„Nachts wäre ich gern‘ ein Mann“

Wenn Angst Frauen durch die Nacht begleitet

Frauen haben nachts ein erhöhtes Unsicherheitsempfinden in öffentlichen Räumen. Eine Berlinerin berichtet von ihren eigenen Erfahrungen und Einschränkungen auf dem nächtlichen Heimweg. Angebote wie das Heimwegtelefon bieten einen möglichen Lösungsansatz für ein gesellschaftliches Problem, das mehr Aufmerksamkeit bedarf.

Ein Beitrag von Sophie Klein

Schnee liegt auf den Straßen Berlins. Die Nacht ist kalt, Frost sammelt sich an den Fensterscheiben. Auf dem Weg aus der U-Bahn nach Hause kramt Marie B. (*Name auf Wunsch geändert) in ihrer Tasche. Sie sucht ihren Schlüssel. Sie möchte gewappnet sein für ihren Weg durch die schlecht beleuchteten Straßen ihres Kiezes. „Damit ich es schnell zur Haustür und hineinschaffe, sollte mich jemand verfolgen“, erzählt sie.

Die Gegend ist still und menschenleer. Allgemein sei ihre Umgebung belebt und auch zu späteren Uhrzeiten noch Menschen auf der Hauptstraße unterwegs. Gruselig würde es in den Nebenstraßen. „Außer der Hauptstraße ist eigentlich nichts beleuchtet“, erwähnt sie und deutet auf die Straßenlaternen.

Meist versucht Marie B. sich keine Gedanken bezüglich möglicher Szenarien zu machen, die ihr auf dem Heimweg passieren könnten. Immer ließe sich dieses Unsicherheitsgefühl jedoch nicht abschütteln. „Es ist entscheidend, wie viele Leute drumherum sind und welches Gefühl die mir geben.“ Als Frau fühlt sie sich überwiegend unwohl in der Gegenwart von größeren Männergruppen. 

Der Politologe Marcus Kober von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention sieht dabei kein grundsätzliches Sicherheitsproblem in der Nacht. Hingegen gäbe es bestimmte Gruppen, die Ängste verstärken können. „Das sind ganz regelmäßig junge Männer, am besten noch alkoholisiert. Die lösen in Bevölkerungskreisen ein relatives Unsicherheitsgefühl aus“, verdeutlicht Kober. 

„Man fühlt sich einfach schwächer“, sagt Marie und zuckt die Achseln. Was jedoch immer gleich entscheidend sei für ihre Angst ist die Dunkelheit. Die fehlende Sicht, nicht zu wissen, wer um die nächste Ecke kommen könnte oder wer sich hinter einer Reihe Autos verbirgt. Auch hierzu gibt es nach Kober eine Erklärung: „In sehr hohem Maße beeinflusst Dunkelheit [unsere Wahrnehmung]. Ein stückweit ist es einfach eine anthropologische Grundkonstante, dass wir in der Nacht mehr Angst haben.“

„Zivilcourage aus dem Homeoffice nennen wir das auch manchmal.“

Zur gleichen Zeit macht Melina sich bereit für ihre abendliche Schicht. Vor ihrer Arbeit nimmt sie sich viel Ruhe, um sich auf die kommenden Konversationen vorzubereiten. Dann setzt sie sich eingewickelt in eine flauschige Decke an den Schreibtisch.

An Melinas Arbeitsplatz sind Mikro und Karte bereit für ihre abendliche Schicht beim Heimwegtelefon. Foto: Heimwegtelefon.

Melina arbeitet ehrenamtlich für das Heimwegtelefon, ein in Berlin gegründeter gemeinnütziger Verein. Das Heimwegtelefon bietet verunsicherten Personen die Möglichkeit auf ihrem nächtlichen Nachhauseweg ihre Angst einzudämmen. „Wir sagen immer, wenn die beste Freundin, der beste Freund gerade nicht erreichbar sind, dann wollen wir da einspringen und für den Abend am Telefon die beste Freundin sein“, umschreibt sie ihre Arbeit. 

Melina ist eine von 100 Telefonist:innen, die deutschlandweit, aus Österreich und weiteren Ländern für den Heimweg zur Verfügung stehen. Unter der Woche ist das Angebot zwischen 21 und 24 Uhr zu erreichen, an Freitagen und Samstagen sogar bis drei Uhr. Das Anrufaufkommen variiert je nach Jahreszeit und Wochentag.

Trotz erhöhter Dunkelheit gibt es im Winter weniger Anrufe als im Sommer, erklärt Melina. Dies läge an lauen Sommernächten, in welchen mehr Menschen zu später Stunde unterwegs seien. Im Durchschnitt erhalte das Heimwegtelefon etwa 100 Anrufe pro Woche. 2025 riefen circa 5000 Personen an, was einer Gesprächszeit von 63.122 Minuten entspricht, oder etwa 44 Tagen. „Zivilcourage aus dem Homeoffice nennen wir das auch manchmal“, antwortet Melina lächelnd. 

