16

…hielt, stand und still sog sich Farfar aus den Fingern alle Griffe. Ins Leere ließ er sie entgleiten wie gestrandet auf eisversiegelten Ozeanen eine Pfütze, so ein trübes Wässerchen allmählich aufgehen mag im ewigen Eis und dann feste verschränkt mit dem, was trug und trägt. Es war nicht dunkel, doch Farfar sah zu erloschenen Lichtern. Es war nicht kalt, doch Farfar erkaltete zusehnens. Es dehnten Drachen den Raum. Wurzeln. Farfar hatte zur Not doch noch eine Nische Realität gekappt. Doch war sie unbewohnt und blank. Vor Glas hauchte Farfar aus in regelmässigen Stößen und leckte in gierigem Schlecken den feuchten Beschlag wieder auf: „Nicht dies, nicht das. Viel zu einzig für beides, viel zu rasch dahin!“ (in Farfars Kopf).

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cap. 15

Ist man aufs Engste Unange – und Eingerichtet aufs Schlimmste, passiert doch immer das Verflixtere, das Blässere: nur das Zwotschlechteste!; platzt aus des personifizierten Unheils geblähten Backen handfest heraus, weil einem ja partout alles Unheilvolle immer auch schreckstendlich verkörpert entgegentreten muß. „Schlag auf Schlag den blauen Flecken entgegen! Dann wichsen, du Wichser! Wichsen, Farfar, Wichsen“… und ein Rausch, der die Züge verwischt ohne Spiegel zu verbiegen. Abrieb an der Bettkannte: Überbleibsel, Geknirsch und das Herauszögern der Pause.

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cap. 14

Erst fiel die Decke auf Farfars Kopf, dann hart Farfars Kopf ins Wasser: das setzte Träume. Er vermachte sich murmelnd und gurgelnd und ertrinkend der Nachtwelt und riß die Klappe ganz weit auf, als wolle er sein Gesicht weitestmöglich verzerren bei Verzehr der Chimären. Wahnhaftes Fleisch lag ihm auf der Zunge. Draußen heulte der Verkehr auf und Überschwemmungen drohten. Irrsinninge Fabeln fuchtelten immer schneller vor Farfars inneren Augen herum; ein Zucken, ein ZickZack; „Bin abgehakt!“ Ein Schlächter zeichnet auf Leerfilm in imposanter Gebärde seinen Messermeisterschnitt auf und verteilt die Teile auf den bunten Scherben der Teller. Alles war außerordentlich partiell. Das ließ sich nicht abstreiten.