Bericht aus dem I-rat

Heute traf sich der neugewählte Institutsrat des OSI mit großer studentischer Beteiligung zur konstituierenden Sitzung. Dabei waren einige wichtige Themen auf der Tagesordnung.
Im ersten Akt wurde Dagmar Vinz (in Abwesenheit) zur neuen Geschäftsführenden Direktorin gewählt (6 Ja-Stimmen, 2 ungültig). Auf die Wahl einer/s Stellvertreter_in wurde verzichtet, stattdessen sollen die Aufgaben in Zukunft unter den Mitgliedern des Institusrat verteilt werden. Als einziges Argument für Dagmar Vinz wurde angeführt sie sei relativ neu und deswegen nicht in die bestehenden Fraktionierungen eingebunden.
Im zweiten Punkt der Tagesordnung berichtete Peter Massing von der Haushaltssituation, die (wie immer) kathastrophal ist. Es besteht ein Defizit von mindestens 370.000 €, das gelöst werden soll indem keine Leistungsmittel an die Fachbereiche ausgezahlt werden, sondern diese zur Stopfung des Finanzloches verwendet werden. Wie ohne die Leistungsmittel allerdings die Lehraufträge und laufenden Kosten am Institut gedeckt werden sollen blieb unklar.
Diplom is back
Sehr erfreulich gestaltete sich der Tagesordnungspunkt „Diplom“. Einstimmig wurde die Wiedereinführung (bzw. das Ende der Aussetzung) des Diploms zum kommenden Wintersemester beschlossen. Diesem Votum dürfte der Fachbereichsrat folgen, danach muss noch der Akademische Senat zustimmen, hier ist das Ergebnis schwerer abzusehen. Dennoch sind die Chancen gut, dass das Diplom wieder kommt. Das ist ein Riesenerfolg, der nicht zuletzt studentischem Engagement und dem stetigen Wechsel von Bachelorstudierenden ins Diplom zu verdanken ist. Ob der Wechsel ins Diplom allerdings auch für die jetzigen Zweitsemerster_innen möglich sein wird ist im Moment noch unklar.
Als nächstes berichtete Peter Massing von der Situation der Lehre im Bereich Sozialkunde. Die Lehre wird zu einem großen Teil von der wissentschaftlichen Mitarbeiterin Sabine Achour bestritten, deren Vertag zum Sommer ausläuft. Der Institusrat befürwortete bei drei Enthaltungen den Antrag auf Verlängerung/Entfristung ihres Vertrages an das Dekanat.
Dann wurde der Prüfungsausschuss bestätigt. Auf die studentische Nachfrage warum er sich fast ausschließlich aus Professor_innen aus dem Bereich IB/SFB zusammensetzt, wurde entgegenet es gäbe sonst niemanden, der/die zu dieser Aufgabe bereit sei. Eine Vertagung wurde abgelehnt und der Ausschuss bestätigt (6 Ja, 2 Enthaltungen, 1 Nein).
Der nächste Tagesordnungspunkt wurde von studentischer Seite auf die Tagesordnung gesetzt und beschäftigte sich mit der Situation in der Ideengeschichte und dem unrühmlichen Abgang von Klaus Roth (siehe hier und hier). Massing und Funke begründeten die Tatsache, dass die Vertretungsprofessur von Klaus Roth nicht verlängert wurde mit der Tatsache, dass das Präsidium Vertretungsprofessuren seit diesem Semester nicht mehr finanziert und das OSI aufgrund der finanziellen Lage nicht in der Lage sei die Kosten zu übernehmen. In mehreren Beiträgen von Studierenden wurde auf die kathastrophale Situation in der Lehre im Bereich Ideengeschichte eingegangen (nur 4 Seminare im Grundstudium, im Hauptstudium noch weniger, keine professorale Betreuung usw.). Bernd Ladwig schloss sich dem an und bezeichnete den Zustand der Ideengeschichte am OSI als „Treppenwitz“ und die Situation in der Theorie insgesamt als untragbar. Einstimmig wurde die schnelle Berufung der Juniorprofessur Ideengeschichte mit Tenure Track gefordert. Andere Professor_innen Etwas überrschend wurde danach auch noch die studentische Forderung nach einer Gastprofessur in diesem Bereich bis zur Entfristung der Juniorprofessur zugestimmt (3 Ja, 6 Enthaltungen). Damit hier aber auch wirklich etwas passiert wird es weiterhin viel Druck von Seiten der Studierenden brauchen.
In zwei kurzen Punkten wurden noch die Teilnahmebegrenzung bei Dagmar Vinz mit Teilnehmer_innen aus einem kostenplichtigen Studiengang verwiesen und die Frage nach den verschwundenen Wandmalereien in der Garystr. 55 an den Verwaltungsleiter Brose verwiesen.
Insgesamt ein erfreulicher Morgen. Es bleibt zu hoffen, dass die Einführung des Diploms und die Ausschreibung der Juniorprofessur mit Tenure Track wirklich und schnell passieren. Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass viele der Professor_innen, die heute die Situation in der Ideengeschichte beklagt haben, Protagonist_innen der Umstrukturierung des OSI waren und sind und damit direkt (konkret durch die Berufungen Chojnacki und Zürcher) für die kathastrophale Situation in der Ideengeschichte heute verantwortlich sind.

Wie weiter am OSI?

