Was ist nur dem Subjekt zugestoßen, daß es seine Gedanken äußert oder daß es sich in seinem Sagen aussetzt?!
(Emmanuel Levinas)
Was ist nur dem Subjekt zugestoßen, daß es seine Gedanken äußert oder daß es sich in seinem Sagen aussetzt?!
(Emmanuel Levinas)
Die Ruine ist mein Element,
Ich bin das gefiederte Temperament
Der Melancholie.
Wenn stark der Sturm in Wogen geht
Und alle Robben niesen,
Wenn krachend purzelnd Waldesriesen,
In meinen Augen flammend steht
Ein schweigsam finsteres Genie.
( Peter Hille )
cap.29
Ab in die Tagesrinne läuft das Leben wie verschnürt. Ach hatte dieser Tag im All mit klimmenden Kometen wieder in Farfars Herz gefasst und den Schlag extrahiert! Silentium! Kein Triebchen im Geräte mehr! Wacker bleibt Farfar auf der Stelle von der Stelle auf der Stelle still, stillgestottert das Gestandene, jeder Aussage wildfremd die rasende Stille. Wie auf dem Bildschirm der Umriß niemals Fleisch wird, wie von Weltreligionen gedeckter Himmel stöhnt und sich zappelt wie aus dem Rahmen. Abgeworfen hat sich der Schmerz und glüht als letzter Funke einer Ahnung von nichts; von nix kommt all der Prunk und Trug.
„Malgré moi persister en ce funeste amour!
Après les droits du Ciel l’ingrat me doit le jour.“
(Narbal)
Jeder Mensch hat kein Geheimnis.
auf labgesalbtn
riesnkähnen heißt neuerdings die fracht:
geröchel.
(Kling; ’schlick‘)
„As man is never strong enough to take unmixed delight in good, so may we presume also that he cannot be quite so weak as to find perfect satisfaction in evil.“
(Anthony Trollope;The Eustace Diamonds)
cap.28
Wellen untergehender Planetenekzeme wellen sich zu Wogenzysten, wabern wölbend hin und weg und her. Die Störung zerläuft hinein in Normalbereiche und verklebt mit jedem Hingelaufenen, Herkömmlichen zur süßen Soße lauen Blutgewinnsels, die das Laufwerk ratternd stöhnt und in das sich Farfar schlingt. Die Musikalität der noch immer ratzeputz vernichtenden Diskette. Farfar steht vor seinem An- wie Abgebrochen: tagesbeginnend ratlos. Das faustdicke Danebensein tut weher als jeder Treffer. Mehr weh, mehr weh: Fafars geballte Resignation: „Diese Raubdatei hier bringt mich noch um!“ Er sitzt geschürft von allem Obdach in der Falle und fällt doch nicht.
cap.27
Wechselbad der Geschwüre; Weißer Goldratte Sonne nagt Bilder ins Auge. Das piesackt so tief! Farfar versichert vorneweg, übervorsichtig wie gewohnt, von Flennen könne nicht die Rede sein! Er wälzt in Bewegungen, zerknittert sich Körper und den Körper, prägt sich seinen zu kurz kommenden Leib ein. Sehnen: Alles wieder auf die Unter- und Ausgangspositionen! „Fleisch ist viel zu abstrakt, um es sich vorzustellen“ seufzt Farfar mit nach oben, unten, innen umgewendetem Blick. „Der Boden liegt, die Erde lügt, Ich mit Ihr Ihm“ lutscht Farfar. Und Farfar vollkommen, und völlig gradlos.
cap.26
Farfar ertrotzte sich die Desaster, die er brauchte, vergeigte. In Stand gesetzt blieb sich alles gleich. Träume davon entsetzt zu werden und entzogen. In Bilderbrüchen die unterdrückten Schriftzeichen wie Peitschenhiebschnüre, die in der Luft einer nicht erzählten und deshalb umso penetranteren Geschichte zu schmerzhaften Fesseln erstarren. Was so vorausgesetzt ist, seit jeher schon, muß gar nicht mehr erscheinen und darf unbesehen düster verbleiben, weil es ja bleibt und unlieb verbleibt und uns immer blieb und die Fleischwunden mästet, ins Innere treibt wie Pflöcke auch Organe. Organismen wie Lawinen, Eis wie Eis wie Schnee zementiert, Fels auf Sand gebaut.