Bericht aus dem I-rat

Heute traf sich der neugewählte Institutsrat des OSI mit großer studentischer Beteiligung zur konstituierenden Sitzung. Dabei waren einige wichtige Themen auf der Tagesordnung.
Im ersten Akt wurde Dagmar Vinz (in Abwesenheit) zur neuen Geschäftsführenden Direktorin gewählt (6 Ja-Stimmen, 2 ungültig). Auf die Wahl einer/s Stellvertreter_in wurde verzichtet, stattdessen sollen die Aufgaben in Zukunft unter den Mitgliedern des Institusrat verteilt werden. Als einziges Argument für Dagmar Vinz wurde angeführt sie sei relativ neu und deswegen nicht in die bestehenden Fraktionierungen eingebunden.
Im zweiten Punkt der Tagesordnung berichtete Peter Massing von der Haushaltssituation, die (wie immer) kathastrophal ist. Es besteht ein Defizit von mindestens 370.000 €, das gelöst werden soll indem keine Leistungsmittel an die Fachbereiche ausgezahlt werden, sondern diese zur Stopfung des Finanzloches verwendet werden. Wie ohne die Leistungsmittel allerdings die Lehraufträge und laufenden Kosten am Institut gedeckt werden sollen blieb unklar.
Diplom is back
Sehr erfreulich gestaltete sich der Tagesordnungspunkt „Diplom“. Einstimmig wurde die Wiedereinführung (bzw. das Ende der Aussetzung) des Diploms zum kommenden Wintersemester beschlossen. Diesem Votum dürfte der Fachbereichsrat folgen, danach muss noch der Akademische Senat zustimmen, hier ist das Ergebnis schwerer abzusehen. Dennoch sind die Chancen gut, dass das Diplom wieder kommt. Das ist ein Riesenerfolg, der nicht zuletzt studentischem Engagement und dem stetigen Wechsel von Bachelorstudierenden ins Diplom zu verdanken ist. Ob der Wechsel ins Diplom allerdings auch für die jetzigen Zweitsemerster_innen möglich sein wird ist im Moment noch unklar.
Als nächstes berichtete Peter Massing von der Situation der Lehre im Bereich Sozialkunde. Die Lehre wird zu einem großen Teil von der wissentschaftlichen Mitarbeiterin Sabine Achour bestritten, deren Vertag zum Sommer ausläuft. Der Institusrat befürwortete bei drei Enthaltungen den Antrag auf Verlängerung/Entfristung ihres Vertrages an das Dekanat.
Dann wurde der Prüfungsausschuss bestätigt. Auf die studentische Nachfrage warum er sich fast ausschließlich aus Professor_innen aus dem Bereich IB/SFB zusammensetzt, wurde entgegenet es gäbe sonst niemanden, der/die zu dieser Aufgabe bereit sei. Eine Vertagung wurde abgelehnt und der Ausschuss bestätigt (6 Ja, 2 Enthaltungen, 1 Nein).
Der nächste Tagesordnungspunkt wurde von studentischer Seite auf die Tagesordnung gesetzt und beschäftigte sich mit der Situation in der Ideengeschichte und dem unrühmlichen Abgang von Klaus Roth (siehe hier und hier). Massing und Funke begründeten die Tatsache, dass die Vertretungsprofessur von Klaus Roth nicht verlängert wurde mit der Tatsache, dass das Präsidium Vertretungsprofessuren seit diesem Semester nicht mehr finanziert und das OSI aufgrund der finanziellen Lage nicht in der Lage sei die Kosten zu übernehmen. In mehreren Beiträgen von Studierenden wurde auf die kathastrophale Situation in der Lehre im Bereich Ideengeschichte eingegangen (nur 4 Seminare im Grundstudium, im Hauptstudium noch weniger, keine professorale Betreuung usw.). Bernd Ladwig schloss sich dem an und bezeichnete den Zustand der Ideengeschichte am OSI als „Treppenwitz“ und die Situation in der Theorie insgesamt als untragbar. Einstimmig wurde die schnelle Berufung der Juniorprofessur Ideengeschichte mit Tenure Track gefordert. Andere Professor_innen Etwas überrschend wurde danach auch noch die studentische Forderung nach einer Gastprofessur in diesem Bereich bis zur Entfristung der Juniorprofessur zugestimmt (3 Ja, 6 Enthaltungen). Damit hier aber auch wirklich etwas passiert wird es weiterhin viel Druck von Seiten der Studierenden brauchen.
In zwei kurzen Punkten wurden noch die Teilnahmebegrenzung bei Dagmar Vinz mit Teilnehmer_innen aus einem kostenplichtigen Studiengang verwiesen und die Frage nach den verschwundenen Wandmalereien in der Garystr. 55 an den Verwaltungsleiter Brose verwiesen.
Insgesamt ein erfreulicher Morgen. Es bleibt zu hoffen, dass die Einführung des Diploms und die Ausschreibung der Juniorprofessur mit Tenure Track wirklich und schnell passieren. Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass viele der Professor_innen, die heute die Situation in der Ideengeschichte beklagt haben, Protagonist_innen der Umstrukturierung des OSI waren und sind und damit direkt (konkret durch die Berufungen Chojnacki und Zürcher) für die kathastrophale Situation in der Ideengeschichte heute verantwortlich sind.

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