Das OSI wandelt sich derzeit fundamental. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieses Wandels wird erst allmählich deutlich; wann er aufhören und wie das Institut danach aussehen wird, ist noch nicht abzusehen. Dieser Artikel soll beschreiben, welche Dinge sich verändern, welche Folgen das hat und wie mensch eventuell dagegen vorgehen kann.

Was gerade passiert


Rückblick
Vielleicht ist es als Einstieg hilfreich, sich daran zu erinnern, wie am OSI noch vor wenigen Jahren studiert und geforscht wurde. Diese Rückschau soll nicht idealisierend daherkommen – viele unserer heutigen Probleme sind institutioneller Natur und haben sich lediglich verschärft, während andere ganz neu dazu gekommen sind. Dennoch: vor noch nicht allzu lange Zeit war das OSI geradezu ein Biotop kritischer Wissenschaft. Mit Elmar Altvater, Bodo Zeuner, Peter Grottian, Wolf-Dieter Narr, Brigitte Wehland-Rauschenbach und anderen war eine ganze Riege linker ProfessorInnen am OSI versammelt. Grottian und Narr verzichteten jeweils auf ein Drittel ihres Gehalts, um eine eigene Gender-Professur am Institut zu ermöglichen. Die personelle und räumliche Ausstattung des Instituts war deutlich besser: zu den zwölf festen ProfessorInnen-Stellen im Strukturplan kamen bis zu acht Überhangsstellen. Die Gebäude rund um das Institut (Ihnestraße 21, 22 und 26 , Garystraße 55) waren für Politikwissenschaft, Soziologie und das Osteuropa-Institut reserviert. Das OSI besaß eine eigenständige Bibliothek mit großem Leihbestand. Seminare und Vorlesungen waren damals wie heute überfüllt, aber Teilnahmebeschränkungen dennoch nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Das Gedränge in Hörsälen und Seminarräumen wurde nicht noch durch Anwesenheitszwang gefördert. Studieren konnte mensch auf Diplom oder Magister; beide Studienordnungen erlaubten es den Studierenden sehr viel mehr, ihren eigenen Interessen nachzugehen und gingen mehr in die Tiefe. Gleichzeitig wurde das OSI in ganz Deutschland ob der Breite seines politikwissenschaftlichen Angebots bewundert. Obwohl der institutionelle Rahmen in den Gremien natürlich der selbe war – Stichwort professorale Mehrheit – wurden Studierende und ihre Anliegen nicht mit an Feindseligkeit grenzender Verachtung behandelt.

Und Heute?
In den letzten Jahren haben sich fast alle dieser Punkte zum Negativen gewandelt. Das hängt zum Teil mit der personellen Struktur zusammen: die oben erwähnten Professoren sind sämtlich emeritiert. Als letzter verabschiedete sich Grottian, und mit ihm auch die Genderprofessur. In diesem Bereich gibt es bis heute keinen adäquaten Ersatz. Die Nachfolge der prominenten Linken am OSI wurde im Sinne einer neoliberalen Umstrukturierung des Instituts geregelt. Elmar Altvaters Lehrstuhl in Politische Ökonomie hat heute etwa Susanne Lütz inne, deren Einführungsvorlesung im unkritischen Vorbeten von Direktinvestitions-Statistiken und Jahreszahlen von GATT-/WTO-Verhandlungen besteht. Bodo Zeuners politische Erwachsenenbildung wurde sang- und klanglos begraben, inklusive des gesamten Lehrbereichs. Politische Erwachsenenbildung gibt es heute nur noch im Rahmen von ABV-Kursen und bezahlpflichtigen „weiterbildenden“ Masterprogrammen. Für Gerhard Göhler, der zuletzt die Professur für Ideengeschichte innehatte, wurde bis heute (Göhler emeritierte im Jahr 2005!) kein Ersatz gefunden. Stattdessen wurde die Stelle im Strukturplan zur Juniorprofessur abgewertet und Klaus Roth, der über Jahre hinweg als Gastprofessor die Ideengeschichte mit viel Engagement vertrat, geradezu über Nacht geschasst. Leider ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Viele ProfessorInnen, die die Umstrukturierung der Universität, den Bolognaprozess oder die Exzellenzinitiative kritisch sehen, stehen kurz vor ihrem altersbedingten Abschied, so etwa Hajo Funke, Siegfried Mielke oder Sabine Berghahn.

