Wie immer eine durchwachsene Sitzung – Bericht vom letzten FBR am 1.7. 09

Zumindest unsere Lieblingsprofessorin konnte in der letzten Sitzung des Fachbereichsrates (FBR) so dermaßen verärgert werden, dass sie nahezu empört den Raum verließ und ihren Emotionen freien Lauf ließ: wir konnten die von ihr gewünschte KFN-Stelle blocken. Dabei handelt es sich um eine Professur für Gender, Völker und Europarecht, die dem SFB zugehörig gewesen wäre von der Kommission zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen bezahlt würde, der jedoch ein fragwürdiges Verfahren voraus geht (siehe letzter Bericht vom I-Rat). Dies ist jedoch, so wie mir scheint der einzig richtige Erfolg dieser langen, fast vier Stunden dauernden Sitzung, der ein Habilitationsvortrag von Jochen Roose voraus ging. Dies trug sicherlich auch dazu bei, dass gerade gegen Ende viele FBR-Mitglieder gingen oder gehen mussten und auch nicht alle Tagesodnungspunkte, von denen es 12 (!) gab abgearbeitet werden konnten und auf die nächste Sitzung vertagt werden mussten. Dieses Schicksal ereilte auch den durch einen Studierenden initiierten und erst in der Sitzung neu aufgenommenen Punkt, die Streikwoche auch im FBR noch einmal nach zu besprechen. Auch wenn das sehr schade ist, ist es trotzdem nicht so schlimm, da es nächste Woche Mittwoch um 16.00 Uhr ein Gespräch zwischen dem Dekanat und Studierenden geben wird, zu dem ihr alle eingeladen seid!
Aber zurück zum Thema, da es wie schon erwähnt eine recht zähe und diskussionslastige Sitzung war, werde ich mich auf die für uns meiner Meinung nach wesentlichen Punkte beschränken und nicht über jeden Tagesordnungspunkt (TOP) etwas schreiben. Interessant sollte sein, dass es nächstes Semester dezentrale Immatrikulationsfeiern geben wird, die jeweils von mehreren Fachbereichen zusammen organisiert und durchgeführt werden sollen, in unserem Fall mit den Wirtschaftswissenschaften und den Erziehungswissenschaften.
Ein heiß diskutiertes Thema war der Haushalt. Dem ging eine Diskussion über den tatsächlichen Einfluss und die Relevanz der Zielvereinbarungen für den Haushalt voraus. So schließt das Präsidium eigentlich Zielvereinbarungen nur mit gesamten Instituten ab, jedoch ist dies auch mit Einzelpersonen möglich. Dies Betrifft an unserem Institut wohl Börzel, Risse und noch eine weitere Person. Auch wenn Frau Börzel uns im vergangenen I-Rat mündlich zusicherte, dass diese Zielvereinbarungen keine Relevanz oder Einfluss für den Haushalt (2009) hätten, war weder sie, noch das Dekanat bereit, dies, wie wir es forderten im Text für den 2009-er Haushalt fest zu halten. Zumal nach wie vor eine Prüfung durch das Rechtsamt läuft ob Zielvereinbarungen nicht doch haushaltsrelevant sind. Eine weitere Diskussion entbrannte über die Leistunsmittelauschüttung und die Ausgaben für die studentischen Hilfskräfte, die mit 320.000€ ziemlich hoch sind und wo Zweifel über die volle Verwendung dieser für die Bezahlung auf kamen. Trotz dieser Ungereimtheiten wurde der Haushalt gegen die Stimme der Studierenden durchgewunken. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich gerne ein studentisches Gruppenveto eingelegt hätte, sich die beiden anderen Studierendenvertreter dagegen aussprachen. Dies enttäuschte mich sehr und ich befürchte, dass unser unterschiedliches Politikverständnis, wenn nicht zu Konflikten, so doch zu einer zunehmend schweren Zusammenarbeit führen wird. Wie dem auch sei, so konnte durch unsere Diskussion über den Haushalt und die Zielvereinbarungen zumindest eine Protokollnotiz im Beschlussprotokoll zu diesem Thema erwirkt werden.
Interessant war auch der Bericht der Studiendekanin Cilja Harders, die eine kurze, jedoch ergebnislose Diskussion über die Wiederholung von Prüfungen anregte. Länger beschäftigte uns der Punkt des so genannten „Self-assesment“, welches durch den Bologna-Prozess eingeführt werden muss und eine Möglichkeit für Studierende darstellt, mittels eines Online-Testes herauszufinden ob der von ihnen gewünschte Studiengang auch wirklich zu ihnen passt. Wie dieser Test nun genau aussehen soll und auch welche Gewichtung diesem in Zukunft eingeräumt wird, ist bisher noch nicht geklährt, aber es wird sich diesbezüglich wohl auch eine Arbeitsgruppe bilden, wo sicherlich (hoffentlich) auch wieder Studis gebraucht werden! Des weiteren stellte Frau Harders Bestrebungen vor, das Campus Mangement benutzer_innenfreundlicher zu machen, was uns von einer Abschaffung dieser unnötigen Software leider etwas weiter entfernt. In diesem Zusammenhang sollte auch der TOP bezüglich des Talent Scoutings erwähnt werden. Dafür gibt es immer noch kein einheitliches Verfahren, also wurde von den Studierenden angeregt eines zu erarbeiten. Es stellte sich jedoch heraus, dass dies nicht im Ermessen des Dekanats liegt, sondern durch das Präsidium erfolgen muss. Wie jedoch bis zur Erstellung eines einheitlichen Verfahrens vorgegangen werden wird, bleibt abzuwarten. Ein anderer wichtiger TOP war der zukünftige Umgang mit studentischen Gruppenvetos, wo es leider keine Selbstverständlichkeit war, dass diese in der nächsten Sitzung wieder automatisch auf die Tagesordnung gesetzt werden. Dies soll sich nun ändern.
Ein anderer für uns recht relevanter TOP war die Zukunft der Mensa I. Wobei jedoch anzumerken ist, dass dies eine Angelegenheit des Studentenwerkes ist und der Einfluss des FBR dabei relativ marginal ist. Daher wurde der Antrag von Studierenden angenommen, in welchem der FBR sich mit dem FBR Wirtschaftswissenschaften solidarisch erklärt, das Angebot der Mensa I angemessen zu waren. An dieser Stelle setzte die bereits von mir erwähnte Ermüdung und Ungeduld ein, welche eine Vertagung folgender TOPs zur Folge hatte: Die Nachbenennung studentischer Mitglieder für die Haushaltskommission und die bereits erwähnte Nachbearbeitung der Streikwoche. Übrig blieb neben den nicht öffentlichen TOPs noch eine kurze Diskussion über Kriterien zur Bewertung von Juniorprofessuren. Dieser Punkt sollte zunächst nichtöffentlich sein, jedoch stellte ich schon zu Anfang der Sitzung den Antrag diesen Punkt öffentlich zu diskutieren, da es sich dabei nicht um eine Personaldebatte oder ähnliches handelt und ich somit auch keinen Anlass sah es nicht öffentlich zu diskutieren. Vor einigen Jahren ist die Möglichkeit geschaffen worden durch einen so genannten Tenure-Track eine Juniorprofessur durch ein so genanntes schlankes Verfahren zu einer Vollprofessur zu machen. Zur Evaluation ob sich diese_r nun bewährt hat oder nicht schlägt das Dekanat nun einen Katalog von diversen Kriterien vor. Dieser ist nun angenommen worden und mein Antrag – Beschaffung von Drittmitteln als ein Bewertungskriterium zu streichen – wurde belächelt und abgelehnt. Auch meine Anregung Studierenden dabei mehr Gewicht als lediglich einen Evalutionsbogen auszufüllen zu zugestehen, blieb mehr oder minder allein auf weiter Flur. Und das war der öffentliche Teil, aus dem nicht öffentlichen gibt es an sich nichts interessantes zu berichten.