Auf der Website des Heimwegtelefons, wird hervorgehoben, dass sie insbesondere Frauen kein Angstgefühl aufzwingen wollen: „Wir wollen keine unnötige Angst schüren oder Dinge dramatisieren.“ Stattdessen streben sie danach, ein individuelles Sicherheitsgefühl für jeden zu schaffen. 

„Die Ängste unserer Anrufenden sind so unterschiedlich und individuell wie die Menschen selbst“, reflektiert Melina. „Wiederkehrende Themen sind auf jeden Fall Dunkelheit und alkoholisierte Menschengruppen.“

Marcus Kober sieht den Vorteil eines Service wie des Heimwegtelefons besonders in der Anwesenheit von potenziell hilfsbereiten Außenstehenden. Täter liefen Gefahr beobachtet und möglicherweise gefasst zu werden. Kober beschreibt dies als informelle Sozialkontrolle, die erhöht werden könne. „Das ist ein ähnlicher Mechanismus, wenn man jemanden am Ohr hat und das Gefühl hat, ich bin hier nicht allein, sondern wenn mir etwas bedrohlich erscheint, kann ich jemanden verständigen“, bestätigt Kober.

Er betont jedoch die Notwendigkeit von weiterer Forschung und Diskurs. Auch mögliche negative Auswirkungen seien denkbar: „Was ich kritisch sehen könnte [ist], dass man sich dadurch in einem falschen Gefühl der Sicherheit währen könnte, weil die objektiv [nicht] gegeben ist.“

Macht das Geschlecht einen Unterschied? 

Nach einer Erhebung des Bundeskriminalamts zur Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2020 ist das grundsätzliche Sicherheitsempfinden in Deutschland hoch. Tatsächlich ist die Erwartung, Opfer einer Straftat im öffentlichen Raum und nachts zu werden, jedoch verbreitet, insbesondere bei Frauen. Das zeigen sowohl die Ergebnisse Marcus Kobers eigener Forschung, als auch die des BKA. Die meisten der 2024 erfassten Straftaten im öffentlichen Raum geschehen jedoch zwischen Männern und im engeren Umfeld.

Abweichungen zeigen sich in bestimmten Alltagssituationen, wie beispielsweise im öffentlichen Personennahverkehr. Über die Hälfte an Frauen verzichtet darauf letzteren in Deutschland bei Nacht zu nutzen. Die Nutzer:innen des Heimwegtelefons sind ebenfalls zu 87 % Frauen. 

Bei Frauenfeindlichkeit als Tatmotiv sei in Deutschland ein Anstieg von 73,3 Prozent festgestellt worden. Auch die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 für Berlin stellt tageszeitunabhängig einen Anstieg der Zahl der Gewaltdelikte und sexueller Übergriffe an Frauen in Berliner öffentlichen Räumen fest. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer von Sexualdelikten. Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wie Übergriffe oder Belästigung, waren zu 79 Prozent Frauen. Dabei verzeichnete das BKA 2024 einen Anstieg jeglicher Form von Sexualdelikten. Die Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland, SKiD, verdeutlicht, dass Sexualdelikte besonders selten zur Anzeige gebracht werden. Die Dunkelziffer, das heißt die Zahl an den Behörden unbekannten begangenen Delikten, ist hoch.

Melina ist es wichtig zu erwähnen, dass das Heimwegtelefon für alle zur Verfügung steht. Sie selbst mache es traurig Unsicherheiten zu hören, ob Männer diesen Service auch nutzen könnten, zusätzlich zu dem situativen Unwohlsein auf dem Heimweg. Daher betont sie: „Wir sind für Menschen da.“

Auch für Marie B. gibt es innerhalb Berlins bestimmte Orte, die sie zu später Stunde meidet, wie der Alexanderplatz.  

Am Alexanderplatz tummeln sich die Leute trotz der winterlichen Temperaturen. Hier werden abendliche Einkäufe erledigt, umgeben von boomendem Tourismus. Eine Klassenfahrt ringt sich um die Weltzeituhr. Auf der anderen Seite des Platzes, getrennt durch die Tramlinie, sitzt eine kleine Polizeistation. Eine ständige Präsenz. Über all dem thront der Berliner Fernsehturm, die Lichter reflektieren auf seiner silbrigen Oberfläche. Unter den Füßen der Massen erstrecken sich die U-Bahn-Tunnel, die Marie B., so gut es geht, zu vermeiden versucht. Sowohl tagsüber als auch nachts hat sie hier Erfahrungen mit sexueller Belästigung, Catcalling und Beleidigung gemacht.

Catcalling ist eine Form von Übergriffigkeit, primär gegenüber Frauen, die z.B. aus Ausrufen oder Pfiffen bestehen, um so Aufmerksamkeit zu erlangen.

Der Alexanderplatz ist auch zu nächtlicher Stunde und kalter Jahreszeit belebt. Foto: Sophie Klein

Marie B. glaubt, dass das Sicherheitsempfinden eindeutig vom Geschlecht beeinflusst ist, sowohl bei sich selbst, als auch von außen. „Wenn man mit männlichen Freunden unterwegs ist, die machen sich gar nicht die Gedanken darüber“, erinnert sich Marie B. Oft würden die Sorgen von ihren Freunden nicht ernst genommen.