It’s not all the SFB’s fault!
Die NutznießerInnen dieser Entwicklung sind zum einen jene im Sonderforschungsbereich (SFB) 700 versammelten WissenschaftlerInnen, die in den letzten Jahren die Gremien am OSI und am Fachbereich dominierten und für zahlreiche der umstrittenen Entscheidungen verantwortlich zeichneten. Mittlerweile arbeitet die weit überwiegende Mehrheit der ProfessorInnen und Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen (WiMis) am OSI für den SFB; der SFB wirbt die meisten Drittmittel ein, hat beste Kontakte zum Präsidium und zum Dekanat und sämtliche Stellenbesetzungen der letzten Jahre wurden nicht zuletzt davon beeinflusst, ob die/der KandidatIn zum Profil des SFB passt. Aber nicht alles, was der kritischen Forschung und Lehre in den letzten Jahren geschadet hat, geht auf den SFB zurück oder nutzt diesem. Wichtigster „Profiteur“, wenn mensch das so nennen will, der Umstrukturierung ist denn auch vielmehr der abstrakte Prozess hin zu einem angepassten, „bequemen“ und wettbewerbstauglichen Institut. Das OSI verliert in immer rasanterer Geschwindigkeit jenen rebellischen Geist, für den es jahrzehntelang bekannt war. Das äußert sich mittlerweile schon in Äußerlichkeiten: Plakate studentischer Gruppen hängen im Schnitt eine halbe Stunde an den Bäumen rund um’s Institut. Die im Treppenhaus der Garystraße 55 aufgemalten Bilder und Parolen – die im Gegensatz zu vielen anderen Kritzeleien nicht unästethisch waren – wurden in den soeben vergangenen Semesterferien mit abgestuften Weißtönen übermalt. Der politischen Theorie, jener Bereich also, von dem wohl noch am ehesten erwartet wird, dass Kritik geübt wird, wird schrittweise der Garaus gemacht. Ein Beispiel am Rande: im vergangenen Wintersemester entfielen laut KVV-Nachtrag mehr als die Hälfte der Theorie-Hauptseminare. Und nach Ende der Vorlesungszeit im Februar wurde bekannt, dass Klaus Roth gekündigt wurde, und damit die Professur Ideengeschichte wieder mindestens bis zum Wintersemester 2009/10 komplett vakant ist. Mit Klaus Roth verlässt auch der letzte Marxist das OSI.
Ebenfalls Sorge bereiten sollte die in der letzten Sitzung am 22.4. des Fachbereichsrates (FBR) verabschiedete veränderte Förderung der Zuschüsse für Forschungsprojekte. Bis letzte Woche musste der Fachbereich 10 % eines Forschungsprojekts aus eigenen Mitteln beisteuern, nun sind es 20%. Es ist abzusehen, wozu diese Neuregelung an einem finanziell chronisch knapp ausgestattenen Fachbereich wie PolSoz führen wird: einer steigenden Abhängigkeit von Drittmitteln der Deutschen Forschungsgesellschaft und anderen externen Geldgebern – die fördern traditionell aber eher selten kritische, nicht unmittelbar verwertbare Wissenschaft. Dieser Beschluss reiht sich ein in die seit einiger Zeit zu beobachtende Verknappung bestimmter Güter am OSI bzw. am Fachbereich PolSoz allgemein. So klagen viele nicht SFB-assoziierte WissenschaftlerInnen über eine völlig unzureichende Ausstattung mit WiMi- und anderen Stellen. Von Personen, die am SFB mitarbeiten, kommen solche Klagen „seltsamerweise“ nie. Immer wieder müssen Arbeitsstellen – häufig auf Druck des Governance-/IB-Bereichs – ihre Büroräume verlassen und woanders hin umziehen; eine Bibliotheksmitarbeiterin bezeichnete dies im letzten Jahr als „Karussell“. Nach dem Umzug herrscht üblicherweise Platznot. Die Konkurrenz unter den einzelnen Arbeitsstellen nimmt zu, ein solidarisches Handeln gegen Kürzungspläne des Dekanats oder des Präsidiums bleibt aus.

Und die Studierenden?
Viele Studierende haben kaum noch Zeit, die Veränderungen am Institut wahrzunehmen, geschweige denn kritisch zu begleiten. Im Wintersemester 2008/09 wurde das Diplom „ausgesetzt“; noch ist offen, ob es bei der Zahl von Null Zulassungen zum Diplom bleibt. Viele derjenigen, die zur Zeit im Grundstudium sind, tun sich schwer damit, sich eine andere Form von Studieren überhaupt vorzustellen. Dass Anwesenheitslisten, Teilnahmescheinklausuren, platzzahlbeschränkte Seminare und andere Widerlichkeiten noch vor wenigen Jahren am OSI so absurd schienen, dass sie nicht einmal diskutiert werden brauchten, erscheint undenkbar. Der – an vielen anderen Stellen schon häufig beklagte – Leistungsdruck im Bachelorstudiengang macht es schwer, sich politisch zu engagieren. Wer nach sechs Semestern die Uni schon wieder verlassen soll, tut sich schwer damit, sich für vier Semester in ein akademisches Gremium wählen zu lassen. Wer einen der knappen Masterplätze ergattern will, überlegt es sich vermutlich zweimal, ob neben Lernen und Hausarbeiten schreiben noch Zeit für politisches Engagement bleibt. Dass die Studierenden nach sechs Semestern auch tatsächlich wieder weg sind, dafür wird am OSI viel getan. Der Prüfungsausschuss hat es sich mittlerweile sogar zur offiziellen Politik gemacht, Leistungen äußerst großzügig anzuerkennen – nicht etwas als Entgegenkommen gegenüber Studierenden, sondern (richtig!) damit diese nach Möglichkeit in der Regelstudienzeit bleiben.
Wenn die Studierenden dann doch mal aufbegehren, wird gedroht, getrickst und Notfalls sogar Gewalt angewendet. Die FBR-Sitzungen unter der Leitung „unserer“ ehemaligen Dekanin Barbara Riedmüller sind im Bezug auf die ersten beiden Dinge fast schon legendär. Mehrfach konnten sich Studierende nur mit großer zahlenmäßiger Präsenz und viel Hartnäckigkeit das Recht erkämpfen, bei Entscheidungen überhaupt angehört zu werden. Seinen Höhepunkt erreichte das „System Riedmüller“ Ende letzten Jahres: bei der entscheidenden Abstimmung im FBR über den neuen Strukturplan wurde der Sitzungssaal vom FU-eigenen Sicherheitsdienst bewacht, zwei Streifenwägen der Polizei hielten sich in der Nähe des OSI in Bereitschaft. Zwei Tage später versuchte besagter Sicherheitsdienst, eine SFB-kritische Veranstaltung in der Ihnestraße 21 mittels körperlicher Gewalt gegen BesucherInnen zu verhindern.

