Ein Tor wird geschossen

Die Migration des deutschen Nationalismus

Von Kristen McMillen

Jetzt hat Deutschland zweimal hintereinander eine Migration in Richtung Nationalismus gemacht. Nachdem es den dritten Platz in der Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen hat, sind die Leute auf die Strasse gegangen, haben gemeinsam gefeiert wie noch nie und haben Feuerwerke steigen lassen.

Dieses Jahr, direkt nach dem Sieg gegen Argentinien, haben sie auch nicht damit aufgehört. Sie sind glücklich mit ihren Autos durch die Straßen gefahren, haben Passanten zugehupt, um mit ihnen zu feiern. Die Leute am Straßenrand haben laut zurück geschrien und mit den Fingern die Nummer Eins geformt. Weiter in der Berliner Mitte konnte die Polizei kaum etwas kontrollieren. Tausende von Leuten sind auf die Strasse gegangen mit Bier und Feuerwerk. Es sah aus wie ein verrückter Kulturumzug oder ein Flash Mob. Die Leute sind sogar die Ampeln hochgeklettert. Andere nutzten die Fenster der großen Geschäfte, um so mitfeiern zu können. Sie haben dadurch als Nation und als Land gefeiert.

Jedoch, so ein National-Gefühl wie bei der Weltmeisterschaft hatten die Deutschen noch nicht immer. Deutschland hat eine schwierige Geschichte wegen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Die Deutschen konnten deswegen nicht immer stolz auf ihr Land sein.

Interessanterweise hat aber die Fußball-Weltmeisterschaft eine Bewegung von Nationalgefühl freigesetzt. Um sich als Nation zu fühlen, muss man stolz auf sein Land sein. Während der Weltmeisterschaft konnten die Deutschen das.

Während des Spiels standen die Leute alle gespannt neben den Fernsehern. Sie schrien ab und zu- „Wer nicht steht, der ist kein Deutscher.“ Das heißt, das sie gemeinsam und manchmal auch ohne es zu bemerken einstimmig für ihr Land standen. Jedes Mal, wenn ein Tor für Deutschland geschossen wurde, wurde es nicht nur im Spiel geschossen. Die vier Tore hat die deutsche Mannschaft auch für ganz Deutschland geschossen. Diese Tore und die Gefühle, die durch die Weltmeisterschaft gefördert wurden, bringen Deutschland einen Schritt vorwärts. Die Deutschen haben sich verbunden und patriotisch gefühlt. „Ich denke, die Weltmeisterschaft hat Deutschland als Land näher zusammen gebracht“, meinte Daniel aus England. Er glaubt, seitdem Deutschland 2006 die Weltmeisterschaft zu Gast hatte, hat es einen Grund zu feiern. Das Nationalgefühl ist nicht länger mit Furcht besetzt, sondern es hat durch den Sport eine Migration in Richtung Freude gemacht.

Daniel glaubt, dass diese Migration auch in anderen Ländern einen gesunden Nationalismus fördern könnte. „Wenn das Spiel der größte Sport im Land ist, dann kann es ganz viel Kraft in dem Land haben“, meint Daniel. „Ich glaube, wenn England eine Weltmeisterschaft ins Land holt, könnte das was in Deutschland passiert ist, auch in England passieren.

Das ist eine interessante These. Auch England kämpft mit seiner nationalen Identität. „Die British National Party hat uns im Nationalismus überholt und ihn uns weggenommen“, ist Daniel überzeugt. „Man darf keine Fahne mehr zeigen, sonst wird man asozial genannt.“ Die Migration von Nationalismus ist etwas kompliziert, aber wenn die Gefühle, dass man stolz auf sein Land ist, schon da sind, dann hilft es diesem Land, in den Nationalismus zu emigrieren. Um als Land ganz natürlich zu feiern, wird es mindestens noch ein paar Weltmeisterschaften dauern, aber zumindest kann man die Bewegung und dadurch die Migration sehen.

Die Autorin

Kristen McMillen macht jetzt ihr Abschlussjahr an der University of Missouri-Kansas City. Ihre Hauptfächer sind Deutsch und Kommunikation. Kristen hat ein Praktikum bei NBC Action News (ihrem lokal Fernseh Sender) gemacht. Zuvor hat sie ein Praktikum bei der Deutschen Welle gemacht. Kristen liebt es andere Sprachen zu lernen und zu reisen. Sie hat schon neun Länder außer den USA besucht. Nach dem Studium will Kristen eine Karriere in International Broadcasting anfangen.

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