Exkursion in ein japanisches Restaurant

Jedes Jahr unternehmen die Teilnehmer*innen der Forschungswerkstatt eine Exkursion in ein japanisches Restaurant, um dort Beobachtungstechniken zu üben und im Anschluss ihre Beobachtungen zu dokumentieren. Da in Berlin nach der Lockerung der Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 Restaurantbesuche von bis zu fünf Personen wieder erlaubt sind, haben wir uns nacheinander in zwei kleinen Gruppen in einem japanischen Restaurant in Wilmersdorf getroffen. Es war für alle Kursteilnehmer*innen das erste Mal in diesem Semester, dass sie sich persönlich trafen. Für einige Studierende war es auch der erste Restaurantbesuch seit Monaten.

Die Beobachtungen der einzelnen Teilnehmer*innen konzentrierten sich auf unterschiedliche Themen. Besonderes Augenmerk legten wir aber auf die Hygienemaßnahmen, die im Kontext der Maßnahmen gegen Corona im Restaurant ergriffen wurden und deren Umsetzung durch Mitarbeiter*innen und Gäste.

Bereits vor dem Eingang des Restaurants, wies ein Schild Gäste auf Verhaltensregeln zum Schutz vor der Verbreitung von Covid-19 hin. Beim Betreten des Restaurants sollen Masken getragen werden und die Gäste müssen am Eingang warten, bis sie platziert werden. Wenn keine Plätze frei sind, müssen sie draußen warten. Direkt im Eingangsbereich stand ein Desinfektionsmittelspender, der aus Sperrholz gebaut und einem japanischen Tempeldach nachempfunden war. Ein ähnlicher Desinfektionsmittelspender befand sich auch vor den Toiletten. Fast alle Gäste desinfizierten sich beim Betreten des Restaurants die Hände.

Foto: Agata Olszewska

In der Mitte des Gastraumes standen lange Tische mit Desinfektionsmittel, Tüchern, Speisekarten und Kontaktformularen. Dort wurden die Speisekarten nach der Benutzung desinfiziert. Auch die Tische wurden jedes Mal desinfiziert, wenn die Gäste gegangen waren. Direkt nach der Platzierung erhielt jeder Gast ein Kontaktformular von den Mitarbeiter*innen, die Mundschutz und Handschuhe trugen. Tee und Speisen mussten sich die Gäste selbst vom Tablett nehmen. Sojasoße und Gewürze, die normalerweise auf den Tischen stehen, wurden entfernt. Auch das kostenlose Nachfüllen der Teetassen mit heißem Wasser erfolgte nicht mehr in Selbstbedienung, sondern durch die Bedienung.

Foto: Agata Olszewska

Diese Schutzmaßnahmen wirkten alle gut organisiert, aber die Studierenden äußerten, dass sich dieser Restaurantbesuch sehr von Restaurantbesuchen vor der Corona-Krise unterschied. Einige Handlungsabläufe, die sonst bei einem Restaurantbesuch selbstverständlich waren, haben sich durch die Covid-19 Schutzmaßnahmen verändert. Dazu gehörte z.B., dass das Essen derzeit nicht von den Mitarbeiter*innen auf den Tisch gestellt wird oder dass sich Gäste beim Betreten eines Restaurants die Hände desinfizieren müssen. Erst jetzt wurde ihnen bewusst, wie sehr sie solche Routinen verinnerlicht hatten. Die Ergebnisse der Beobachtungen während der Exkursion werden wir in den nächsten Sitzungen, die wieder online stattfinden, diskutieren.

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