Wie weiter?


Eins ist sicher, ein OSI wie vor 10, 15 oder 20 Jahren wird es an der FU auf absehbare Zeit nicht wieder geben. Die VertreterInnen der herrschenden Linie am OSI sitzen noch ein Weilchen auf ihren Posten. Trotzdem ist es wichtig, nicht zu resignieren. Es gibt immer noch kritische Lehre am OSI, auch wenn mensch in bestimmten Bereichen mittlerweile lange danach suchen muss. ProfessorInnen und WiMis sind kein monolithischer Block mit uniformen Interessen. Zweckbündnisse in den Gremien sind durchaus möglich – die Zusammensetzung des neugewählten FBR lässt beispielsweise durchaus ein wenig hoffen. Viel wichtiger ist aber, dass wir als Studierende auch „außerparlamentarisch“ aktiv sind und unsere Interessen wieder und wieder nach außen vertreten. Das kann bedeuten, dass wir Anwesenheitslisten verschwinden lassen und uns nicht von Drohungen mit „mid-term Klausuren“ spalten lassen, das kann bedeuten, dass wir massenhaft bei Gremiensitzungen auftauchen und erzwingen, dass unsere Meinung gehört wird, das kann auch bedeuten, dass wir deutlich sagen wenn uns Inhalte oder Form der Lehre nicht passen… Und es kann bedeuten, dass wir irgendwann sagen „es reicht!, it’s enough!, ça suffit!, ¡ya basta!…“ und unser Studium und unser Leben wieder selbst in die Hand nehmen.

VollVersammlung an der FU zum Bildungsstreik 2009

Die Ankündigung kommt vielleicht etwas spät, ist aber auch unübersehbar auf dem Campus plakatiert: im Zusammenhang mit den für Juni geplanten Bildungsprotesten an Schulen und Universitäten in ganz Deutschland gibt es am Donnerstag, den 23.4., eine VollVersammlung (VV) an der FU. Diese dient vor allem der Information und einem ersten Austausch darüber, was im Sommer geplant ist. Beginn ist um 14 Uhr im Hörsaal 1a in der Silberlaube.
Weitere Infos: http://www.bildungsstreik-berlin.de/page/

Offener Brief wegen Klaus Roths Kündigung

Wie bereits berichtet, hat das Präsidium die Finanzierung der Gastprofessur von Klaus Roth eingestellt. Das OSI und der Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften übernehmen die Kosten ebenfalls nicht, so dass Roth ab Beginn des Sommersemesters ohne Job dasteht. Verschiedene Menschen aus unterschiedlichen hochschulpolitischen Zusammenhängen (FSI, JuSos, Grüne Hochschulgruppe, Initiative für die Ideengeschichte usw.) haben einen offenen Brief verfasst, den wir an dieser Stelle ebenfalls veröffentlichen:

Offener Brief

An den Präsidenten der Freien Universität Berlin
Herrn Prof. Dr. Dieter Lenzen
Kaiserswerther Str. 16-18
14195 Berlin

An den Kanzler der Freien Universität Berlin
Herrrn Peter Lange
Kaiserswerther Str. 16-18
14195 Berlin
An den neuen Dekan des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften
Herrn Prof. Dr. Klaus Beck
Ihnestraße 21
14195 Berlin

An den geschäftsführenden Direktor des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft
Herrn Prof. Dr. Peter Massing
Ihnestraße 22
14195 Berlin

An die Mitglieder des Fachbereichsrates
Politik- und Sozialwissenschaften

An die Mitglieder des Institutsrates
des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft

Betreff: Situation am Arbeitsschwerpunkt Theorie und Ideengeschichte im Sommersemester 2009
Berlin, d. 11.03.2009

Sehr geehrter Herr Präsident Prof. Dr. Lenzen, sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Tagen mussten wir erfahren, dass die Vertretungsprofessur in Politischer Ideengeschichte am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, momentan ausgeführt durch Priv.-Doz. Dr. Klaus Roth, überraschenderweise nicht für das Sommersemester verlängert wird.
Die Vollprofessur Politische Ideengeschichte ist seit der Emeritierung von Herrn Prof. Dr. Göhler vakant und wurde seitdem von Herrn Priv.-Doz. Dr. Roth in Form einer Vertretungsprofessur vertreten. Durch eine Änderung des Strukturplanes am Fachbereich wurde diese Vollprofessur schon im letzten Jahr zu Lasten der Ideengeschichte zu einer Juniorprofessur mit Tenure Track heruntergestuft. Jetzt soll auch noch die Vertretungsprofessur gestrichen werden.
Wir fordern hiermit die verantwortlichen Stellen auf, diese Entscheidung unverzüglich zurückzunehmen um den Arbeitsschwerpunkt Theorie und Ideengeschichte am Institut nicht noch weiter zu schwächen. Darüber hinaus muss auf lange Sicht der Arbeitsschwerpunkt personell und finanziell wieder gestärkt werden, kurzfristig mindestens die Vollprofessur in Politischer Ideengeschichte wiedereingerichtet werden.