Dabei seien Frauen grundsätzlich nicht häufiger betroffen. Ein Faktor seien eher alltägliche Erfahrungen, die speziell bei Frauen das Sicherheitsgefühl mindern. Kober erläutert, diese würden selbst nicht per se als Straftat klassifiziert, wie beispielsweise Catcalling oder geschlechtsspezifische Beleidigungen.

Über diese Verhaltensweisen müsse verstärkt ein gesellschaftlicher Diskurs entstehen. „Mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen und eben diese Wahrnehmung anderer Menschen mit einzupreisen oder zu berücksichtigen. Da Empathie und Verständnis an den Tag zu legen und sich im eigenen Verhalten danach auszurichten“, das wünscht sich Kober.

Marie B. erzählt von ihren eigenen Vermeidungsstrategien. Ist sie spät Abends noch unterwegs, analysiert sie genau ihre Umgebung. Ein ausreichend geladener Handy-Akku oder ein prüfender Blick in den U-Bahn-Wagon sind dabei eine erste Sicherheitsinstanz.

In ihrer alten Wohngegend in Moabit hatte sie abends durch einen beinahe unbeleuchteten Park gemusst. Kaum eine der Laternen brennt. Einzig der Schnee auf den Blättern, Ästen der kahlen Bäume und einigen Parkbänken reflektiert das Licht. Eingezäunt von der Natur glaubte Marie B. Bewegungen aus dem Augenwinkel zu erkennen, wenn sie alleine durch den Park ging. Stattdessen umrundete sie ihn lieber, was ihren Heimweg deutlich verlängerte. „Wenn es auch nicht als große Einschränkung erscheinen mag, ist es doch eine Einschränkung“, sagt Marie. 

Den Schlüssel schon in der Hand witzelt sie: „Nachts wäre ich gern‘ ein Mann.“

Eigene Schutzmaßnahmen ergreifen

Die Grenzen von Angeboten wie des Heimwegtelefons liegen in ihren Reaktionsmöglichkeiten in akuten Gefahrensituationen. Denn ein direktes Eingreifen ist für die Telefonist:innen nicht möglich. „Wir wollen nicht wie irgendwelche Hilfssheriffs auftreten. Wir sind für den Teil zuständig, wo es ’nur ein Gefühl‘ ist, aber keine konkrete Gefahrenlage vorliegt“, erläutert die Telefonistin. Befänden sich Anrufer:innen in konkreten Notlagen, gäbe es für die Telefonist:innen die Möglichkeit zur direkten Weiterleitung an Rettungs- und Notdienste. 

Dunkle Straßen und Parks erhöhen für Frauen wie Marie B. das Unsicherheitsgefühl. Foto: Sophie Klein

Melina betont die Skepsis des Heimwegtelefons gegenüber eigenständigen Verteidigungsmaßnahmen wie Pfefferspray oder anderen Waffen. Diese könnten schnell abgenommen und gegen einen selbst verwendet werden.

Die Schlüssel zwischen den Fingern, bereit im Notfall auszuholen, ist das ein für Marie B. denkbares Szenario? Sie sagt nein, sie wisse um das mögliche Verletzungsrisiko. Auch weitere Verteidigungswerkzeuge trägt sie nicht bei sich. 

Dem Thema fehlt es an Sichtbarkeit

Trotz kommunaler und regionaler Zusammenarbeit brauche es laut Melina mehr Sichtbarkeit. „Das Thema Sicherheit bzw. Sicherheitsempfinden ist eine so große Thematik, die oft nicht besprochen oder nur sehr einseitig beleuchtet wird“, appelliert sie. Mit Berlin, der Heimatstadt des Vereins, gibt es keine Kooperation.

„Das Heimwegtelefon möchte in dieser ganzen Problematik nur ein Puzzleteil der Lösung sein. Aber es gibt noch so viele Aspekte, aus denen man das betrachten kann“, beschreibt Melina die Rolle des Vereins. Weitere kriminalpräventorische Maßnahmen müssten beispielsweise verstärkt aus der Stadtplanung kommen. Die Beleuchtung der Dunkelheit wird hier erneut zum Thema. Dabei sei die gesteigerte Unsicherheit kein neues Phänomen. Melina erzählt von Menschen aller Altersgruppen, die ihr Leben lang von ähnlichen Situationen berichte.

Marie B. kritisiert die allgemeine Herangehensweise bezüglich Opfern in öffentlichen Räumen. Oft müssten Opfer selbst aktiv werden oder auf Zivilcourage vertrauen. Dabei habe sie wenig Vertrauen, dass ihr tatsächlich geholfen wird. Marie B. könne von verschiedenen Unsicherheitssituationen berichten, in denen sie keine Hilfe erhalten hat. 

Auch Marcus Kober hält es für notwendig, dass ein gesellschaftlicher Wandel im Diskurs mit Themen wie geschlechtsspezifischen Unsicherheiten stattfindet. „[Frauen] können sich nicht frei verhalten und das ist ein gesellschaftliches Problem, mit dem man sich auseinandersetzen sollte“, kritisiert der Politologe.