Wie gesagt nicht vergessen: Am kommenden Mittwoch den 8.7. findet um 16.00 ein Treffen mit dem Dekanat statt um über die Forderungen der Besetzer_innen des OSI zu reden. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

3 Gedanken zu „Wie immer eine durchwachsene Sitzung – Bericht vom letzten FBR am 1.7. 09“

  1. der diskussionstermin scheint mir sehr unklug gewählt, da zur gleichen zeit (8.7., 16 uhr) im raum L116 der silberlaube eine fu-weite bildungsstreiknachbereitung stattfinden soll.

    das zeigt mal wieder, wie schlecht die kommunikation unter den studentischen aktivist_innen verläuft…

  2. an stefan und an alle: woher hast du die info, daß zur gleichen zeit (8.7., 16 uhr) im raum L116 der silberlaube eine fu-weite bildungsstreiknachbereitung stattfinden soll? gibt es dazu was im internet? danke!

  3. Hallo zusammen,

    ganz außer der Reihe:

    Der Termin mit dem Dekanat soll vom Dekanat selbst vorgegeben worden sein. Eine andere Frage ist, ob daran von Studierenden hätte gerüttelt werden können – und ob das versucht worden ist.
    In jedem Falle tragen für die so geartete Dekanats-Termin-Festsetzung nach derzeitigem Kenntnis-Stand und damit für die Termin-Kollision Studierende keine unmittelbare Verantwortung.

    Zudem ist so eine Kollision ohnehin nicht immer vermeidbar. Daß Schavan-Konferenz – was immer von ihr zu halten ist – und die Haushaltsklausur des Berliner Senats am selben Tag (dem gestrigen Dienstag) und etwa zur selben Zeit Statt finden, erfüllt m.E. einen ähnlichen Fall.

    Schöne Grüße

    MB

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