Zu den Gründen:
1. Da das Berufungsverfahren für die neu geschaffene Juniorprofessur noch nicht aufgenommen ist und eine Besetzung frühestens zum kommenden Wintersemester möglich ist, gäbe es im Sommersemester überhaupt keine laufende Professur in Politischer Ideengeschichte mehr.
2. Aufgrund der enormen Bedeutung der Politischen Ideengeschichte als Grundlage für jedes politikwissenschaftlich reflektierte Arbeiten sehen zurecht viele Bachelor– und Diplomstudienordnungen Politische Ideengeschichte als Pflichtmodul vor, was u.a. den Besuch der Vorlesung beinhaltet. Da diese Vorlesung ausfallen würde, wäre das Modul im Sommersemester für sehr viele Studierende nicht abzuschließen, und sie wären hinsichtlich der Planung ihres Studiums erheblichen Schwierigkeiten ausgesetzt.
3. Darüber hinaus würden die von Herrn Priv.-Doz. Dr. Roth angekündigten Seminare ausfallen, was das Lehrangebot im Bereich Theorie und Ideengeschichte noch weiter ausdünnen würde. Folge dessen wäre auch, dass sich die Platzsituation in den übrigen Lehrveranstaltungen noch einmal drastisch verschlechtert.
4. Insbesondere für die vielen Lehramtsstudierenden hätte der nicht vorhersehbare Ausfall der Lehrveranstaltungen schwerwiegende Konsequenzen. Da sich Veranstaltungen ihrer 3 Fachbereiche in der Regel überschneiden, muss ein reguläres Angebot dieser Veranstaltungen in jedem Semester gesichert werden. Ein Ausfall hätte für viele Studierende eine erhebliche Verzögerung ihres Studiums zur Folge.
5. Die Theoriesektion der Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) hat in ihrem Offenen Brief an das Präsidium vergangenen Sommer erklärt, dass die Ideengeschichtsprofessur am Otto-Suhr-Institut eine bundesweite Bedeutung einnimmt. Gerade im Zuge der ohnehin stattfindenden Marginalisierung der Ideengeschichte am Institut ist es nicht akzeptabel, das Lehrangebot in diesem Bereich auch nur für ein Semester in dieser drastischen Form einzuschränken. Den Studierenden muss weiterhin die Relevanz der Ideengeschichte für die Politikwissenschaft deutlich sein. Das Lehrangebot im kommenden Semester setzt leider ein entgegengesetztes Signal.
6. Auch verurteilen wir den Umgang mit Herrn Priv.-Doz. Dr. Roth, der seit Jahren an der Freien Universität arbeitet und dem das erwartete Fortlaufen der Vertretungsprofessur unerwartet entzogen wurde. Die Lehrveranstaltungen von Priv.-Doz. Dr. Roth sind durch große fachliche Kenntnis gekennzeichnet. Damit hat er bei vielen Studierenden eine hervorragende Grundlage für das Verständnis des europäischen politischen Denkens gelegt. Vor allem die Vermittlung der Relevanz des Juden- und Christentums sowie des christlichen Mittelalters für das moderne politische Denken gehört zu seinen Leistungen. Nicht zuletzt wegen dieser fachlichen Stärke stellt Priv.-Doz. Dr. Roth eine große Bereicherung für das Institut dar und ist in der Folge auch
bei den Studierenden geschätzt.

Die Zeit bis zum Sommersemester drängt. Der Verbleib von Herrn Priv.-Doz. Dr. Roth am Fachbereich muss von Ihnen gesichert werden. Die angebotene Ersatzbesoldung am Fachbereich ist offensichtlich unzureichend. Es wäre fatal, wenn eine Universität, die vorgibt führend zu sein, es nicht einmal schafft, eine kontinuierliche Vertretungs- bzw. Vollprofessur in Politischer Ideengeschichte zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüßen,
(es folgen die Namen der Unterzeichnenden Personen und Gruppen

