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cap.13

Ein Tag ist aller Nächte Anfang. Ausradieren war Farfars Anliegen. Kümmelschwer fiel es ihm in die Arme, obwohl er doch die Muskeln spannte und bestrebt war seinem Arm keine Regung zuzugestehen. Das war das eigentliche Wuchern der Wünsche, das unliebsam die ausgeschüttete Suppe versalzte, damit gings los, die rechte Würze, an der man sein Leben lang würgte: streberhaftes, so verhasstes Trachten nach Haltung läßt sichs nennen, nach belieben auch anders. Meinetwegen auch das große „Hab Acht“ aufs Einsetzen des Zitterns, schließlich, aufs abrundende und abschließende Tattern, den Abtrieb zum Abgang. Gibt es dafür wohl einen passenden „slang“?

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cap.12

Schwellungen an Schwellung, Schwellung über Schwellungen und Überschwellungen stetig tieferer Röte war der neue Körper; Er, dieser corpus, im Gegensatz zu ihm, Farfar, besaß nun restlos die sagenhafte Empfindsamkeit entzündeter Bereiche; Wer sich drüber Gedanken machen wollte, müßte zum Schluß kommen: Was dem Fleisch doch immer schon einzig wahrhaft gerecht wurde, die Krone aufsetzte waren seine Erkrankungen, die ein Feuerwerk an Metamorphosen und Seltsamkeiten auf ihm erblühen lassen, ein Aufspringen aller Schmerzen; „Nun bitter von Nöten klaffendes Gelächter! Bitte!“ Farfar drehte sich herum ins Zimmer zurück, nicht ohne die Gelegenheit abzupassen graziös die Bruchlinie der Scheibe zu streifen. Diesem Maestro entgegen winkt und weht die verdiente Brise Applaus von einem Ozean aus Verstimmung und Schlächterlaune.

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cap.11

„Schon wieder vergessen, daß nichts mehr war“ stand in den Sternen geschrien. Sich einen davon zur eigenen Stille runterpegeln und runterholen ! Das wärs! Verflixt! Zog sich Farfar doch schon wieder ein wirrer Streifen Nacht übern Leib, fuhr in den Mund rein und schlüpfte aus im Inneren seiner Birne spaßig zum altbekannten Gedankenfrustspiel. So blass war Farfar bereits, dass er sich selber beruhigend zusprechen mußte: „Sowieso sollte alles eigentlich viel weniger durchblutet werden“ Die befleckten Passanten mit obenhinauf gereckten Hälsen stimmten zu und fuhren sich zwecklos über die Kleider.

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cap.10

Farfar spulte hektisch das Ausgekotzte zurück in sich, den Hals hinab knisterte das Brechband und rollte sich auf überm stockfinster pochenden Herzen. Wers bloß mit den nötigen Messern freilegte und sich das ansähe! Nichts für Farfar; ihm fiel es schwer Blut zu sehen, schwerer noch sein Blut zu sehen; Hingegen nichts dagegen es zu vergießen, zumal das Eigene. Mit Wucht den Kopf voraus gegen die Scheibe und durchs Glas den Schädel. So schamlos rausgebracht war man genügend verunstaltet, um, heftig auf- und abatmend, mit weit offenen Augen in die Morgensonne zu starren und warme Rinnsale von den Schläfen über die Backe kriechen zu lassen. Unten liefen Passanten. Über ihnen stieß Farfar den Kopf hin und her und hinab tröpfelte sein Blut.

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cap.9

Hohes Lied auf rabenschwarzes Notenblatt gesunken. Farfar flatterte ungelenk mit seinem entleibten Endleib durch das unentwegte Lebensabflauen im querbeeten Tageabbauen, kurz gesagt: tatenloses Schuften. Doppelt papieren. Immer wieder gern zerknüllte er sich zur geballten Faust und ließ diese im höchsten Bogen niedergehen neben dem Mülleimer. Er zerriß sich in der Luft und lebte auf im Geräusch des Risses, das wie ein Laut und Schall gewordener Hirnschlag, wie überbordendes „Wahn-war-Sinn!“ das Trommelfell zerfetzte und sich als Narkotikum in den Schmerz einhüllte. Wie immer: Wirklich gute Garderobe kann auf ihren Träger glatt verzichten.