Melina findet abschließende Worte über den notwendigen Diskurs zum Thema geschlechtsspezifischer Angst in der Dunkelheit: „Es ist wichtig, im Austausch darüberzustehen und neugierig und offen gegenüber den Perspektiven anderer zu sein.“

Marie B. winkt zum Abschied, den Schlüssel noch immer in der Hand. Heute hatte sie keine Angst. Was bleibt, ist die Unsicherheit über morgen. 

Sophie Klein studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Politikwissenschaft in Berlin. In ihrer Freizeit liest sie gerne Bücher und schreibt kreativ. Ihr Interesse für Politik und Feminismus will sie in ihre zukünftige Arbeit als Journalistin integrieren.

Tacos in Berlin? Essen als Mittel zum Aufbau einer Migrantengemeinschaft

Wie Essen Migrantengemeinschaften stärkt und inwiefern der Preis ein Hindernis darstellt

In einer persönlichen Geschichte beschäftigt sich unsere Autorin mit Taco-Restaurants in Berlin, die für Migrant:innen aus Mexiko ein Stückchen Heimat herstellen können. Ein Vergleich mit ihrer Heimatstadt León zeigt Authenzität und Preis als Herausforderungen.

Eine Datenstory von Gabriela Ascencio Sierra

Da es keine Daten zu mexikanischem Essen in Deutschland gibt, erhob ich sie selbst. Über Google Maps sammelte ich Daten aus zwei Städten: Berlin, mit einer vergleichsweise großen Anzahl mexikanischer Restaurants, und León, meine Heimatstadt mit rund 1,7
Millionen Einwohnern.


Für die Auswahl der Restaurants in Berlin mussten die Gerichte bestimmte Authentizitätskriterien erfüllen: weiche Maistortilla, Koriander, Zwiebeln, Limette und scharfe Sauce. So wurden nicht authentische Restaurants ausgeschlossen. In León lag der Fokus
auf Popularität: Nur Taquerías mit über 700 Bewertungen und einer Durchschnittsnote über 4,5 wurden berücksichtigt. Schließlich erfüllten 14 von 20 Restaurants in Berlin die Kriterien, während in León 20 Taquerías ausgewählt wurden.

Hier die Story im Instagram-Stil:

Surfen & dessen olympische Zukunft – Alles, was du wissen muss

Surfing ist eine neue olympische Sportart. Ursprünglich gab es noch einige Debatten, ob die Sportart überhaupt oylmpisch sein sollte. Aber nach zwei Olympischen Spielen mit Surf-Wettbewerben kann gesagt werden, dass es funktioniert – mehr oder weniger.

Ein Daten-Videoessay von Charlotte Lucia Bramer auf YouTube

(klickt auf das Bild, um Euch das Video anzusehen)

Ich wollte wissen, worüber Rechte reden und fand… Nichts… Sent from my iPhone

Der folgende Beitrag ist als Newsletter für die Zielgruppe GenZ gedacht und ist ursprünglich auf Substack erschienen, inklusive Grafiken und Bildern. Für das MedienLabor gibt es die reine Textversion.

Eine Daten-Story von Emma Bremer und Paula Klüh

Die Empörung/Bestürzung/Fassungslosigkeit (Emoji-Kombi) ist groß! Schon wieder eine Wahl vorbei und es ist mal wieder alles wahr geworden, was befürchtet wurde; ja, Robert Habeck hat sicher große Bauchschmerzen; bei Friedrich Merz kann man zwar nie wissen, aber für die Wirtschaft ist das jedenfalls nicht gut, so viel ist klar; und dann war da doch noch der mit der Augenklappe, Olaf Scholz war zwar bis zuletzt ziemlich delulu, aber ganz ehrlich, der ist doch insgeheim froh, dass das jetzt nicht mehr sein Problem ist.

Egal ob als 30-sekündiges Video (alles nur nicht YouTube Shorts), als Podcast (ja, manchmal kann ich mich auch drauf konzentrieren, wenn es dabei nicht um blutige Eskapaden eines Serienmörders geht) oder als long-form content (wir liiiieben Detox und Entschleunigung ((und die Ästhetik einer Papier- Zeitung in der Instastory)) ) – bezahlte, unterbezahlte und hobbymäßige Kommentator*innen sind sich in ihrer wortreichen Sprachlosigkeit einig: wie man es dreht und wendet, die AfD ist jetzt wirklich kein Ostproblem mehr, gerade noch Swift-Kirchen ist Gelsenkirchen jetzt leider Weidel-Kirchen; es ist nicht mehr fünf vor 12, sondern längst… und nein, vom Klimawandel brauchen wir gar nicht erst anzufangen; das erinnert alles ganz schön an ihr wisst schon, also nicht dass man das gleichsetzen sollte, aber man muss doch die Zeichen lesen… und Feste feiern wie sie fallen, denn was Die Linke geschafft hat ist doch der Wahnsinn!! Haters are gonna hate und werden sagen das ist auch einfach populistisch, aber TikTok galt längst als Terrain der Rechten und das muss man doch einfach mal anerkennen! Endlich hat jemand uns jungen Menschen zugehört, wir haben uns gesehen gefühlt und wurden abgeholt, und mussten dafür nicht mal das Haus verlassen oder mit echten Menschen reden, das mögen wir bekanntlich gar nicht, dafür nochmal dankeee <<3