Wie Klaus Roth vom Institut abserviert wird

Vor einigen Tagen lief eine E-Mail über die einschlägigen studentischen Verteiler, die einen weiteren Tiefpunkt in Sachen Umgang mit kritischen WissenschaftlerInnen an der FU beschrieb. Dieses Mal geht es um Klaus Roth, der bis letztes Semester den Bereich Politische Ideengeschichte am OSI betreute und seit Sommer 2006 mit einer Gastprofessur die vakante Stelle in diesem Bereich vertrat. „Moment mal,“ werden sich manche jetzt fragen, „bis letztes Semester?!?“ Leider ja, denn der Kanzler der FU, Herr Lange, hat auf Anweisung des Präsidialamtes verfügt dass die Gastprofessur nicht mehr vom Präsidium bezahlt wird. Das OSI hat sich, noch unter dem alten Geschäftsführenden Direktor Peter Massing, natürlich mit dieser Vorgabe abgefunden. Ob und mit wieviel Nachdruck Widerspruch eingelegt wurde, ist leider nicht bekannt. Ebenso unklar ist die Motivation des Präsidiums. Lange soll jedoch dem OSI vorgeschlagen haben, die Gastprofessur doch über die Mittel des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften zu bezahlen; der Fachbereich PolSoz ist zwar angeblich der reichste Fachbereich der FU, ist aber dennoch hoch verschuldet und gerade das OSI versucht seit gut eineinhalb Jahren beharrlich, Überhangstellen abzubauen (siehe bspw. hier). Dementsprechend wurde daraus natürlich nichts. Als einziges „Entgegenkommen“ gegenüber Roth bot die Institutsleitung ihm an, seine bisherige Arbeit auf Basis besoldeter Lehraufträge weiterzumachen – dafür gibt es allerdings nur noch ein Drittel so viel Geld wie für die (ohnehin nicht üppig bezahlte) Gastprofessur. Roth lehnte dieses Angebot denn auch als „sittenwidrig“ ab. Ein kleiner Trost für seine (ehemaligen) Studierenden: Roth übernimmt weiter die bereits zugesagten Betreuungen aus vergangenen Semestern – Diplom- und B.A.-Prüfungen, Hausarbeits- und Klausurenkorrektur usw.
Nach dieser – völlig richtigen – Entscheidung sieht es nun noch einmal düsterer für die Politische Ideengeschichte aus, als ohnehin schon. Zum einen entfallen natürlich die Lehrveranstaltungen, die Roth im Sommersemester angeboten hätte. Zum anderen hat der Bereich Politische Ideengeschichte nun vorerst keinen prüfungs- und damit betreuungsberechtigten (Gast-)Professor mehr an der Spitze. Hauptseminare, Projektkurse und die darin geschriebenen Arbeiten dürfen aber nur Lehrenden mit Habilitation durchgeführt bzw. bewertet werden (anders als Proseminare, wo eine Promotion reicht). So betrifft der Weggang von Roth vermutlich mehr Veranstaltungen, als nur die von ihm selbst angebotenen. Es sei denn, aber hier betreten wir das Reich der Spekulation, ein anderer Professor übernimmt die Betreuung für Veranstaltungen und Notenvergabe im Modul Ideengeschichte. Bernd Ladwig würde sich hier natürlich wegen fachlicher „Nähe“ anbieten, ausserdem hat er schon mehrmals erwähnt dass er bereit wäre die Ideengeschichte mit zu betreuen. Das könnte – Betonung auf dem Konjunktiv – letzten Endes dazu führen, dass die Ideengeschichte entweder jetzt oder nach dem Auslaufen der neu eingerichteten Juniorprofessur doch komplett abgewickelt wird.

Was tun?

Diese Frage stellte sich schon Lenin, eindeutig beantworten können wir sie aber natürlich auch nicht. Allerdings gibt es mehrere Möglichkeiten: die politische Situation am Fachbereich und am Institut hat sich seit den Wahlen zu den akademischen Gremien deutlich verschoben. Das neue Dekanat und die neue Institutsleitung könnten durchaus bereit sein, das komplette Verfahren um den neuen Strukturplan (einer von vielen Artikeln dazu: hier) neu aufzurollen und der Ideengeschichte wieder zu mehr Gewicht zu verhelfen. Darauf verlassen sollten wir uns allerdings nicht. Und von allein passiert da sowieso nichts – deshalb wird es wohl darauf hinauslaufen (müssen), dass wir als Studierende wieder einmal selbst aktiv werden, ausserhalb der Gremien. In diesem speziellen Fall stehen auch die Chancen nicht schlecht, Unterstützung von anderen Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, PrivatdozentInnen und anderen Lehrenden zu erhalten.

Unsere Solidarität gilt in jedem Fall zunächst einmal Klaus Roth, dem ab Beginn des Sommersemesters (1. April) nur noch der Weg zum Arbeitsamt bleibt.

FUwatch ist Geschichte

„Nach gut 4 Jahren und über 500 Beiträgen schließt FUwatch heute seine Pforten.“ So leitet der stets anonym gebliebene Niklas seinen letzten Artikel auf dem studentischen Blog FUwatch ein („And so FUwatch faces the final curtain“, vom 28.2.2009) . Damit geht der Studierendenschaft an der FU eines der wenigen aktuellen, kritischen und dennoch lagerübergreifenden Informationsmedien verloren.
Das ist schade, und es bleibt abzuwarten ob sich ein Ersatzmedium (egal ob als Blog oder gedruckt) etablieren kann. In jedem Fall wünschen wir „Niklas“ 😉 alles Gute, und danken für die erhellenden Artikel, die auch uns oft genug als Inspiration, Quelle und Bezugspunkt dienten.

Unterschriftenaktion zur Mensa beendet

In den vergangenen zwei Wochen wurden an der ganzen Uni, mit Schwerpunkt auf die Fachbereiche Jura, Wirtschaftswissenschaften und Politik- und Sozialwissenschaften, Unterschriften für den Erhalt der Mensa I gesammelt (weitere Infos z.b. hier und hier). Die Unterschriftenliste, die mensch sich in diesem Artikel nochmal ansehen kann, entstand aus einer vom FSR Jura angeleierten Vernetzung verschiedener Hochschulgruppen. Am Montag, den 9.2. war nun Stichtag für die Abgabe der ausgefüllten Listen. Insgesamt kamen 1 104 Unterschriften für den Erhalt der Mensa I zusammen, wie die LHG auf ihrem Blog schreibt. Gabriel Babel, Vorsitzender des FSR Jura in der vergangenen Wahlperiode und treibende Kraft hinter der Vernetzung, schreibt in einer E-Mail gar von 1 202 Unterschriften. Eine beachtliche Zahl, die das Studentenwerk hoffentlich unter Zugzwang setzen wird.