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cap.8

Alle Schön- und Herrlichkeiten waren bereits gesprengt und zerborsten, so dass nur noch schlachtmesserscharfe Splitter davon verfügbar blieben. „Werft alles in meinen Sumpf“ blubberten Farfars Feuchtigkeiten. Segelnd in die gelöcherten Zähne, die ihm im Maul klapperten wie zu weit und wund getragenes Kleide. Leider wars zu dunkel drin im Mund für Pein, und zu lichterloh für Scherzen, es war Atmosphäre direkt zum verschmerzt, -scherzt werden; „Als wahre Nichtigkeit führe ich mich schon viel zu lange auf“ marterte Farfar Farfar, sich. Der Schimmel wird auch da drüber wachsen! Keine Sorge! Nur bloß keine Sorgen! Sie nicht sich machen!

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cap.7

Was trieb Farfar nur zu all diesen Fragmentierungen? Alle Enden und Enden dieser Erde vor allem schienen ein Staubkörnchen seines zunächst mit sich zerfallenen, dann zerfallenden Körpers zu heischen, eins der Staubkrönchen seines Verfalls. Zwangsweise wandelt er siech in sein Jenseits, wandelte sich um hinein und -ab ins Jenseits von sich. Die Fußspuren, die Handabdrücke lösten sich in seinem Nichtsein von ihm und blieben zurück. Er war die Atemnot der Erde und kochte mineralisch das Erdreich seiner Verwesung in Säften, Laugen, Wässerchen und Pisse. Spermata aus geplatztem zerborstenem Hoden hatte noch einen kleinen glänzenden Auftritt, dann war wieder zu erstehen zwecklos.

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cap. 6

„Also das nennt man Meditation“ rotzte frech die Decke runter in den Tumult. Todmüd wuchs Farfar das Einundandere an Lebenswut aus der Achselasche und naß zum verflixt noch mal und zum Verdunsten war es ihm so was von egal wenn und was er sprach, dass selbst der Vorgang seines Aufgehauchtwerdens von Sonnes tausendstrahliger Lippe ihm nur als Wandlung zu Nebel ohne Teilnahme oder spirituelle Nöte erschien. Er wallt um und um und suchte nach etwas, woran Blut noch hätte kleben können nach der großen Vernichtung. Es surrte das letzte, fernste seiner Geräte und kündigte den Ausfall sämtlicher Organe an. Sichtbar war nichts mehr!

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cap. 5

Er, Farfar zeige seine Zähne der Materie, indem er sich verflüssigte. Eine Idee, die sein Inneres, wo immer sich das auch befinden mochte, jedenfalls längst nicht mehr drinnen , in ihm – das war rum- , heftigster Begeisterung aussetzte. Ein derartiges Toben, man war sich selbst ja direkt nicht mehr unwesentlich  genug dafür. Farfar hatte allen Spuck aus sich entfesselt. Das war ein rauschvolles Nix,  ein ‚Nicht‘-Rauschen,  ein Nichttönen aller Laute,  jedes Krakeelen  für sich einfach universell außer Krach gesetzt. Unverstellbares Schweigen. Geist wars eben: Der herrscht weit und breit im Raum!

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cap. 4

Da lagerte er nun, der Leib abgeschreckt von Helligkeit, im Ganzen metaphorisch verunstaltet und ließ seine Muskeln blinzeln, lockerte so den Zimmerboden unter sich, schmolz sich ein, löcherte sich auf und sickerte ins Äußerste, in 9 – 11 Lachen aufgeteilt,  in den samtweich gewordenen Kratzerkraterchen und Ritzenschluchten aufgefangen, ein Rest, Relikt von ihm, der bald trocken war, einen dünnen Belag bildete, nicht so leicht abzukratzen, hoffte Farfar; Die ausgeleerte Wohnung, in der er sich verschüttet hatte, erwachte prompt zu Leben, die Decke sprach aus, die Wände sprachen ein, nur dem Boden war die Sprache entzogen, der Mund verboten, zugekleistert mit Farfars Soße, Sirup.