Wir hätten unseren German Brat-Summer gehabt

Und dann diese leise Hoffnung, was hätte sein können, könnte sein, nächstes Mal. Es fehlt doch gar nicht mehr viel, denkt man sich, die CDU macht einfach etwas bessere TikToks, Philipp Amthor ist schließlich auf ne gewisse Art ziemlich iconic, Markus Söder eh schon gefeiert als Daddy (es wird nie nicht verstörend sein, ich weiß); Robert Habeck setzt sich an ein paar mehr Küchentische und dem ganzen wird als Teil einer Birkenstock-Kampagne zu mehr Views verholfen; und überhaupt, wenn der Wahlkampf im Sommer gewesen wäre, hätte Olaf Scholz in Biden-Manier Boris Pistorius den Vortritt überlassen, das Ganze auf X verkündet und wir hätten unseren German Brat-Summer gehabt und naja, dann… Egal… Der Punkt ist, ich habe das Gefühl, die Hoffnung hält sich, dass zur richtigen Zeit, die richtigen Leute auf dem richtigen Kanal, die richtigen Botschaften verbreiten müssen und wir mit dieser Zauberformel nicht alle (manche sind wohl leider einfach rechtsextrem), aber einige (die Verdrossenen!) wieder auf die richtige Seite der Brandmauer holen.

Die Auseinandersetzung nicht scheuen, sondern suchen, respektvoll und empathisch, versteht sich, bei Opas Geburtstag, auf dem Elternabend, im Sportverein

Was die Zutaten dieser Zauberformel sind, darüber lässt sich natürlich streiten – gutes Stichwort, denn darüber ist man sich paradoxerweise einig, streiten sollten wir alle viel mehr und vor allem besser. Nämlich auf Augenhöhe (bitte nennen Sie mich Robert, nicht Dr. Habeck) und über Inhalte (Schluss mit dem woken Gender-Gaga, die Menschen wollen Lösungen). Die Auseinandersetzung nicht scheuen, sondern suchen, respektvoll und empathisch, versteht sich, bei Opas Geburtstag, auf dem Elternabend, im Sportverein, ja, man stelle sich einmal vor, der Stammtisch als ein Marktplatz der Ideen, dann beschwingt von all den lebendigen Debatten einer Partei beitreten, so wichtig, denn Kommunalpolitik ist im Alltag spürbar. Bitte einmal copy paste des Ganzen für die Medien, auch die sozialen. Die ganz üblen Fälle am besten direkt melden und löschen, wenn wir sie schon mal haben, die Gesetze, die laut Trumps Vize unser eigentliches Problem sind, und dann kann’s losgehen – Rechten zuhören, kontern, gegen die Wand argumentieren, und fact-checken (live! Vielleicht kann KI helfen?). Und wenn sie nicht gestorben sind, so siegt das beste Argument. Und das hat nicht die AfD, yay!

Schön wär’s, wirklich schön, reden hat ja schließlich noch immer geholfen und reden können auch die Rechtesextremen, ICH MUSS ES MIR STÄNDIG UND ANDAUERND IN JEDER TALKSHOW ANHÖREN, SOBALD ICH DEN FERNSEHER ANMACHE JXHJUDBJDSUHSB (offensichtlich Zuspitzung, ich habe keinen Fernseher). Dann erfahre ich zum Beispiel, dass Alice Weidel bei eigentlich jedem Film weint, am liebsten ein Hund wäre und rassistische Kommentare gegenüber Trash-TV-Star Kevin schockierend findet, weil ihre Kinder auch so aussehen wie er. Achso, und mantraartige Beteuerungen, dass die AfD einzig und allein das Beste für unser Land antreibt, in was für Zeiten leben wir bitte, dass DAS kontrovers ist? Aber Hallo, wenn das mal keine 1A Gesprächsgrundlage ist für eine Debatte, nach der Habermas sich die Finger lecken würde.

rechte Narrative aufdecken, Diskussionsstränge entwirren und den einen Moment finden, in dem diese eine Aussage dieser einen Politikerin all die Gefühle, die man als Globalisierungsverlierer nun mal so hat, in Hass umschlagen lassen hat.

Ein bisschen glaube ich ja selbst dran, wenn ich ganz ehrlich bin. Was sonst sollte mich verleitet haben, loszuziehen und das Fürchten zu lernen an einem der rechtestestesten Flecken, die das Internet zu bieten hat, fernab des Darknets. Okay, Superlative sind nie klug, woher weiß ich, was auf TruthSocial oder Parler abgeht, aber Telegram bietet zumindest in Deutschland Rechtsextremen eine beliebte Plattform für ihre Vernetzung (1). So zog ich jedenfalls los und wollte, wie gesagt, das Fürchten lernen, damit meine ich, dass ich mutig bin und die Augen nicht verschließe vor dem was dort stattfindet (oder in Zynismus verfalle, wem wäre damit geholfen), sondern auf Erkundungstour gehe – rechte Narrative aufdecken, Diskussionsstränge entwirren und den einen Moment finden, in dem diese eine Aussage dieser einen Politikerin all die Gefühle, die man als Globalisierungsverlierer nun mal so hat, in Hass umschlagen lassen hat. Richtig rumdoktern wollte ich, könnte man sagen, eine Debatte auf Herz und Niere untersuchen, Diagnose längst klar, Formel für Heilmittel nun endlich entdeckt by me, demnächst für 19,95€ bei Suhrkamp erhältlich.