Neue OSI-Zeitung erschienen

Seit dieser Woche gibt es die siebte Ausgabe der OSI-Zeitung an verschiedenen Stellen im Institut zum kostenlosen mitnehmen. Inhaltlich setzen große Artikel zu der Auseinandersetzung um den FSB 700 samt Ideengeschichtsstreit, der politischen Kultur am OSI (s. auch hier) und den Geschehnissen rund um die Immatrikulationsfeier die Schwerpunkte. Ausserdem geht’s um das Ende der politischen Erwachsenenbildung am OSI und die hauseigene FU-Jubelpropaganda. Kurze Meldungen aus dem Institutsalltag, ein Kommentar und eine Glosse runden die Zeitung ab.
Leider müssen wir als FSI OSI zu zwei Artikeln deutliche inhaltliche Kritik loswerden. Zum einen zum Aufmacherartikel „Im Schützengraben“ (S. 1 ff.), in dem behauptet wird, die Fachschaftsinitiative hätte zum „Who the fuck is SFB 700“-Vortrag geladen. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht. Wir haben mehrfach auf Treffen darüber diskutiert, ob wir die Veranstaltung mittragen, und sind zu dem Schluss gekommen, dies nicht zu tun. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass keineR der damals Anwesenden sich eingehender mit dem SFB beschäftigt hatte und wir nicht so leicht, quasi aus dem Bauch heraus, eine Veranstaltung zu dem Thema (mit-)veranstalten wollten. Im zweiten Fall geht es um die Glosse „In Dahlem nichts Neues“ (S.9), in der eine Nähe der FSI zur Aktion mit den blutigen Kissen im November hergestellt wird. Auch hier waren wir als Ini in keinster Weise beteiligt, diese Aktion ging nicht einmal von einer hochschulpolitischen Gruppe aus. Es handelte sich dabei um eine Aktion des „Nomadischen Anti-Kriegs-Cafés“, an der natürlich auch Studierende beteiligt waren. Wir hätten uns gefreut, wenn die Redaktion der OSI-Zeitung da vielleicht einmal vorher nachgefragt hätte.
Ansonsten viel Spaß mit der – wie üblich sehr informativen – Zeitschrift und eine angenehme letzte Uni-Woche.

Unterschriftenkampagne gegen Schließung der Mensa I

Wie schon auf mehreren anderen Blogs – z.B. auf dem der FSI Wirtschaftswissenschaften – berichtet wurde, soll die Mensa I (auch bekannt als „kleine Mensa“ oder „JuristInnenmensa“) nach dem Sommersemester 2009 für Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Für die Sanierung sind dabei sage und schreibe 24 Monate geplant. Angeblich sei dies notwendig, weil andernfalls Auflagen der Gesundheitsbehörde nicht mehr zu erfüllen seien. Seit dem Bekanntwerden dieser Information gibt es allerdings immer wieder widersprüchliche Informationen, was im Anschluss an die Sanierung mit dem Gebäude passiert. Ursprünglich hieß es noch, die Essensversorgung solle auf eine Cafeteria im Erdgeschoss beschränkt bleiben, während die oberen beiden Stockwerke „einer anderen Nutzung zugeführt“ werden. Die Cafeteria würde auch zu Normalpreisen wirtschaften, d.h. kein verbilligtes Essen für Studierende mehr anbieten.

Unklare Verhältnisse

Über die Art der „anderen Nutzung“ herrscht jedoch Unklarheit: auf mehrere Anfragen von Gabriel Babel (Vorsitzender des FSR Jura) schoben sich das Studentenwerk und das Präsidium gegenseitig die Bälle zu. Vor allem die Informationspolitik des Präsidiums lässt für hochschulpolitisch erfahrene Menschen nichts Gutes erahnen. Nachdem gegenüber Gabriel eine Verantwortung zunächst grundsätzlich abgestritten wurde, sicherte das Bauamt der FU ihm zu, eine Stellungnahme abzugeben. Das ist aber bis heute nicht passiert, trotz mehrerer Nachfragen von Seiten der Studierenden. Auch die Baubehörde Steglitz-Zehlendorf weiß noch von nichts, wie die LHG herausfinden konnte – die Behörde schreibt allerdings selber, dass bei baulichen Veränderungen im Inneren des Gebäudes eine Genehmigung ihrerseits nicht unbedingt erforderlich sei. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, müsste allerdings auch das Denkmalschutzamt eingeweiht sein, doch auch dort wusste mensch noch von keinen (Um-)Bauplänen.
Nach mehreren Treffen von Studierenden der betroffenen Fachbereiche (Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politik- und Sozialwissenschaft, Biochemie) aus verschiedenen Hochschulgruppen haben wir jetzt eine Unterschriftenliste erstellt, die die Verantwortlichen auffordert:

– die Mensa I dauerhaft zu erhalten
– die Sanierungszeiten auf ein für uns erträgliches Maß zu begrenzen
– die Studierenden und die Gremien der betroffenen Fachbereiche umfassend zu informieren
– die Versorgung der Studierenden zu studentischen Preisen zu sichern.

