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cap. 4

Da lagerte er nun, der Leib abgeschreckt von Helligkeit, im Ganzen metaphorisch verunstaltet und ließ seine Muskeln blinzeln, lockerte so den Zimmerboden unter sich, schmolz sich ein, löcherte sich auf und sickerte ins Äußerste, in 9 – 11 Lachen aufgeteilt,  in den samtweich gewordenen Kratzerkraterchen und Ritzenschluchten aufgefangen, ein Rest, Relikt von ihm, der bald trocken war, einen dünnen Belag bildete, nicht so leicht abzukratzen, hoffte Farfar; Die ausgeleerte Wohnung, in der er sich verschüttet hatte, erwachte prompt zu Leben, die Decke sprach aus, die Wände sprachen ein, nur dem Boden war die Sprache entzogen, der Mund verboten, zugekleistert mit Farfars Soße, Sirup.

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cap. 3

In fieberloser Regung ging Farfar zu Boden, ans Fenster von draußen klotzte Morgen und durchfuhrwerkte die Dunkelheit und mit ihr Farfars einziges düstere Härchen Hoffnung, den Strohhalm, diese schwarze Strähne, sozusagen; des heißen Steins Tropfen, dieses Härchen dieser Strohhalm sozusagen, zermalmt, strohig zermahlen unter dem strahlenden  Scheiß und Stuß und Licht. Farfar unbeweglich darnieder, kaute darüber hinweg, ließ die Zunge im Rachen; den Leib platt auf die Erde gepresst, freilich nur bildlich, denn tatsächlich stak Farfar fest im dritten Stock zusammen mit seiner Wenigkeit an Wohnung, in ihr, wie ein zwischen sinnlos beschriebenen Seiten verlegtes Blatt einer seltsamen Pflanze. Schweiß lief überall über alles, schon jetzt! er war direkt benetzt engmaschig.

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cap. 2

Im Becken zwischen all dem endlich erbrochenen Unrat, den Farfar in sich hineingestopft hatte, fand sich – er hielt sich die Nase zu vor Erstaunen und Ekel und griff danach- eine Diskette. Das Rattern im Laufwerk: es handelte sich um ein Programm zur Löschung des Weltraums. Farfar griff sich entgeistert an die Stirn und rieb mit den Fingerspitzen in heftigen, ruckartigen Bewegungen über seinen Gedanken, mit denen er, so nichtig sie auch waren, noch niemals warm geworden war. Er hörte die Toilettenspülung und er roch, stolperte, fing sich wieder und öffnete das Fenster.

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cap. 1

Farfar, bereits im zweifelhaften Genuß eines Innenlebens, das Enttäuschungen zur Genüge bot, scheute sich gerade deswegen vor dem Kontakt mit anderen Lebensformen, dies ausgiebig. Er war bedient seit Kindestagen. In einem nichts von Unterkunft durchforstete er den sich stetig anreichernden Staub in seiner Wohnstätte und auf seinen Körperteilen nach halluzigenen Substanzen; doch Halluzinationen halluzinierte er nur und am Ende hing er über der Schüssel und kotzte wahrhaft. Ein ausbruchsstarker Ausbruch!