Man wähle ein Thema, das medial Wellen schlug und zu dem Rechtsextreme erwartbar viel zu sagen haben: Ende des Assad-Regimes im Dezember 2024 und die darauffolgende Debatte über Syrer*innen in Deutschland

Man nehme fünf rechte Telegram-Gruppen: Freie Sachsen, Identitäre Bewegung Deutschland, Kanal Sturmzeichen, AUFGEWACHT – DIE DEUTSCHE STIMME, Der III. Weg; Auswahl angelehnt an Telegram Monitoring des Else-Frenkel-Brunswiks-Instituts (1)

Man exportiere alle relevanten Chat-Daten: möglich dank Telegram-Export-Funktion, Untersuchungszeitraum war 27.11-19.12.2024

Man verfüge über Grundkenntnisse in Python und sei bereit den Rest mit ChatGPT zu bewältigen

Der Transparenz halber, wieso Syrien? Wer, wie ich, das Ende des Assad-Regimes in etablierten journalistischen Medien verfolgt hat, befand sich sogleich inmitten eines Ringens um die richtige Deutung, den richtigen Umgang, die richtigen Schlussfolgerungen. Ich hatte die Vermutung, dass dieses Ringen der Akteur*innen Einfallstor ist für das, was ich suche, rechte Narrative, die um die Aussage von Politiker*in X gesponnen werden; eine Hasstirade, die sich verbreitet, nachdem Medium Y die Geschichte dieser einen Familie erzählt hat. Ein Durchkauen dessen, was in meiner Öffentlichkeit passiert und es dann in der eigenen Öffentlichkeit nochmal verdreht, verzerrt, alternativ darstellen.

Für den Abgleich musste ich zuerst rekonstruieren, wie dieses Ringen aussah:

Anfang Dezember 2024 starteten Rebellengruppen, angeführt von der islamistischen Organisation HTS, eine Offensive, die am 8. Dezember in der Einnahme Damaskus gipfelte. Präsident Baschar al-Assad floh nach Russland und seine 24-jährige Herrschaft endete (2). So wie überall auf der Welt jubelten auch in Deutschland Syrer*innen, Scholz nannte das Ende des Assad-Regimes „eine gute Nachricht“ und Baerbock sagte die Menschen in Syrien „verdienen eine bessere Zukunft“ (3–5). Doch die Freude war nicht ungebremst, es schwang Vorsicht mit, denn nach Assads Sturz übernahm eine islamistische Übergangsregierung die Führung und es blieb ungewiss, wie die Zukunft des Landes aussehen wird (6).

Dennoch ließen Debatten über syrische Geflüchtete in Deutschland nicht lange auf sich warten. Ein Tag nach der Flucht Assads forderte der Unionsfraktionsvize den Stopp der Aufnahme syrischer Geflüchteter (7) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge setzte Entscheidungen über Asylanträge von Syrer*innen aus (8). SPD und Grüne warnten daraufhin vor einer vorschnellen Debatte, die Union fordert Rückführpläne (9) und ein paar Tage später fand sich die Forderung nach Aufnahmestopp verbrieft im Wahlprogramm, auch Merz wiederholte die Forderung nach Rückführungen (10,11).

Schärfere Asylpolitik, Aufnahmestopp, Rückführungen – also wenn ich mir vorstelle, ich wäre Freie Sächsin, müsste das doch wie Musik in den Ohren klingen, oder? Was würden die Rechtsextremen auf Telegram aus diesen talking points machen, was wird der spin sein, der es zu ihrer ganz eigenen Version der Ereignisse macht?

Eine Auswertung aller Textinhalte zeigte, dass die Anzahl der Erwähnungen des Themas „Syrien“ tatsächlich am Tag des Sturzes von Assad seinen Höhepunkt fand. Insgesamt gab es aus allen Gruppen 319 Nachrichten im Untersuchungszeitraum, da sind 21 Erwähnungen des Themas natürlich nicht sonderlich viel, wie auch diese Wordcloud der häufigsten Wörter verdeutlicht (Anmerkung der Redaktion: die Wordclaud ist nur im Substack-Newsletter zu sehen).

kein Echauffieren über Politiker*innen, kein alternatives Fact-Checking, ja, nahezu keinen Bezug zu meiner Öffentlichkeit.

Zwischen all den Selbstreferenzen und calls to share, like and follow wird „Syrien“ zwar erwähnt, aber darüber hinaus stechen keine Wörter ins Auge, die mit dem Thema zu tun haben könnten.