Die Unterschriftenlisten liegen im AStA und in studentischen Cafés (Café Tatort bei den JuristInnen, Rotes Café bei PolSoz) aus und können ausserdem hier heruntergeladen und ausgedruckt werden. Abgeben kann mensch die ausgefüllten Listen im AStA oder im Café Tatort. Letzteres findet ihr in der Boltzmannstraße 3, das ist das alte Gebäude schräg gegenüber vom Vorplatz des Henry-Ford-Baus.

Wahlergebnisse (vorläufig)

Die vorläufigen Wahlergebnisse für die Akademischen Gremien wurden gestern veröffentlicht. Dabei ergibt sich ein gemischtes Bild, was die Ergebnisse der von uns (mit-)getragenen Listen angeht: positiv ist in jedem Fall, dass die Liste der Fachschaftsinitiativen/Offene Liste bei den Wahlen zum Akademischen Senat (AS) wieder zwei Sitze erobern konnte. Von den anderen beiden Sitzen geht jeweils einer an die LHG und die JuSos/SDS. Im erweiterten AS sitzen sechs VertreterInnen der Fachschaftsinitiativen und jeweils zwei von DEFO/LHG und JuSos/SDS.
An der Sitzverteilung im Institutsrat (IR) des OSI hat sich nichts geändert – die FSI OSI hält weiterhin einen Sitz, der andere geht dieses Jahr an die JuSos. Die Grünen, die sonst immer neben uns im IR vertreten waren, waren dieses Jahr nicht angetreten.
Ganz knapp verfehlt haben wir in diesem Jahr leider, weiterhin zwei Sitze im Fachbereichsrat (FBR) zu erhalten. Die FSI OSI war zusammen mit den anderen Inis am Fachbereich (FSI PuK, FSI Ethnologie) gegen die Jusos, die LHG und eine Liste „Master Soziologie“ angetreten. Die Grünen, die bisher einen Sitz im FBR hatten, hatten auch hier versäumt rechtzeitig einen Wahlvorschlag abzugeben. Letzten Endes fehlten der Ini-Liste 12 Stimmen, um einen zweiten Sitz zu erhalten – so sind in dieser Wahlperiode zum ersten Mal drei studentische „Fraktionen“ im FBR vertreten. Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit weiterhin ähnlich gut klappt, wie sie mit den Grünen immer geklappt hat, und dass v.a. die LHG bei allem lang und breit angekündigtem „Pragmatismus“ nicht vergisst, wen sie vertritt (die Studierenden 🙂 ).

Die Wahlbeteiligung lag wie gehabt extrem niedrig. Bei der Wahl zum IR lag sie bei knapp zehn Prozent, bei der FBR-Wahl bei 7,65 Prozent und bei der Wahl zum AS sogar bei weniger als fünf Prozent. Die geringe Wahlbeteiligung allerdings der „Intransparenz“ der linken Gruppen in die Schuhe zu schieben, wie dies im Wahlkampf von einigen Gruppen getan wurde, ist ein starkes Stück – vielmehr wird den meisten Studierenden bewusst sein, dass ihre VertreterInnen in den Gremien (egal ob akademisch oder studentisch, was das angeht) ohnehin allenfalls ein formales Mitspracherecht haben. An einer Demokratisierung der Hochschulen führt kein Weg vorbei, wenn sich hier wirklich etwas ändern soll.

Alle Ergebnisse nochmal zum nachlesen:

Wahl zum AS: http://web.fu-berlin.de/zwv/aktuell/0809ws/2009/bek1.pdf

Wahl zum FBR Politik- und Sozialwissenschaften: http://www.polsoz.fu-berlin.de/verwaltung/media/wahlen/2009-fbr-3.pdf

Wahl zum Institutsrat des OSI: http://www.polsoz.fu-berlin.de/verwaltung/media/wahlen/2009-ir-3.pdf

Die Ergebnisse der Wahlen zum Studierendenparlament (StuPa) und zu den Fachschaftsräten (FSR) werden im Laufe der nächsten Tage veröffentlicht, dieser Artikel wird dann entsprechend ergänzt.

NACHTRAG: Wie angekündigt, nun auch die Ergebnisse der StuPa-Wahl: Die FSI OSI holt in diesem Jahr einen Sitz – das ist einerseits schade, hatten wir doch im letzten Jahr zwei. Andererseits war letztes Jahr ohnehin eine Ausnahme, dazu kommt dass wir – dass muss mensch ehrlich sagen – in diesem Jahr nicht sonderlich engagiert Wahlkampf geführt haben. Gewählte Vertreterin für die FSI OSI ist Christine. Insgesamt reicht es aber nach wie vor für eine stabile Mehrheit für die AStA-Koalition aus linken Listen, FSIn und AusländerInnenlisten. Vorbehaltlich der Koalitionsverhandlungen lassen sich 38 oder 39 Sitze (von 60) dem AStA-Lager zurechnen.
Bei den Wahlen zum Fachschaftsrat waren wir gemeinsam mit den anderen Inis am Fachbereich angetreten. Wie im Vorjahr erhielten wir dabei fünf von sieben Sitzen, die anderen zwei gehen an die LHG.
Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen zu den studentischen Gremien lag bei 11,22%, am Fachbereich PolSoz bei 15,7%.

Alle Zahlen (vorläufig):

http://www.fu-berlin.de/sites/studwv/media/Wahlergebnisse/vBekStuPaFSR09.pdf