Alles eine Frage der Perspektive? Zoomen wir näher ran und betrachten nur die Textinhalte der Nachrichten, die „Syrien“ thematisieren, zeichnet sich ein ähnliches Bild. Auch hier die Aufforderung etwas zu bestellen, zu folgen, um weitere Nachrichten zu erhalten. Darüber hinaus Wörter, die in direktem Bezug zu den Ereignissen stehen, Milizen, Sturz, Aleppo. Von Rückführungen, Asylanträgen oder überhaupt Geflüchteten ist allerdings nicht die Rede.

Zoomen wir näher ran

Betrachtet man neben den häufigsten Wörtern die häufigsten Wortpaare, wird noch deutlicher, dass auch in den Nachrichten, die explizit Syrien thematisieren, vor allem eines thematisiert wird: das eigene Netzwerk.

Einige der Wortpaare scheinen zunächst auf eine inhaltliche Auseinandersetzung hinzudeuten, doch bei genauerer Betrachtung handelt es sich auch hier nur um Werbung für die eigenen Inhalte: folgt nachrichten, nachrichten informationen, aufgewacht folgt… das ist eindeutig, aber auch endkampf nahen, droht dritte und dritte weltkrieg entstammen einer Nachricht, die das neue AUFGEWACHT-Magazin verlinkt und in mehreren Gruppen weitergeleitet wurde. Michael Brück hat einen Übersichtsartikel für dieses Magazin verfasst und sein Kanal wurde mehrmals verlinkt.

Das war sie nun also, diese inhaltliche Auseinandersetzung, die ich gerne verstanden hätte, aufgedeckt hätte, entschlüsselt hätte. Wie reden Rechtsextreme über den Regime-Sturz Assads, das muss uns doch was angehen, denn as shocking as it is, sie sind ja anscheinend gekommen, um zu bleiben. Nun, zumindest in den Gruppen, die ich ausgewertet habe, fand ich nichts dergleichen, was ich hätte auseinanderklamüsern und einordnen können. Man bedenke, dass die Textinhalte nur rein quantitativ ausgewertet wurden, das ist natürlich zum Haare raufen, was da alles zwischen den Wordcounts und Co-Occurences verloren gehen kann, aber zumindest durch diese spezielle Brille, sah ich kein Echauffieren über Politiker*innen, kein alternatives Fact-Checking, ja, nahezu keinen Bezug zu meiner Öffentlichkeit.

Stattdessen, Verlinkungen, Weiterleitungen, Ankündigungen und Werbung über sich selbst und die Gleichgesinnten.

Natürlich stehen die Ergebnisse auf einem wackligen Fundament, keine Sorge, man selbst ist ja immer die schärfste Kritikerin, ich weiß um all die Mängel, immer nur ein Ausschnitt der Realität und so (ich nehme das mit dem Buch bei Suhrkamp zurück), aber die Daten erzählen trotzdem eine Geschichte. Eine, die mich zweifeln lässt, ob wir hier auf der inhaltlichen Ebene noch irgendwie vom Fleck kommen oder in einer Sackgasse angekommen sind.

Das Aneinandervorbeireden ist nicht das Problem

Jetzt müssen wir leider kurz die Meta-Eben erklimmen, denn ich meine mit der Sackgasse nicht, dass alle Rechtextremen die ganz Zeit mit sich selbst beschäftigt sind, das wäre schön, dann wäre das einfachste Rezept, um seine Ruhe zu haben, nicht rechtsextrem zu sein. Ich meine damit die Erkenntnis (für die man zugegebenermaßen keine Python-Analyse gebraucht hätte), dass soziale Netzwerke zwar nicht immer sozial sein mögen, aber Menschen immer in Netzwerke einknüpfen, und dass deswegen beim Austausch von Inhalten die Betonung auf Austausch und nicht Inhalten liegt.

Die eine Geschichte, die sich auf Telegram über Assad und die Geflüchteten erzählt wird, habe ich nicht gefunden; aber als Teil einer Telegram-Gruppe Informationen von anderen Mitgliedern zu beziehen, diese zu verbreiten, einander zu bestätigen, dass das die beste Art des Informierens ist, allein dieser Umstand ist Ausdruck der eigenen Positionierung im Verhältnis zu anderen, also ein politischer Akt. Was die Moral von der Geschichte ist, weiß ich nicht, nicht reden geht auch nicht, aber ich glaube nicht, dass das Aneinandervorbeireden das Problem ist, dass die CDU mal bessere TikToks machen sollte oder wir alle mehr und besser streiten müssen, denn ganz ehrlich, worüber denn? Was kann Markus Söder denn noch sagen, was noch nicht gesagt wurde, was soll Alice Weidel noch erwidern, was noch nicht fünfmal durch exorziert wurde, weil es nicht ums Geredete, sondern ums Reden geht?

Quellen:

1. Kiess J, Nissen S, Wetzel G, Winkler B. Corona-Proteste in Sachsen: Telegram-Gruppen und -Kanäle beschleunigen Radikalisierung [Internet]. Leipzig: Else-Frenkel-Brunswik-Institut; 2022[zitiert 23. März 2025].(Digital Report). Report No.: 0. Verfügbar unter: https://efbi.de/details/corona-proteste-in-sachsen-telegram-gruppen-und-kanaele-beschleunigen-radikalisierung-4.html

2. tagesschau.de. 2024 [zitiert 23. März 2025]. Krieg in Syrien: ++ Biden: „Historische Gelegenheit“ für Syrien ++. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-syrien-sonntag-100.html

3. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. 2024 [zitiert 23. März 2025]. Erklärung des Bundeskanzlers zur Lage in Syrien. Verfügbar unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/erklaerung-des-bundeskanzlers-zur-lage-in-syrien–2324284

4. Auswärtiges Amt. 2024 [zitiert 23. März 2025]. Außenministerin Baerbock zur Lage in Syrien. Verfügbar unter: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2689398-2689398

5. tagesschau.de. 2024 [zitiert 23. März 2025]. In Deutschland feiern Tausende das Ende des Assad-Regimes. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/feiern-syrien-deutschland-100.html

6. ZDFheute. 2024 [zitiert 23. März 2025]. Roth warnt vor zu großer Euphorie nach Assad-Sturz. Verfügbar unter: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/roth-hardt-syrien-assad-euphorie-rueckfuehrung-fluechtlinge-100.html

7. ZDFheute. 2024 [zitiert 24. März 2025]. Syrien: Union will Rückkehr von Flüchtlingen unterstützen. Verfügbar unter: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/syrien-fluechtlinge-rueckfuehrungen-abschiebung-diskussion-100.html

8. tagesschau.de. 2024 [zitiert 24. März 2025]. BAMF stoppt vorerst Asyl-Entscheidungen von Syrern. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/inland/syrien-asyl-bamf-100.html

9. stern.de. 2024 [zitiert 24. März 2025]. CSU-Chef Söder fordert Plan für Rückführung von Flüchtlingen nach Syrien. Verfügbar unter: https://www.stern.de/news/csu-chef-soeder-fordert-plan-fuer-rueckfuehrung-von-fluechtlingen-nach-syrien-35295498.html

10. euronews. 2024 [zitiert 24. März 2025]. CDU-Wahlprogramm: Massive Einsparungen im Sozialstaat geplant. Verfügbar unter: https://de.euronews.com/2024/12/17/cdu-stellt-wahlprogramm-vor-rechtsruck-beim-thema-migration-massive-einsparungen-im-sozial

11. ZDFheute. 2024 [zitiert 24. März 2025]. Merz fordert Aufnahmestopp für Syrer und will Rückführungen. Verfügbar unter: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/merz-syrien-aufnahmestopp-rueckfuehrungen-100.html

Balkan Brain Drain – Migration aus den Balkan-Staaten

Laut dem Brain Drain Indicator (2019) des World Economic Forum gehören die 6 Länder Serbien, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Montenegro, und Bosnien & Herzegowina zu den am stärksten vom Brain Drain betroffenen Ländern weltweit.

In der mehrteiligen Story, die Maria Bartel und Tim Hagedorn recherchiert und auf Instagram veröffentlicht haben, erfahrt Ihr alles über Hintergründe, Auswirkungen und mögliche Lösungsansätze.

Die Krise in den 6 Westbalkan-Staaten ist nicht nur dem aktuellen Brain Drain zu verschulden, sondern hat ihre Anfänge in den Gastarbeiter-Bewegungen der 1960er und 1970er Jahre. Darauf folgten Bürgerkriege auf dem Balkan, die EU Ost-Erweiterung und die Weltwirtschaftskrise.

Viele Faktoren für eine instabile Region, die sich selbst im Umbruch befindet.

Die ganze Geschichte könnt Ihr bei balkanbraindrain lesen. Dann lernt Ihr auch Pane kennen, der von Nordmazedonien in die Niederlande gezogen ist. Das komplette Interview mit ihm auf Englisch, könnt Ihr aber auch hier lesen.

Disparitäten im Fußball zwischen Frauen und Männern

Warum verdienen Männer im Profi-Fußball wesentlich mehr als Frauen? Welche Rolle spielen die Zuschauerzahlen für Gehälter und Preisgelder von Nationalmannschaftsspieler:innen? Und wie wichtig ist mediale Sichtbarkeit?

Eine Daten-Story auf Instragran von Jodie McNichol und Selina Öztürk, die sie unter dem Account puk_sportjournalismus_ veröffentlicht haben.

Den Rest der Daten-Story gibt es auf Instagram. Darunter auch die Steckbriefe von Sabrina und Riko, die eine durchschnittliche Spielerin bzw. einen durchschnittlichen Spieler repräsentieren – beide Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft. Während ihr Gehalt bei 43.670 Euro im Jahr liegt, erhält er 1,2 Millionen Euro.

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Unterschlupf: Treffpunkt für wohnungslose Frauen

Betti ist eigentlich Köchin, engagiert sich aber schon lange für obdachlose Frauen. Sie hat den Unterschlupf alsTreffpunkt und Café für wohnungslose Frauen gegründet, die hier tagsüber einen sicheren und freundlichen Ort finden. Die Existenz des Unterschlupfs ist aber kündigungsbedingt bedroht

Eliza Beuster, Nele Klaffl, Lisa Roll und Elene Tsereteli sprechen mit Betti und Frauen, die bei ihr und ihren Mitarbeiterinnen Schutz und Ruhe finden.